Vorsicht, gefährlich: Belastung des Trinkwassers durch Totleitungen

Totleitungen im Haus - Brutstätte für Keime

Totleitungen oder auch Totstränge haben nicht oder nicht mehr am aktiven Wasserlauf des Leitungswassernetzes Teil. Häufig wurden sie während des Hausbaus verlegt, um zu einem späteren Zeitpunkt Armaturen, wie etwa Waschbecken, nachrüsten zu können. Auch der Rückbau eines Badezimmers oder einer Küche kann dazu führen, dass Totleitungen zurückbleiben. Da diese Totleitungen dann zwar noch an das hausinterne Leitungswassernetz angeschlossen sind, jedoch nicht mehr am Wasserkreislauf teilnehmen, sondern das Wasser über einen langen Zeitraum darin steht, stellen sie eine Gefahrenquelle für den Trinkwassernutzer dar.

Durch die Ruhezeiten des Wassers in den Totleitungen entstehen ideale Bedingungen für Schadstoffbelastungen. Dabei ist es sowohl möglich, dass Schwermetalle durch die lange Stagnation ins Wasser gelangen, als auch dass sich Bakterien und Keime in den Totleitungen vermehren. In der Folge können so dauerhaft Keime und Schadstoffe ins Leitungswasser gelangen.

 

Totleitungen beim Hausbau

Während eines Neu- oder Umbaus werden häufig Leitungen verlegt, die erst später oder nie genutzt werden

Totleitungen und Trinkwasser: Schwermetalle

In Totleitungen steht das Wasser über einen relativ langen Zeitraum. Ein ständiges Durchspülen ist hier nicht gewährleistet. Verbleibt Wasser längere Zeit in der Leitung, können Schadstoffe wie Blei, Kupfer oder Nickel in relativ hoher Konzentration ins Wasser gelangen. Da sich jedoch auch das Wasser in Totleitungen nach einiger Zeit nach und nach austauscht, gelangt dieses besonders belastete Wasser ins Leitungswassernetz und fließt schlussendlich aus dem Wasserhahn. Werden beispielsweise durch einen Wassertest zu hohe Bleiwerte gemessen, kann die Ursache demnach auch eine oder mehrere vergessene Totleitungen sein.

Erfahren Sie mehr zum Thema Schwermetalle im Leitungswasser beispielsweise in unserem Lesetipp zum Thema:

lesetip - ivarioLesetipp: Schwermetalle im Trinkwasser belasten unsere Gesundheit

 

Totleitungen im Trinwkassersystem

Das Trinkwassersystem sollte auf Totleitungen kontrolliert werden

Bakterien durch Totleitungen: Ideale Brutstätte für gefährliche Keime

Totleitungen und andere typische Teile des Trinkwassernetzes, die nicht regelmäßig genutzt werden, wie etwa Wasserhähne in Gästetoiletten, bieten ideale Bedingungen für mikrobiologische Verunreinigungen. Hier können sich dank des niedrigen Wasseraustausches Bakterien und Erreger festsetzen und vermehren.

Lesen Sie mehr zu den gefährlichen Keimen und Erregern, die unter anderem durch ungenutzte Leitungen ins Wasser geraten können in unserem Lesetipp:

lesetip - ivarioLesetipp: Die häufigsten Erreger im Leitungswasser

 

Wasser selbst testen und sicher gehen

Die Eigenkontrolle des Leitungswassers durch einen einfach durchführbaren Wassertest gibt hier Aufschluss darüber, ob das Wasser belastet ist. Sofern Belastungen nachgewiesen oder sogar gesundheitliche Beschwerden auffällig werden, sollten Totleitungen professionell versiegelt oder entfernt werden, um weitere Verkeimung des Wassers zu vermeiden. Häufig werden Probleme im Trinkwassersystem als Ursache gar nicht bedacht. So kommt es nicht selten vor, dass typische Durchfallerkrankungen, die beispielsweise auf E. Coli-Erreger zurückzuführen sein können, oder auch Lungenerkrankungen, die ihre Ursache in mit Legionellen belastetem Wasser haben, gar nicht mit diesen Verunreinigungen in Verbindung gebracht werden. Geraten Schwermetalle durch ungenutzte Leitungen ins Wasser, bedeutet auch das eine besondere Gefahr. In jedem Fall sind Babys und Kleinkinder sowie Schwangere oder immungeschwächte Personen besonders gefährdet, so dass eine Belastung des Trinkwassers, egal ob durch Totleitungen oder andere Ursachen, regelmäßig ausgeschlossen werden sollte. Einfache Wasseranalysen helfen dabei, hier Gewissheit zu erlangen. Denn auch wenn die Wasserversorger penibel kontrolliertes Wasser ausliefern, das in jedem Fall den Grenzwerten der Trinkwasserverordnung entspricht, sind Belastungen, die innerhalb des eigenen Trinkwassernetzes entstehen, nicht ausgeschlossen.

 

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