Trinkwasserpreis steigt 2016 – auch in Schleswig-Holstein

Leitungswasser wird teurer - Trinkwasserpreis 2016

 

Der Trinkwasserpreis steigt annähernd in ganz Deutschland, das ist bereits seit einigen Wochen bekannt. Während in manchen Regionen nur minimale Anpassungen notwendig sind, müssen anderenorts die Endverbraucher 2016 tiefer in die Tasche greifen. Auch in Schleswig-Holstein wird der Trinkwasserpreis steigen, so viel ist klar. Verbraucher wundern sich, warum das ausgerechnet hier der Fall ist. Die Antwort: Die Kosten für die Aufbereitung von mit Nitrat belastetem Grundwasser steigen und sprengen den Etat der norddeutschen Wasserversorger. Das ist vor allem in Schleswig-Holstein ein Problem und treibt die Kosten, die dann wiederum als Wasserpreis je Liter auf die Endverbraucher umgelegt werden, in die Höhe.

 

Dringender Handlungsbedarf – doch zunächst steigt der Trinkwasserpreis

Die kommunalen Wasserversorger fördern in Schleswig-Holstein immer mehr Wasser, das zu viel Nitrat enthält. Der Verbandschef der Energie- und Wasserwirtschaft schlägt Alarm, denn bereits bei jeder zweiten Messstelle werden die Nitratwerte deutlich überschritten. Die Folge: Die Qualität dieses Wassers muss verbessert und der Nitratwert deutlich verringert werden, bevor das Wasser in die Haushalte geliefert wird. Denn die geltenden Grenzwerte, die in der Trinkwasserverordnung festgelegt sind, dürfen in keinem Fall überschritten werden. Dies garantieren die Wasserversorger bis an die Grundstücksgrenze des Verbrauchers.

Diese Aufbereitung wird entweder durch den Verschnitt mit unbelastetem Wasser oder durch aufwendige technische Aufbereitungsverfahren umgesetzt. Die Kosten für diesen Aufwand trägt am Ende der Verbraucher. Aus diesem Grund können sich die Schleswig-Holsteiner 2016 und voraussichtlich auch in den folgenden Jahren auf einen steigenden Trinkwasserpreis einstellen.

 

Trinkwasserpreis steigt – Landwirtschaft Hauptauslöser

Die Verursacher stehen für Dieter Perdelwitz in seiner Funktion als Verbandschef der Energie- und Wasserwirtschaft fest: Gülle, Biogasanlagen sowie die Massentierhaltung. Durch die enorme Güllezufuhr gelangt eine große Menge Nitrat in die Böden, so Perdelwitz. Auch das Ausbringen von Gärresten ist ein Faktor, der schlussendlich den Wasserpreis in die Höhe treibt. Die Pflanzen können diese enormen Mengen an Nährstoffen jedoch nicht annähernd aufnehmen. Und in Gegenden, deren Böden für den Anbau von Nutzpflanzen nicht so geeignet ist, wird auf Tierzucht gesetzt – mit dem Ergebnis, dass durch die Fäkalien wiederum Nitrat in die Böden gelangt.

Das Grundwasser in der Mitte Schleswig-Holsteins ist besonders betroffen. Denn hier finden sich Geest-Böden, deren Deckschichten enorm dünn sind.

Trinkwasserpreis Schleswig Holstein (Foto: sh:z)

Trinkwasserpreis SH steigt (Foto: sh:z)

Weiterer Faktor für Anstieg des Trinkwasserpreis: Gärsubstrate aus Biogaslagen

Schleswig-Holstein importiert Mais aus dem Nachbarland Dänemark. Die Biogasanlagen produzieren enorme Mengen an Gärsubstraten, durch deren Zersetzung wiederum Nitrat in die Böden gelangt. Und auch der eigene Maisanbau der Norddeutschen trägt seinen Teil zum Trinkwasserpreis bei: Innerhalb von acht Jahren hat sich die Anbaufläche annähernd verdoppelt – dementsprechend mehr wird gedüngt und die Nitratwerte steigen, führ Perdelwitz weiter aus.

 

Wasserpreis wird angepasst, Lösungen gesucht

Die Experten sind sich insofern einig, dass das hohe Nitratvorkommen in Schleswig-Holstein ein Problem ist. Handlungsmöglichkeiten wie die Vergrößerung der Wasserschutzgebiete, eine Verschärfung der Düngvorschriften und einige weitere Vorschläge stehen im Raum. Einigungen sind jedoch noch nicht erkennbar. Klar ist im Moment nur, dass der Trinkwasserpreis in Norddeutschland angepasst werden muss, um die notwendigen Aufbereitungen finanzieren und unbedenkliches Trinkwasser ausliefern zu können.

 

Nicht nur in Schleswig-Holstein steigt der Trinkwasserpreis. Häufigstes Problem ist bundesweit zu viel Nitrat im Grundwasser, was die die Einhaltung der Trinkwasserqualität schwieriger gestaltet.

Klar ist also, dass der Trinkwasserpreis auch in den kommenden Jahren ansteigen wird, wenn die Wasserwerke noch weiter in die Aufbereitung investieren müssen. Auch Betreiber privater Brunnen bemerken die Belastung durch Nitrat im Grundwasser deutlich. Immer mehr Wasseranalysen zeigen deutlich überschrittene Nitratwerte im Brunnenwasser.

 

 

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