Trinkwasser in Emsdetten: Bürger in Sorge

Trinkwasser in Emsdetten gefährdet

Die Massentierhaltung und nicht zuletzt das Düngen der Felder mit Gülle wird zum Problem für die Qualität des Trinkwasser in Emsdetten. Diese Ansicht teilen Experten schon länger. In Emsdetten im Kreis Steinfurt stehen sich nun Stadtwerkebetreiber und Landwirte mit sehr unterschiedlichen Ansichten zu diesem Thema gegenüber.

Noch sind die Nitratwerte im Trinkwasser in Emsdetten und Umland, das durch die Stadtwerke Emsdetten an etwa 70 000 Verbraucher geliefert wird, nicht im bedenklichen Bereich. Doch in Emsdetten machen sich die Betreiber Sorgen, ob die geltenden Grenzwerte der Trinkwasserverordnung noch lange eingehalten werden können. Grund für die Verschlechterung der Wasserqualität in Emsdetten und den umliegenden Gemeinden sei insbesondere die ausfuhr von Gülle auf den Feldern.

Trinkwasser in Emsdetten: Grund für hohen Durchschnitts-Nitratwert gesucht

Die Vertreter des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes (WLV) sehen das ganz anders. Während einer Diskussionsrunde wird von Seiten des Kreisvorsitzenden klargestellt, dass der hohe Nitratwert insbesondere auf die „Messstellenproblematik“ im Kreis zurückzuführen sei. Die Landwirte im Kreis arbeiten „wassersensibel“ und außerdem würden die Grundwasserkörper schließlich erst nach mehreren Jahrzehnten Vorlaufzeit reagieren. Demnach sei die sogenannte Wasserkooperation zwischen Wasserwerken und Landwirten der „richtige Weg“. Doch auch dieser Weg zählt zu den Streitthemen in Sachen Trinkwasser. Laut Vertreter des BUND sei die Massentierhaltung und ihre Folgen ganz klar eine Hauptursache für den steigenden Nitratwert im Grundwasser in Emsdetten und Umland.

Doch gleichzeitig stehen auch die Klärwerke und Wasserversorger im Kreuzfeuer: Auch hier soll durch die Kläranlagen Nitrat in den Boden eingebracht werden.

Mehr als zwei Stunden dauerte die zum Teil hitzige Diskussion um das Trinkwasser in Emsdetten, die sowohl auf dem Rücken der Bauern als auch der Wasserwerke und nicht zuletzt der Politik ausgetragen wurde. Am Ende steht, was am Anfang stand: die Einigung auf Kooperation von Wasserwerken und Landwirten, die Massentierhaltung im Kreuzfeuer und eine Lösung für den stetig steigenden Nitratwert im Trinkwasser in Emsdetten in weiter Ferne.

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