Belastung des Grundwassers durch Kampfmittel – eine Gefahr für den Menschen?

Sind Böden mit Schadstoffen kontaminiert, besteht immer die Gefahr, dass Verschmutzungen bis in das Grundwasser durchsickern. Kampfmittel stellen eine besondere Gefahrenquelle für Grundwasserverunreinigungen dar. Der negative Einfluss von Rüstungsaltlasten auf die Grundwasserqualität ist je nach Ort und Art der Kampfmittel mitunter gravierend.

Kampfmittel und Rüstungsaltlasten als Ursache für Grundwasserverschmutzung

Als Kampfmittel werden Überreste oder Altlasten von Munition und Explosivstoffen aus militärischer Herkunft bezeichnet. Historische Kampfmittel sind beispielsweise Sprengkörper, Munition oder Munitionsteile aus dem Ersten und Zweiten Weltkrieg. Diese sind auch mehr als sieben Jahrzehnte nach Ende des Zweiten Weltkriegs immer noch zahlreich in europäischen Böden zu finden. Neben der naheliegenden Gefahr, die von Blindgängern und anderen nach wie vor funktionstüchtigen Sprengsätzen ausgeht, bergen Rüstungsaltlasten ein weiteres Gefährdungspotenzial für Mensch und Umwelt: Durch die Korrosion der im Boden befindlichen Kampfmittel werden Schadstoffe freigesetzt. Diese Schadstoffe kontaminieren den Boden und sickern bis in das Grundwasser durch. Rückstände der Schadstoffe aus Kampfmitteln werden dann vom Menschen mit dem Trinkwasser aufgenommen.

Kampfmittel verunreinigen das Grundwasser

Die Bodenbelastung durch Schadstoffe aus Kampfmitteln ist besonders im Umfeld von Rüstungsindustriestandorten, Truppenübungsplätzen oder ehemaligen Bombenzielen und Kampfplätzen des Ersten und Zweiten Weltkriegs nachweisbar. Hier besteht die erhöhte Gefahr der Verunreinigung des Grundwassers durch eben diese Schadstoffe aus Rüstungsaltlasten. Besonders Explosionsstoffe wie TNT, Knallquecksilber oder Phosphor, welches hauptsächlich in Brand- und Nebelbomben zum Einsatz kam, kann Böden verunreinigen und zu Grenzwertüberschreitungen zulässiger Mengen an Schadstoffen im Grundwasser führen. Auch Schwermetalle und Halbmetalle können durch Korrosion in das Grundwasser gelangen. Munition und Munitionsteile stellen vor diesem Hintergrund eine wesentliche Belastungsquelle dar. Häufig enthält Munition Blei oder Antimon. Letzteres wird als Legierung zur Munitionsherstellung benutzt und ist als Verbindung gesundheitsschädlich und umweltgefährlich. Antimonfluoride und -chloride sind zudem als giftig und ätzend eingestuft. Verunreinigungen des Grundwassers mit Schwermetallen wie Blei sind besonders gesundheitsgefährdend für den Menschen.

Was tun, wenn das Grundwasser mit Kampfmittelschadstoffen belastet ist?

Besteht der Verdacht auf eine Schadstoffbelastung des Grundwassers, müssen Experten zunächst feststellen, um welche Schadstoffe es sich dabei handelt, wie hoch die Schadstoffkonzentration im Grundwasser ist und auch welche Ursache die Schadstoffverunreinigung hat. Sind all diese Parameter festgestellt worden, gibt es verschiedene Möglichkeiten der Grundwassersanierung. Mit klassischen ex-situ-Verfahren wie Pump-and-Treat wird verunreinigtes Grundwasser an die Oberfläche gepumpt und dort mithilfe technischer Verfahren behandelt und aufbereitet. Die Oberflächenbehandlung kann dabei je nach Schadstoffkontamination und -konzentration durch UV/Ozonierung, chemische Oxidation, Destillation, Flotation, Filtration oder Ionenaustausch durchgeführt werden. Alternativ kann das Grundwasser aber auch in-situ saniert werden. Bei diesen Methoden verbleibt das Grundwasser zur Behandlung im Boden. Solche modernen Verfahren können mit mikrobiologischen, chemisch-physischen oder thermischen Behandlungsmethoden umgesetzt werden. Bevor das sanierte Grundwasser dann in das Trinkwassernetz eingespeist wird, muss es weitere Filtrierungsschritte durchlaufen. Sandfilter und Aktivkohlefilter entziehen dem Grundwasser die letzten verbliebenen Verunreinigungen.
Wenn Sie selbst auf Nummer sicher gehen und etwaige Verunreinigungen Ihres Leitungswassers ausschließen wollen, empfiehlt sich ein Wassertest.

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