Rückenschmerzen – Kann Wasser helfen und wenn ja, wie?

Viele Menschen kennen Rückenschmerzen und wissen, wie sehr sie den Alltag einschränken können. Oftmals sind zu wenig Bewegung oder eine sitzende Beschäftigung der Auslöser für Rückenschmerzen, aber es gibt noch weitere Ursachen. Eine stark unterschätzte Ursache von Rückenschmerzen ist zum Beispiel auch Wassermangel. Sowohl die Bandscheiben als auch die Rückenmuskulatur müssen genug Wasser bekommen, um vernünftig funktionieren zu können.

Die Bandscheibe braucht Wasser

Der Körper verliert durch natürliche Prozesse wie Atmen, Schwitzen oder den Toilettengang ständig Wasser. Daher ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr unerlässlich, damit alle Körperfunktionen ausgeführt werden können. Allerdings trinken die meisten Menschen viel zu wenig, wodurch der Körper austrocknet, was auch Dehydratation genannt wird. Er versucht dann, das Wasser im Körper besser zu verteilen. Lebenswichtige Organe  — vor allem das Gehirn — müssen nämlich ausreichend mit Flüssigkeit versorgt werden. Um dies zu gewährleisten, wird anderen, weniger wichtigen Organen Wasser entzogen. Dazu gehören unter anderem auch die Bandscheiben.

Die Bandscheiben liegen zwischen den Wirbelkörpern unsere Wirbelsäule. Sie dämpfen Stöße ab und sorgen ebenfalls für die Beweglichkeit des Körpers. Dabei bestehen sie aus einem derben Gewebsring und einem gallertartigen Kern. Dieser besteht zu 80-85 % aus Wasser und ist verformbar, weshalb die Bandscheiben als Stoßdämpfer der Wirbelsäule fungieren. Außerdem sorgen die Bandscheiben dafür, dass zwei benachbarte Wirbel einen ausreichenden Puffer zueinander haben. Das ist wichtig, damit die empfindlichen Nerven, die zwischen ihnen austreten, nicht eingeengt werden.

Wie Rückenschmerzen durch Wassermangel entstehen können

Im Laufe des Tages verlieren die Bandscheiben immer mehr Wasser, weil unser Körpergewicht es aus ihnen herauspresst. Bei einer Dehydratation sinkt der Wassergehalt der Bandscheibe zusätzlich. Zwei Prozesse können dadurch Rückenschmerz auslösen: Erstens kann die Bandscheibe Stöße nicht mehr so gut dämpfen, was zu Verschleißerscheinungen führen kann, die letztlich Rückenschmerz auslösen können. Zweitens verlieren die Bandscheiben durch Wassermangel an Höhe. Die Wirbel rücken dadurch näher zusammen und es kann zur Reizung der Nervenfasern kommen, was zu einem einschießenden Rückenschmerz führen kann.

In der Nacht regenerieren sich die Bandscheiben: Liegt der Körper waagerecht, lastet weniger Gewicht auf ihnen und Wasser aus dem umgebenden Gewebe kann wieder in sie hineinströmen. Die wichtigste Voraussetzung dafür ist allerdings, dass der Körper genug Wasser zur Verfügung hat, um den Verlust auszugleichen. Es ist also besonders wichtig, immer ausreichend Wasser zu trinken, damit die Bandscheiben ihre Funktionen ausüben können. So kann man Symptome lindern oder sogar vorbeugen.

Dehydrierte Muskeln verhärten sich und lösen Rückenschmerz aus

Nicht nur den Bandscheiben wird bei einer Dehydratation des Körpers Wasser entzogen, sondern auch den Muskeln. Im Rücken gibt es jede Menge Muskeln, die die Wirbelsäule stabilisieren und sehr wichtig für eine gesunde Körperhaltung sind. Wenn die Muskeln nicht genügend Wasser bekommen, können sie nicht richtig funktionieren und verhärten sich. Diese Verhärtung entlang des Rückens kann wiederum Rückenschmerzen auslösen. Wasser zu trinken gegen Rückenschmerzen, kann daher auch bei muskulären Ursachen Linderung verschaffen.

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