Umweltgift: So gelangt Nikotin aus Zigarettenstummeln in die Gewässer

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Dass Rauchen ungesund ist, sollte mittlerweile jedem bekannt sein. Bei dem enthaltenen Wirkstoff Nikotin, der im Tabak enthalten ist, handelt es sich um ein sehr starkes Nervengift. Jedoch wissen nur die wenigsten, dass Nikotin aus den Zigaretten nicht nur eine Gefahr für das persönliche Wohlbefinden, sondern auch für das Trinkwasser darstellt.

Wie kommt das Nikotin in das Trinkwasser?

Nikotin gelangt durch unachtsam weggeworfene Zigaretten ins Trinkwasser. Bis in die 1970er Jahre wurde Nikotin zudem als Insektizid verwendet. Allerdings erkannte man die hohe Toxizität (Giftigkeit) für Menschen und Umwelt und verwendet seitdem synthetische Pflanzenschutzmittel. Werden Zigarettenkippen in die Toilette geworfen oder gelangen durch Regenwasser in die Kanalisation ist dies kein größeres Problem, da die Kläranlagen fast vollständig den Nikotinanteil im Abwasser herausfiltern können. Der größte Teil der Umweltverschmutzung durch Zigaretten kommt von Zigarettenresten die ungefiltert über das sog. Oberflächenwasser in das Grundwasser gelangen. Dazu gehören noch nicht versickertes Regenwasser, Bäche, Flüsse, Seen und Meere.

Trinkwasserverschmutzung durch Zigaretten ist vor allem in dicht besiedelten Gebieten ein Problem, da eine höhere Bevölkerungsdichte auch eine höhere Anzahl von Rauchern mit sich bringt und somit eine größere Anzahl weggeworfener Zigaretten. Gleiches gilt für Gebiete mit zahlreichen Touristen.

Ist Nikotin im Trinkwasser eine Gefahr?

Obwohl die letale (tödliche) Dosis beim Menschen bei 100 mg liegt, gilt bereits ein Wert von 2,5 mg/l Trinkwasser als absolute Grenze für eine Trinkwasserverschmutzung durch Nikotin, sodass das starke Nervengift eindeutig als große Gefahr einzustufen ist. Spätestens bei diesem Wert setzt ein Massensterben in der Natur ein und das Wasser gilt als verseucht. Laborversuche in der San Diego State University im Jahr 2011 haben ergeben, dass bereits ein Zigarettenstummel pro Liter Wasser ausreichend ist, um die Hälfte der Fische zu töten und den Großteil des verbleibenden Bestandes krank zu machen. Dabei kann ein einziger Zigarettenstummel bereits 2 bis 3 mg Nikotin in die Umwelt abgeben. Und Zigarettenstummel gibt es in Deutschland nicht wenige. In einer großen Stadt wie Berlin werden jährlich pro Quadratmeter Freifläche schätzungsweise etwa 2,7 Millionen Kippen achtlos weggeworfen. Und jeden Tag werden in ganz Deutschland etwa 200 Millionen Zigaretten geraucht. Nicht wenige davon landen ebenfalls auf offener Straße oder auf Grünflächen.

Die größte Sorge in Deutschland ist aber nicht die letale Dosis. Denn Nikotin gilt als Karzinogen (krebserregend) und selbst bei Werten unter dem Richtwert können diese bei Menschen Krebs verursachen. Besonders gefährdet sind dabei Kinder und alte Menschen, da mit einem geringeren Körpergewicht viel schneller die kritische Belastung mit Nikotin erreicht wird.

Was tun gegen Nikotin im Trinkwasser?

Vorbeugen ist das Stichwort. Als Raucher sollten alle Kippen entweder im Müll, im mitgebrachtem Taschen-Ascher oder in öffentlichen Aschenbechern entsorgt und nicht achtlos auf den Boden oder in offene Gewässer geworfen werden. Zwar ist es möglich, Nikotin aus Trinkwasser herauszufiltern, jedoch ist das eine teure und aufwendige Angelegenheit. Wäre dies in Deutschland notwendig, dann würden auch die Preise für das Leitungswasser rapide ansteigen.

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