Legionellenprüfung – Ihre Fragen, unsere Antworten

Legionellenprüfung Gefährdungsanalyse der Trinkwasserinstallation

Legionellen sind ein Thema, das Verbraucher immer wieder beschäftigt. Zurecht, wie nicht zuletzt ein aufsehenerregender Fall in Starnberg zeigt. Anhand eines Legionellen-Wassertests für Privathaushalte lässt sich schnell feststellen, ob sich Legionellen in den Leitungen der eigenen Trinkwasserversorgung befinden. Und auch das Gesetzt spricht im Bezug auf die Prüfpflicht für Vermieter und Eigentümer eine klare Sprache. Wir haben einige der wichtigsten Fakten zum Thema Legionellen und Legionellenprüfung zusammengetragen

 Mit der Novellierung der Trinkwasserverordnung, die am 1. November 2011 in Kraft trat, stehen mitunter Betreiber von Großwasseranlagen sowie (falls bestimmte Kriterien erfüllt werden) Vermieter und Hauseigentümer in der Pflicht, durch eine regelmäßig durchgeführte Legionellenprüfung der Gefahr von Infektionen entgegenzuwirken.

Legionellenprüfung: Das Wichtigste kurz zusammengefasst:

Legionellenprüfung - die wichtigsten Fakten

Legionellenprüfung – die wichtigsten Fakten

  • Von der Pflicht zur Legionellenprüfung sind laut Trinkwasserverordnung Wohngebäude, die über einen zentralen Durchlauferhitzer oder Warmwasserspeicher verfügen, der mehr als 400 Liter Wasser fasst, betroffen.
  • Außerdem gilt die Prüfpflicht für Gebäude, deren Leitungswasserrohre zwischen dem Warmwasserspeicher und dem Wasserhahn, der am weitesten entfernt liegt, mindestens ein Volumen von drei Liter Wasser fassen.
  • Somit gilt die Pflicht zur Legionellenprüfung für annähernd alle Wohngebäude, die mehrere Mietwohnungen bieten.
  • Ausgeschlossen sind hier in der Regel nur Mehrfamilienhäuser, die nicht über eine zentrale Warmwasserbereitung verfügen sowie Ein- oder Zweifamilienhäuser.
  • Eine Erstuntersuchung ist hier seit dem 31.12.2013 Pflicht. Werden dabei keine auffälligen Werte festgestellt, wird die Legionellenprüfung gemäß Trinkwasserverordnung alle drei Jahre wiederholt.

Grundlegendes zum Thema: Was sind Legionellen?

Die stäbchenförmigen Bakterien können in geringen Konzentrationen im Grundwasser vorkommen und so in die Trinkwasserversorgung gelangen, bis sie in den Trinkwasseranlagen unter Umständen die idealen Voraussetzungen zur Vermehrung vorfinden können. Auch die Wasserversorger führen eine kritische Legionellenprüfung durch, jedoch ist die Hauptgefahrenquelle die eigene Trinkwasserinstallation in den Immobilien.

Werden die gefährlichen Bakterien eingeatmet, kann eine Legionelleninfektion die Folge sein. Dies geschieht in verschiedenen Situationen, hauptsächlich dann, wenn Aerosole und Wasserdampf eingeatmet werden, beispielsweise während dem Putzen und Waschen sowie der Körperhygiene. Doch auch Klimaanlagen bergen ein enormes Gefahrenpotenzial. Daher ist die regelmäßige Legionellenprüfung immens wichtig zum Schutz der Gesundheit.

 

Woher kommen Legionellen?

Besondere Gefahrenquellen sind dabei hauptsächlich Totleitungen oder Stagnationswasser in wenig genutzten Leitungswasserrohren. Hier finden die Erreger erstklassige Bedingungen vor, um sich rasch zu vermehren. Gleiches gilt für Probleme in der Warmwasseraufbereitung.

 

Wie kommt es zu einer Legionelleninfektion?

Schutz vor Legionellen - Gefahrenquelle Dusche

Die Dusche kann bei Legionellenbefall zur Gefahr werden

Legionellen können mit fein aufgestäubtem Wasser, etwa durch eine Klimaanlage oder auch beim Duschen oder Putzen, in die Atemluft gelangen. Unter Umständen genügt hier schon ein laufender Wasserhahn, besondere Gefahrenquellen sind jedoch vor allem die Dusche sowie Whirlpools oder Luftbefeuchter.

Die Übertragung von Mensch zu Mensch ist bisher nicht nachgewiesen, daher gelten die Betroffenen nicht als „ansteckend“.

 Mehr dazu erfahren Sie in unserem Artikel „Legionellen – wenn Duschen und Putzen zur Gefahr wird

 

Kann man mit Legionellen belastetes Wasser trinken?

Wird Wasser, das mit Legionellen belastet ist, getrunken, wird hier nicht von einer besonders großen Gefahr ausgegangen. Allerdings sollte auf das Inhalieren oder Gurgeln verzichtet werden, wenn Legionellen im Wasser vermutet oder nachgewiesen werden, denn auf diesem Wege gelangen die Erreger in die Atemwege. Trotzdem ist es durchaus nicht ausgeschlossen, dass auch während des Trinkens kleine Mengen des belasteten Wassers in die Luftröhre gelangen, wenn der Betroffene beispielsweise unter Schluckbeschwerden leidet.

Machen Legionellen krank und wie sehen die Symptome aus? Woran erkenne ich eine Legionelleninfektion?

Eine Legionelleninfektion muss nicht zwingend Symptome hervorrufen. Verschiedene Faktoren entscheiden darüber, ob die Legionellose leicht oder schwer verläuft. Entscheidend sind hier vor allem:

  • der Belastungsgrad des Wassers
  • auf welche Weise die Erreger in den Körper gelangen
  • die genaue Bakterienart, denn es existieren verschiedene Legionellenstämme, deren krankmachende Wirkung sich mehr oder weniger deutlich voneinander unterscheidet
  • die Gesamtkonstitution des Immunsystems. Handelt es sich bei den Betroffenen um chronisch kranke Menschen oder frisch Operierte, ist die Gefahr eines schwereren Krankheitsverlaufs hoch
  • Alter und Lebenswandel des Patienten.

Eine Legionelleninfektion zeigt sich in aller Regel durch die typischen Symptome wie Schüttelfrost und Fieber, die nicht selten mit einer Erkältung verwechselt werden. Bei schweren Infektionen sind Lungenentzündungen und das Versagen der Nieren möglich. In diesem Fall kann die Erkrankung tödlich enden. Neben älteren Personen und Kindern sind vor allem immungeschwächte Menschen besonders gefährdet. Doch auch für an sich gesunde Menschen kann eine Legionelleninfektion eine große Gefahr bedeuten.

Pontiac Fieber und Legionärskrankheit: Die verschiedenen Verläufe einer Legionelleninfektion

 

Leichter Verlauf der Legionellose: Pontiac Fieber

Circa ein bis zwei Tage nach der Infektion mit Legionellen zeigen sich die ersten Symptome des Pontiac Fiebers. In diesem Fall handelt es sich um den leichteren Verlauf der Erkrankung, der hauptsächlich grippeähnliche Symptome mit sich bringt. Dazu zählen etwa Kopf- und Halsschmerzen, Fieber und Schwindel. Innerhalb weniger Tage erholen sich die Betroffenen, so dass in aller Regel keine umfassende Therapie notwendig ist.

Schwerer Verlauf der Legionelleninfektion: Legionärskrankheit

Nach einer Inkubationszeit von etwa zwei bis zehn Tagen zeigen sich die ersten Symptome der Legionärskrankheit. Hohes Fieber und damit einhergehender Schüttelfrost sowie Husten, Schmerzen in der Brust und Atemnot sind typisch. Auch Erbrechen und Durchfall sind möglich. Vor allem für immungeschwächte Menschen stellt diese Variante des Infektionsverlaufs eine Gefahr dar, da sich innerhalb kurzer Zeit eine Lungenentzündung entwickeln kann. Erfolgt eine geeignete Behandlung erholen sich die Patienten in aller Regel zügig, Folgeschäden wie Einschränkungen der Lungenfunktion sind jedoch nicht ausgeschlossen.

 

Wie wird eine Legionelleninfektion behandelt?

Sofern es beim leichteren Verlauf, dem Pontiac Fieber, bleibt, genügt in aller Regel die Behandlung der Symptome und Beschwerden. Auch auf den Einsatz von Antibiotika kann in diesem Fall normalerweise verzichtet werden.

Handelt es sich jedoch um den schwereren Verlauf, die Legionärskrankheit, ist eine Therapie unumgänglich. Hier kommen Antibiotika zu Einsatz.

 

Woran erkenne ich einen Legionellenbefall?

Die Belastung des Leitungswassers mit Legionellen ist ohne einen Wassertest nicht erkennbar. Die Symptome wiederum ähneln denen einer Erkältung. Daher werden die Beschwerden oftmals erst zu spät mit der möglichen Bakterienbelastung des Wassers in Zusammenhang gebracht.

 

Wie kann man Legionellen vorbeugen?

Die Erreger vermehren sich in einem Temperaturbereich von etwa 25 bis 55°C. Ab einer Temperatur von etwa 60°C erfolgt keine Vermehrung mehr und die Legionellen sterben ab.

 

Legionellen bekämpfen und vorbeugen: Was hat es mit der Legionellen-Schaltung auf sich?

Moderne Warmwasseranlagen werden standardmäßig zur Risikoverringerung in entsprechenden zeitlichen Abständen, jedoch mindestens einmal täglich, auf eine entsprechend hohe Temperatur aufgeheizt. Diesen Vorgang nennt man „Legionellen-Schaltung“. Neben der regelmäßigen Legionellenprüfung wird die Legionellen-Schaltung empfohlen, um eventuell im Wasser befindliche Erreger abzutöten.

 Erfahren Sie mehr in unseren Artikeln zum Thema „Schutz vor Legionellen“ und „Legionellen im Leitungswasser bekämpfen“.

 

Wann ist eine Legionellenprüfung für Vermieter Pflicht?

Legionellentest auch für Privathaushalte

Legionellentest gibt Sicherheit

Das Gesetz sieht seit der Novellierung der Trinkwasserverordnung 2011 vor, dass auch Vermieter von Mehrfamilienhäusern die Warmwasseranlagen alle drei Jahre überprüfen lassen müssen. Ausgenommen hiervon sind Vermieter von Ein- und Zweifamilienhäusern.

Wird das Leitungswasser ausschließlich selbst genutzt und nicht Dritten zur Verfügung gestellt, herrscht keine Pflicht zur Untersuchung.

Mehr dazu erfahren Sie in unserem Artikel zum Thema Rechte und Pflichten für Mieter und Vermieter im Bezug auf Legionellenkontrollen.

 

Legionellenprüfung: Was ist ein technischer Maßnahmenwert?

Bei den technischen Maßnahmenwerten handelt es sich um Werte, bei deren Überschreitung Handlungsbedarf besteht. Zeigt eine Legionellenprüfung, dass das Erregervorkommen die Maßnahmenwerte überschreitet, sind entsprechende Schritte zur sogenannten Gefährdungsanalyse einzuleiten.

Dabei gelten folgende Werte:

  • Wird während einer Legionellenprüfung ein Legionellenkonzentration von weniger als 100 KbE (Kolonie bildende Einheiten) je 100 ml Wasser nachgewiesen, sind entsprechende Nachuntersuchungen im Abstand von einem beziehungsweise drei Jahren durchzuführen.
  • Ab einer Legionellenbelastung von 100 KbE je 100 ml Trinkwasser liegt eine mittlere Kontamination vor. Hier sind weitere Untersuchungen und eine mittelfristige Sanierung der Trinkwasserinstallation notwendig.
  • Liegt der Legionellenwert bei mehr als 1000 KbE je 100 ml Wasser, spricht man von einer hohen Kontamination. Hier ist eine Sanierung der Trinkwasserinstallation vorgesehen.
  • Eine sehr hohe Kontamination liegt vor, wenn der Erregerwert nach einer Legionellenprüfung bei mehr als 10.000 KbE liegt. Hier sind Sofortmaßnahmen in die Wege zu leiten.

Wird der Wert von 100 KbE je 100 ml Trinkwasser überschritten, ist zudem sofort das Gesundheitsamt zu informieren. Entsprechend der Belastungshöhe wird über die mögliche Einschränkung oder gar Sperrung der Anlage entschieden.

 

Kann ich als Mieter eine Legionellenprüfung von meinem Vermieter einfordern?

Viele Mieter fragen sich: Kann man vom Vermieter einen Legionellentest fordern?

Das Gesetz sieht vor, dass Mieter in einer Mietwohnung das Recht auf die Nutzung von Wasser haben, das den Anforderungen der Trinkwasserverordnung entspricht. Dementsprechend sind Vermieter und Eigentümer in der Pflicht, für die Unbedenklichkeit des Wassers zu sorgen, das den Mietern angeboten wird. Dementsprechend ist die regelmäßige Legionellenprüfung für Vermieter Pflicht, um sicherzustellen, dass die Qualität des Leitungswassers nicht gemindert ist.

 

Müssen Mieter über die Ergebnisse der Legionellenprüfung informiert werden?

Entsprechend §21 der Trinkwasserverordnung sind Vermieter, Eigentümer und Betreiber von Warmwasseranlagen verpflichtet, die Nutzer über die Untersuchungsergebnisse einer Legionellenprüfung zu informieren.

 

Gibt es rechtliche Konsequenzen bei einer versäumten Legionellenprüfung?

Wird gegen die Vorschriften der Trinkwasserverordnung verstoßen, sehen die Paragraphen 24 und 25 deutliche Sanktionen vor. Tritt daraufhin sogar ein Schadensfall ein, etwa bei einer Infektion der Bewohner, ist mit entsprechenden Haftungsansprüchen zu rechnen.

 

Kann ich eine Mietminderung bei Legionellenbefall oder dem Verdacht durchsetzen?

Generell gilt: Mieter sind grundsätzlich dazu berechtigt, die Miete zu mindern, sofern der Grenzwert von 100 KBE je 100 Milliliter Trinkwasser überschritten wird

In der Vergangenheit gab es zudem Fälle, in denen den Betroffenen Mietern Schmerzensgeld oder Schadensersatz zugesprochen wurden. Hierbei handelt es sich jedoch um Einzelfallentscheidungen.

Mehr dazu erfahren Sie in unserem Artikel zum Thema Mietminderung bei Legionellen

 

Kann ich auch als Mieter mein Wasser auf Legionellen testen lassen?

Selbstverständlich steht es Mietern frei, ihr Wasser jederzeit selbst untersuchen zu lassen. Hierzu bieten sich einfache Wasseranalysen an, die mit wenigen Handgriffen

durchgeführt, durch ein akkreditiertes Labor untersucht werden und schnelle und verlässliche Ergebnisse liefern.

Zeigt diese Legionellenprüfung entsprechende Überschreitungen der Grenzwerte, ist umgehend der Hauseigentümer zu informieren.

Erfahren Sie mehr dazu in unserem Artikel zum Thema Wasser auf Legionellen testen lassen.

 

 

Die IVARIO-Wassertests dienen der Eigenkontrolle. Sie bringen schnelle und verlässliche Sicherheit, haben jedoch vor Gericht sowie behördlich keinen Bestand, denn

die Probeentnahme erfolgt durch Sie persönlich, statt, wie in der Trinkwasserverordnung zur Legionellenprüfung vorgeschrieben, durch zertifiziertes Personal.

Haben Sie weitere Fragen zum Thema Legionellenprüfung beziehungsweise zur Entnahme der Probe durch zertifiziertes Personal (etwa als Vermieter oder Hauseigentümer), berät Sie Ihr IVARIO-Team sehr gerne persönlich via Telefon oder Email.

 Wasseranalysen auf Legionellen sowie beispielsweise auf Schwermetalle im Wasser sind im IVARIO-Shop erhältlich.

 

 Lesen Sie mehr zum Thema Legionellen, Schutz vor Legionellen  oder den Pflichten und Rechten von Vermietern und Mietern hier im Magazin!

 

Doch nicht nur Legionellen können unser Trinkwasser verunreinigen. Erfahren Sie mehr über die Gefahren durch Blei, Kupfer und weitere Schwermetalle sowie durch mikrobaktierielle Verunreinigungen, die im Leitungswasser lauern können – in unseren Magazinbeiträgen!

 

Sie haben noch Fragen zum Thema Legionellenprüfung? Dann freuen wir uns auf Ihre Nachricht!

12 Kommentare

  1. margareta
    • IVARIO-Alexandra
  2. Bernahrd
  3. Werner K
    • IVARIO-Alexandra
  4. Susanne Birgit Schneider
    • IVARIO-Alexandra
  5. Jörg
    • IVARIO-Alexandra
  6. Maya
    • IVARIO-Alexandra

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