Aus Liebe zur Umwelt: Leitungswasser statt Wasser aus Plastikflaschen

Wasser aus Plastikflaschen - das spricht dagegen

 

Wasser aus Plastikflaschen anstatt einfach den Hahn aufzudrehen? Kisten und Sixpacks schleppen, statt das Wasser zu nutzen, das bis in die eigenen vier Wände geliefert wird? Pfandflaschen zurück in den Laden bringen und nicht zuletzt dadurch deutlich mehr finanziellen Aufwand betreiben? Warum eigentlich so umständlich, wo doch hochwertiges Wasser aus unseren Leitungen fließt?

Neben all diesen Aspekten, stellt sich jedoch vor allem eine Frage: Was bedeutet das Wasser aus Plastikflaschen für Natur und Umwelt?

Beim ständig wachsenden Umweltbewusstsein der Deutschen sind nicht zuletzt die enormen Folgen der Verschmutzung der Natur durch Plastikmüll ein Thema. Hinzu kommt der steigende Anteil an Mikroplastik in Flüssen und Weltmeeren. Trotzdem wählen wir statt dem Leitungswasser gnadenlos das Wasser aus Plastikflaschen, statt einfach den Hahn aufzudrehen. Warum ist das so?

 

Wasser aus Plastikflaschen – eine Katastrophe für die Umwelt

Ausreichend Flüssigkeit aufzunehmen, im Idealfall durch das Trinken von Wasser, ist essenziell, um gesund zu bleiben. Wasser ist dabei von allen auf dem Markt befindlichen Getränken die gesündeste Alternative und noch dazu kalorienarm. Der Griff zum Wasserglas ist also unbestritten eine Investition in das eigene Wohlbefinden. Von Experten empfohlen trinken wir daher im Idealfall mehrere Liter Wasser am Tag. Doch welches Wasser ist gesünder: Das Wasser aus Plastikflaschen, aus Glasflaschen oder doch das Leitungswasser? Ohne viel darüber nachzudenken gehen wir Umfragen zufolge davon aus, dass das teure Flaschenwasser höherer Qualität entsprechen muss. Dabei handelt es sich jedoch um einen Trugschluss, wie wir in unserem Artikel zum großen Trinkwassertest von ZDF-Zeit sowie zur umfassenden Studie der Stiftung Warentest von 2015 weiter ausführen.

Dass das Flaschenwasser die gesündere Alternative sein soll, ist demnach nicht automatisch ein schlagendes Argument.

Wasser aus Plastikflaschen

Unwirtschaftlich: Nur zwei von zehn Flaschen werden recycelt

Ein ganz anderer Aspekt sollte uns jedoch deutlich mehr zum Nachdenken anregen, insbesondere in Zeiten hitziger Diskussionen um den Umweltschutz und die Ökobilanz: Wasser aus Plastikflaschen schadet der Natur in erheblichem Maße!

Wasser aus Plastikflaschen ist für viele die günstige Alternative zur Glasflasche. Doch tatsächlich leidet hier im direkten Vergleich zum Leitungswasser nicht nur das Portmonee, sondern auch die Natur. Der Verbrauch von Wasser aus Plastikflaschen boomt: Fast 90 Milliarden Liter Wasser werden Jahr für Jahr in Plastikflaschen abgefüllt. Doch nur etwa 20 Prozent dieser Flaschen werden schlussendlich recycelt und somit weiterverwertet. Dabei geht der Trend immer weiter zum Wasser aus Plastikflaschen: Mehr als 50 Prozent der in Deutschland erhältlichen Mineralwässer werden mittlerweile in PET-Flaschen abgefüllt.

Wasser aus Plastikflaschen

Kunststoff schädigt die Umwelt über einen enorm langen Zeitraum

Plastik zersetzt sich nicht oder nur enorm langsam, wenn es in die Natur gelangt. Unzählige Berichte, Studien und Erhebungen machen uns klar, dass die Umweltverschmutzung durch Kunststoffe extreme Züge annimmt. Dabei sind diese Kunststoffe verschiedenen Ursprungs – unter anderem von falsch entsorgten Plastikflaschen. Mehr zum Thema erfahren Sie beispielsweise auf der Seite von Greenpeace.

Daher scheint die Wiederverwertung der PET-Flaschen, in denen beispielsweise Getränke verkauft werden, eine hervorragende Idee zu sein, denn diese sollen recycelt werden, statt in die Natur zu gelangen. Doch tatsächlich landen zwei von zehn Plastikflaschen nicht im Wiederverwertungskreislauf.

 

Wasser aus Plastikflaschen – die Natur leidet

Denn Wasser aus Plastikflaschen oder auch aus Glasflaschen bedeutet nicht nur eine Belastung der Umwelt durch nicht recycelte Materialien. Schon das Abfüllen und der Transport von Wasser in Plastikflaschen oder Glasflaschen beeinflusst die Natur deutlich mehr als die Gewinnung, Aufbereitung und Verteilung des Trinkwassers aus der Leitung. Letzteres muss in aller Regel dank regionaler Gewinnung keine weiten Strecken zurücklegen. Zusätzlich kann dank eines umfassenden Leitungswassernetzes auf das Abfüllen in Flaschen verzichtet werden. Wasser aus Plastikflaschen dagegen legt teilweise enorme Strecken, häufig sogar aus dem weit entfernten Ausland, zurück, bevor es in unseren Läden zum Verkauf bereit steht.

 

Warum also kaufen wir das Wasser aus Plastikflaschen?

Weder der Preis, noch die Qualität oder der Blick auf die Umwelt sprechen für Wasser aus Plastikflaschen. Dennoch wird es gekauft – und zwar in rauen Mengen.

Leitungswasser ist eine kostengünstige und nicht minder gesunde Alternative zum Wasser aus Plastikflaschen. Durch die Wasserversorger wird sichergestellt, dass ausnahmslos unbedenkliches Wasser in die Haushalte ausgeliefert wird. Dazu werden engmaschige Kontrollen des Wassers durchgeführt und gegebenenfalls entsprechende Aufbereitungsschritte durchgeführt, so dass das Wasser den Vorgaben und strengen Grenzwerten der Trinkwasserverordnung entspricht.

Einzig die Wasserinstallationen im Haus können eine Gefahr für den Verbraucher darstellen, denn hier können Verunreinigungen durch Schwermetalle wie Blei oder Kupfer sowie durch Bakterien und Keime auftreten. Ab der Übergabestelle, die meist die Wasseruhr darstellt, haftet der Hauseigentümer für die Unbedenklichkeit des Wassers.

Diese Belastungen können anhand einer einfach durchführbaren Trinkwasseranalyse festgestellt und eventuelle Schwachstellen beseitigt werden.

Welche Gefahren unter Umständen im eigenen Leitungswassersystem lauern und welche gesundheitlichen Auswirkungen durch diese auftreten können erfahren Sie beispielsweise in unseren Artikeln „Blei im Trinkwasser, „Schwermetalle im Trinkwasser – Blei, Nickel und Kupfer“ oder „Bakterien und Keime im Trinkwasser – das sind die häufigsten Erreger“ .

Experten raten daher zu einer Wasseranalyse für Privathaushalte. Sind Belastungen des eigenen Wassers auch dann noch ausgeschlossen, wenn es die hausinternen Leitungen passiert hat und schlussendlich aus dem Hahn fließt, steht es dem Wasser aus Plastikflaschen ganz klar in nichts nach und punktet nicht zuletzt aus finanzieller Sicht und ebenso mit Blick auf den Umweltschutz.

 

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