Legionellen Alarm: Mieter sind zunehmend in Sorge

Legionellen - die Gefahr aus der Dusche

Aufgrund der gefährlichen Erreger kommt es in Deutschland immer häufiger zu Duschverboten in Mehrfamilienhäusern oder gesperrten Schwimmbädern. Insbesondere bei Trinkwasseranalysen in Mietshäusern werden oft Legionellen nachgewiesen. Und obwohl jährlich bis zu 30.000 Menschen an der Legionärskrankheit erkranken, werden die gefährlichen Bakterien oft zu spät oder gar nicht erkannt.

Entgegen einer weitverbreiteten Meinung ist die Übertragung der Bakterien von Mensch zu Mensch mehr als selten. In 99 Prozent aller Erkrankungen liegt dieser das Einatmen der Erreger zu Grunde. Daher sind Wasserverneblungsanlagen, Duschen, die Sauna oder ähnliche Örtlichkeiten besondere Gefahrenquellen. Auch Klimanlagen können unter Umständen zum Problem werden.

Legionellen im Trinkwasser: Lebensgefahr aus dem Duschkopf

Befinden sich in Ihrer Leitung Legionellen, sollte ein Installationsbetrieb prüfen, woran dies liegen kann. Ein positiver Befund kann verschiedene Ursachen haben. Dies können z.B. mangelnde Dämmung, heiße Steigleitungen, zu lange Leitungen oder überdimensionierter Speicher sein. Besonders vorsichtig sollte man sein, wenn in Wohnungen oder auch Ferienwohnungen länger niemand war und das Wasser für eine längere Zeit stand. In diesem Stagnationswasser siedeln sich mitunter Bakterien an, die dann zur Gefahr werden können. Daher wird empfohlen das Wasser, sofern es längere Zeit in der Leitung stand, einige Minten ablaufen zu lassen. Insbesondere Babys und immungeschwächte Personen sind gefährdet.

Wie gefährlich sind Legionellen wirklich?

Legionellen sind Bakterien, die sich in der Dusche, Whirlpools oder anderen Warmwassereinrichtungen ansiedeln können, wo Dampf oder Sprühnebel entsteht. Befinden sich diese Bakterien in Warmwasserleitungen, können sie sich explosionsartig vermehren. Durch das Einatmen kommt es dann zu einer Infektion. Es können schwere Lungen- oder Rippenfellentzündungen entstehen, die besonders bei Älteren, Rauchern und Menschen mit geschwächtem Immunsystem tödliche folgen haben können. Um sicher zu gehen, keine der gefährlichen Erreger in Ihrem Haushalt zu haben, können Sie hier einen Legionellen-Test durchführen. Dieser Test ist speziell auf Privat-Haushalte ausgerichtet und kinderleicht selbst durchzuführen.

Immer wieder Fälle von Legionelleninfektionen

Was es bedeuten kann, wenn ein Legionellenbefall zu spät oder gar nicht bemerkt wird, zeigt nicht zuletzt der Fall einer 62-jährigen Münchnerin. Real, jedoch nicht greifbar, getreu dem Motto „Mir passiert so etwas nicht“, verlassen sich viele Verbraucher auf ihr Glück und vor allem auf das Pflichtbewusstsein von Hausverwaltern und Vermietern, wenn es um die Unbedenklichkeit des eigenen Leitungswassers geht. So auch im Fall einer Münchnerin, die im Jahr 2017 gegen den Verwalter ihres Hauses klagt. Nachdem die an sich gesunde Frau in ihr Haus in Schwabing zog, änderte sich ihr Gesundheitszustand im Jahr 2013 drastisch. Sie erkrankte an einer Lungenentzündung, die sich mit Fieber, Atemnot und Schwäche über Monate hinzog. Die Münchnerin konnte rund ein Jahr lang nicht arbeiten. Wo sie sich diese Lungenentzündung eingefangen hatte und dass sich die Ursache in den eigenen Wasserleitungen findet, war zu diesem Zeitpunkt nicht zu ahnen.

Schlussendlich stellte sich heraus, dass der Grund für die langfristige und durchaus gefährliche Erkrankung der Frau im eigenen Haus zu finden ist: Legionellen in den Wasserleitungen machten den Gebrauch zur absoluten Gefahr. Ob die Legionellenbelastung dem Hausverwalter bekannt war und ob hier die Pflicht zur Inforation der Verbraucher vernachlässigt wurde, soll nun ein Gericht klären. Klar scheint zu sein: Das behördliche Duschverbot wurde bereits im Jahr 2013 ausgesprochen. Doch schon hier scheint eine Lücke in der Informationskette zu klaffen, die der Münchnerin möglicherweise zum Verhängnis wurde. Erst im Oktober, also etwa zehn Monate nachdem das behördliche Duschverbot ausgesprochen wurde, wurde die Münchnerin über diesen Umstand informiert.

Gesundheitlich sind die Folgen, ganz abgesehen von der langanhanhaltenden Lungenentzündung, immens. Die Betroffene leidet demnach heute unter schwerem Asthma. Verantwortlich zeichnet hier aller Voraussicht nach der Hausverwalter, sofern diesem diese schwere Pflichtverletzungen nachgewiesen werden kann. Zudem soll es keinerlei Wasseruntersuchungen gegeben haben, was wiederum vom Hausverwalter bestritten wird. Geklärt wird nun, ob es tatsächlich einen akuten Legionellenbefall im Haus der Betroffenen gegeben hat und in wie weit der Verwalter über diesen Umstand in Kenntnis war. Zudem muss, um den Verwalter des Hauses rechtlich heranziehen zu können, nachgewiesen werden, dass die Legionelleninfektion tatsächlich mit Sicherheit auf eine Belastung der hausinternen Wasserleitungen zurückzuführen ist, denn auch eine Infektion im Urlaub ist bislang nicht auszuschließen.

Aufgrund dessen, dass zur Zeit der ersten gesundheitlichen Beschwerden oder zumindest spätestens mit dem Verdacht einer Legionelleninfektion, keinerlei Wasseranalysen nachweisbar sind, ist eine klare Verurteilung des Hausverwalters relativ unwahrscheinlich. Zwar ist der Hausverwalter in der Pflicht, für die Unbedenklichkeit des Wassers zu sorgen, doch schlussendlich unterliegt ein Einfamilienhaus keinem gesetzlich vorgeschriebenen Untersuchungsturnus. Lediglich dann, wenn ein begründeter Verdacht auf einen Legionellenbefall auftritt, ist eine Wasseranalyse sowie die Information der betroffenen Verbraucher unumgänglich.

 Mehr zum Thema Legionellen in Mietwohnungen und zur rechtlichen Lage bei einem (möglichen) Legionellenbefall erfahren Sie beispielsweise hier: Mietminderung bei Legionellen – ja oder nein?

 Informationen zur Vorgehensweise bei einer Gefährdungsanalyse der Trinkwasserinstallation erfahren Sie ebenfalls hier im Magazin!
 Mehr zur möglichen Notwendigkeit, die eignen Wasserleitungen sanieren zu lassen, um eine Gefährdung durch Bakterien und Keime auszuschließen, erfahren Sie in unserem Artikel „Vorsicht beim Hauskauf: Müssen Sie die Wasserleitungen sanieren lassen?

 

Experten empfehlen: Wasser testen lassen und sicher gehen!

Alle rund 50 bekannten Legionellenarten leben im Wasser , wobei vor allem die Art „Legionella pneumophila“ eine besondere Gefahr darstellt. Dieser Erreger löst die Legionärskrankheit aus, die unter Umständen tödlich enden kann, fast immer jedoch schwere langfristige Folgen wie etwa Asthma hat. Legionellen bevorzugen Wassertanks, Boiler oder auch Zerstäubungsanlagen wie etwa Klimaanlagen, von wo aus sie sich nicht nur problemlos und in rasantem Tempo vermehren, sondern auch unbemerkt eingeatmet werden. Besonders gefährdet sind hier Babys und Kleinkinder sowie immungeschwächte Menschen. Allerdings können auch an sich absolut gesunde Personen gesundheitlich stark negativ beeinflusst werden.
 Erfahren Sie mehr zur Gefahr durch Legionellen, vor allem beim Putzen und Duschen, hier im Magazin!

 

Zwar sieht das Gesetz in der Trinkwasserverordnung klare Richtlinien und Regelungen vor, was die regelmäßige Kontrolle der Trinkwasserinstallationen angeht. Allerdings wird von Experten dennoch klar dazu geraten, das eigene Leitungswasser spätestens beim verdacht einer Legionellenbelastung, besser jedoch in regelmäßigen Abständen, analysieren zu lassen. Ein einfacher Wassertest auf Legionellen für Verbraucher ermöglicht diese Wasseranalyse, kostet minimalen Aufwand und gibt Sicherheit.

 

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