Leitungswasser – Ein Auslöser von ADHS?

ADS, kurz für Aufmerksamkeitsdefizitstörung, ist eine Verhaltensstörung, die hauptsächlich bei Kindern und Jugendlichen auftritt und bis in das Erwachsenenalter fortbestehen kann. Betroffene leiden an Aufmerksamkeitsproblemen, Impulsivität und können sich selbst nur schwer beherrschen. In vielen Fällen kommt noch Hyperaktivität hinzu, wofür das „H“ in ADHS steht (Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung).

Was ist die Ursache von ADHS?

Die Medizinforschung ging früher davon aus, dass ADHS durch eine Reihe von gesellschaftlichen und erzieherischen Faktoren sowie Traumata in der Kindheit ausgelöst wird. Inzwischen wurden diese Vorstellungen größtenteils verworfen und die Forschung stuft ADHS als eine Hirnstoffwechselstörung ein, die neurologische Ursachen hat. Was jedoch die Auslöser für die Stoffwechselstörung sind, ist bis heute nicht ganz klar. So halten es einige Forscher für möglich, dass zum Beispiel Schwermetalle, denen Kinder und Ungeborene ausgesetzt waren, eine Ursache für ADHS sein könnten. Hier werden Blei und Quecksilber angeführt. Diese sind besonders gefährlich, da beide Schwermetalle als Verunreinigung im Leistungswasser vorkommen und das Hirn schädigen können. So belegen Studien, dass Quecksilber die neurologische Entwicklung von Ungeborenen beeinflussen kann, wenn Schwangere dem Stoff ausgesetzt sind. Dies kann laut mancher Forscher schließlich ADHS begünstigen. Bezüglich Blei konnten Untersuchungen einen schwach ausgeprägten Zusammenhang zwischen einer Bleivergiftung und ADHS nachweisen.

Einige Forscher widersprechen diesen Thesen jedoch. Fest steht, dass das Zusammenspiel von Schwermetallen und ADHS noch näher untersucht werden muss.

Aber auch vermeintlich harmlose Stoffe könnten ADHS auslösen oder zumindest begünstigen. Forscher der Harvard School of Public Health und der Icahn School of Medicine in den USA fanden heraus, dass der Konsum von größeren Fluoridmengen im Zusammenhang mit ADHS steht. Fluorid kennen viele vor allem als Zusatz von Zahncreme, wo es einen wichtigen Einfluss auf die Zahngesundheit nimmt. Es ist aber auch im Leitungswasser vorhanden. Die Forscher konnten Hinweise finden, dass Fluorid eine Ursache für ADHS sein könnte, da es wie Blei und Quecksilber in hohen Dosen neurologische Störungen hervorrufen kann. Allerdings räumen die Wissenschaftler auch hier ein, dass weitere Untersuchungen nötig wären, um den Verdacht vollends zu bestätigen.

Kann Leitungswasser ADHS auslösen?

Ob Blei oder Quecksilber im Zusammenhang mit ADHS stehen oder nicht – Fakt ist, dass eine Schwermetallvergiftung enorme gesundheitliche Schäden hervorruft. Gerade in alten Gebäuden bestehen die Wasserleitungen in vielen Fällen leider noch aus Blei. Dadurch kann das Schwermetall leicht in das Wasser gelangen. Alte Bleirohre sollten daher unbedingt ersetzt werden. Quecksilber gelangt hingegen durch Industrieemissionen in die Luft und durch Niederschläge in den Boden und so schließlich in das Grundwasser. Trinkwasser zählt zu den am strengsten kontrollierten Lebensmitteln in Deutschland. Gerade für Schwermetalle gelten durch die Trinkwasserverordnung strenge Richtwerte, an die sich die Wasserwerke halten müssen. Weist das Wasser einen zu hohen Schadstoffwert auf, müssen die Wasserversorger umgehend reagieren. Allerdings gilt diese Verantwortung nur bis zum Hausanschluss. Eine erhöhte Bleikonzentration im Trinkwasser kann nur ein Wassertest aufdecken.

Fluorid kommt natürlich in der Erdkruste vor und lässt sich deshalb auch im Trinkwasser finden. In Deutschland wird dem Trinkwasser jedoch nicht zusätzlich Fluorid zugesetzt, was Fluoridierung genannt wird, und auch die vorgeschriebenen Grenzwerte werden nicht überschritten. Eine Fluoridierung dient der Kariesprophylaxe und wird vielerorts in den USA aber auch in Teilen Europas durchgeführt.

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