Legionellen vorbeugen: die häufigsten Fehler und Schwachstellen

Wie Legionellen vorbeugen? Tips und Infos

Legionellen vorbeugen ist ein wichtiges Thema, mit dem sich Trinkwasser-Verbraucher prinzipiell auseinandersetzen sollten. Denn mit einer Legionelleninfektion ist nicht zu spaßen. Aus diesem Grund warnen Verbraucherschützer, Behörden und Experten davor, dem Thema Legionellen im eigenen Leitungswasser zu wenig Aufmerksamkeit zu schenken. Denn klar ist: Legionellen können theoretisch in jedem Haushalt zu finden sein – in den Wasserleitungen oder auch der Warmwasseraufbereitung oder den Wassertanks. Und sie können die Gesundheit der gesamten Familie gefährden!

Die gefährlichen Erreger übertragen die sogenannte Legionärskrankheit, auch Legionellose genannt. Diese kann die Gesundheit des Verbrauchers stark in Mitleidenschaft ziehen und sogar tödlich verlaufen.

Zuhause birgt vor allem das Duschen ein besonders hohes Risiko, denn Legionellen gelangen über die Atemwege in den Körper. Doch auch Klimaanlagen, Whirlpools und ähnliche Installationen, die Wasserdampf erzeugen, stellen eine besondere Gefahr dar. Von Experten wird daher geraten, regelmäßig sicher zu stellen, dass sich keine Legionellen im Leitungswasser befinden.

Dies können Verbraucher, aber auch Vermieter und Verwalter von Mietshäusern, ganz einfach durch einen Legionellentest des Leitungswassers erreichen.

 Mehr dazu, warum ein Legionellentest so wichtig ist, erfahren Sie in unserem Beitrag: Legionellentest – bevor Bakterien im Wasser zur gefahr werden.

 

Genaueres zur Legionelleninfektion und ihrem Verlauf erfahren Sie hier im Magazin, beispielsweise in unseren Artikeln: „Legionellen im Trinkwasser – die wichtigsten Fragen“ oder „Legionellenerreger im Trinwkasser – Gefährliche Erreger

 

Die Gefahr aus der Dusche: Legionellen vorbeugen und die Familie schützen

Legionellen vorbeugen ist jedoch ein mindestens ebenso wichtiges Thema, wie die regelmäßige Kontrolle des Leitungswassers durch einen professionellen Legionellentest. Doch wie kann man Legionellen vorbeugen und auf was sollten Verbraucher unbedingt achten?

Legionellen können im Prinzip in jedem Gewässer vorkommen – vom Grundwasser bis hin zum Leitungswasser. Letzteres wird, bevor es an die Haushalte verteilt wird, penibel kontrolliert, so dass bei der Auslieferung keinerlei gefährliche Stoffe, wie etwa Schwermetalle, oder mikrobakterielle Verunreinigungen im Wasser sind. Nur in absolut einwandfreiem Zustand ausgeliefertes Wasser entspricht der deutschen Trinkwasserqualität und darf somit als Trinkwasser bezeichnet und an die Verbraucher verteilt werden.

Die Stäbchenbakterien befinden sich also nicht Umständen bereits im Wasser, wenn dieses von den Wasserversorgern verteilt wird. Das bedeutet jedoch nicht, dass auch wirklich unbelastetes Wasser aus dem heimischen Hahn fließt.

Legionellen vorbeugen bedeutet vor allem, dafür szu sorgen, dass sich die Bakterien nicht innerhalb der eigenen Trinkwasserinstallation ansiedeln und vermehren können. Möchten wir Legionellen vorbeugen, spielt daher unter anderem die Wassertemperatur, die wir durch die Erhitzung unseres Trinkwassers erreichen, eine maßgebliche Rolle.

 

Legionellen vorbeugen: Wassertemperatur ist meist Kern des Problems

Legionellen fühlen sich bei etwa 30 bis 45 Grad besonders wohl. Hier überleben die Bakterien nicht nur, sondern vermehren sich in rasantem Tempo. Möchten Verbraucher Legionellen vorbeugen, hilft die Erhitzung des Wassers:

 Bei einer Temperatur von mindestens 50 Grad stellen Legionellen die Vermehrung ein und sterben langsam ab.

 Ab etwa 60 Grad sterben die gefährlichen Erreger ab.

Fazit: Legionellen vorbeugen bedeutet, darauf zu achten, dass das Warmwasser auf mehr als 50 Grad erhitzt wird.

 

Vorsicht bei Stagnationswasser: Nutzen wir warmes Wasser aus der Leitung, bleibt ein gewisser Rest prinzipiell in den Leitungen stehen. Dieses Stagnationswasser kühlt hier wieder ab und kann Legionellen, die sich in den Leitungen oder insbesondere in Totsträngen niedergelassen haben, die perfekte Wohlfühlzone bieten. Drehen wir das nächste Mal den Hahn auf, zapfen wir exakt dieses kontaminierte Wasser aus dem Hahn. Hier hilft es, das Wasser ein paar Sekunden ablaufen zu lassen.

 Mehr zum Thema Stagnationswasser und warum das Leitungswasser insbesondere nach längerer Abwesenheit oder wenn Anschlüsse selten genutzt werden generell einige Sekunden ablaufen sollte, bevor es genutzt wird, lesen Sie natürlich hier im Magazin!

Übrigens: Auch in Kaltwasserleitungen sind Legionellen durchaus möglich. Zwar vermehren sich die Erreger bei weniger als 30 Grad kaum bis gar nicht, jedoch ist nicht ausgeschlossen, dass sich beispielsweise in Totleitungen Legionellen finden, die so schlussendlich ins Leitungswasser gelangen, das wir aus dem Hahn zapfen, beziehungsweise zum Duschen nutzen. Neben Legionellen sind zudem noch andere Bakterien eine Gefahr, darunter Darmkeime wie Coli-Bakterien, die sich auch in weniger warmem Wasser wohl fühlen und stark vermehren können.

 Lesen Sie mehr dazu in unserem Beitrag zum Thema „Bakterien im Wasser“ oder speziell zu Darmkeimen, etwa im Beitrag „So gefährlich sind Coli-Bakterien wirklich“.

 

Legionellen vorbeugen: Diesen Fehler machen wir vor allem im Sommer

Nicht selten wird, um Energiekosten zu sparen, im Sommer die Warmwassertemperatur gesenkt. Dieser Plan ist jedoch nicht lohnend, wenn es darum geht, Legionellen vorzubeugen, denn durch diese Maßnahme werden unter Umständen für die Erreger perfekte Bedingungen geschaffen. Auch Durchlauferhitzer und Wärmetauscher können Gefahrenquellen sein, die regelmäßig gewartet und gereinigt werden sollten, um Legionellen vorbeugen zu können.

 

Erhöhtes Risiko für Legionellenbelastungen: Zu große Wasserspeicher

Ebenfalls ein Risiko bergen zu große Warmwasserspeicher. Steht das Wasser zu lange in diesen Speichern, können sich hier ebenfalls gefährliche Bakterien, darunter Legionellen, vermehren. Experten empfehlen daher, die Größe des Warmwasserspeichers dem Bedarf der im Haus lebenden Verbrauchern anzupassen.

 

Legionellen vorbeugen: Die eigene Trinkwasseranlage muss laut Gesetz vom Eigentümer instand gehalten werden

Prinzipiell gilt, dass der Wasserversorger die Verantwortung für die Qualität des Trinkwasserwassers trägt, das er ausliefert. Diese Verantwortung endet jedoch bei der Übergabe des Wassers an die Verbraucher. Sobald sich das Trinkwasser in den hausinternen Wasserleitungen und Trinkwassersystemen befindet, ist der Eigentümer der Immobilie dafür verantwortlich, dass die Qualität in keinster Weise gemindert wird. Dies gilt insbesondere dann, wenn das Wasser Dritten zur Verfügung gestellt wird und nicht nur vom Eigentümer selbst genutzt wird.

Dazu kennt die Trinkwasserverordnung klare Richtlinien, Grenzwerte für Bakterien und Schwermetalle sowie Regelungen zur Instandhaltung und Kontrolle des Wassers. Eigentümer tun daher gut daran, sich vom Profi beraten zu lassen. Doch auch dann, wenn das Wasser ausschließlich für den Eigenbedarf genutzt wird, wird die regelmäßige Wasserkontrolle empfohlen. Diese ist mit wenigen Handgriffen und minimalem finanziellem Aufwand durch einen einfachen Wassertest durchführbar und gibt insbesondere Familien mit Kindern Sicherheit. Denn Babys und Kleinkinder sowie immungeschwächte Personen reagieren besonders stark und nicht selten mit langanhaltenden Folgen auf Belastungen des Leitungswassers.

 

Die Folgen der Legionellen-Infektion: große Gefahr durch kleine Erreger

Legionellen vorbeugen ist ein wichtiges Thema, das nicht nur, jedoch ganz besonders Familien mit Kleinkindern nahegelegt werden sollte. Eine Infektion mit Legionellen kann zwei unterschiedliche Verlaufsformen hervorrufen:

Das Pontiacfieber

Am sogenannten Pontiac-Fieber erkranken viele Verbraucher unbewusst. In Deutschland wird das Vorkommen auf mindestens 100.000 Fälle pro Jahr geschätzt. Unbemerkt bleibt die Infektion insbesondere deshalb, weil es sich um die leichtere Verlaufsform einer Legionelleninfektion handelt. Symptome wie Fieber, Kopfschmerzen und allgemeines Unwohlsein werden nicht selten mit einer Grippe verwechselt und die Ursache so gar nicht mit den Beschwerden in Verbindung gebracht. Auch Durchfälle und stärkere Symptome sind möglich. Insgesamt flauen die Beschwerden aber nach wenigen Tagen ab und die Infektion bleibt bei einem ansonsten gesunden Menschen in der Regel ohne weitreichende Folgen. Dennoch ist auch diese leichtere Verlaufsform nicht zu unterschätzen, insbesondere dann, wenn Babys und Kleinkinder betroffen sind.

Die Legionärskrankheit

Bei der sogenannten Legionärskrankheit ist die Lunge deutlich schlimmer von der Infektion befallen. Hieraus entstehen schwere Lungenentzündungen, die mitunter auch tödlich verlaufen. Besonders gefährlich ist diese Verlaufsform für geschwächte Personen wie etwa ältere Menschen oder auch Kinder. Zunächst zeigt sich auch bei dieser Verlaufsform ein grippeähnliches Symptombild, das sich jedoch schnell verschlechtert.

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