Gefährliche Wasserrohre aus Blei – ein längst noch nicht abgeschlossenes Thema!

Wasserrohre aus Blei sind noch immer ein Thema

Wasserrohre aus Blei sollten schon lange der Vergangenheit angehören. Denn nach einer Übergangsfrist von zehn Jahren dürfen seit Ende des Jahres 2013 keine Wasserrohre aus Blei mehr in der Trinkwasserversorgung zu finden sein – so will es der Gesetzgeber. Verbraucher gehen daher zu Recht davon aus, dass ihr Trinkwasser längst nicht mehr durch Wasserrohre aus Blei fließt, um in die Haushalte zu gelangen. Nun stellt sich jedoch heraus, dass dem nicht unbedingt so ist, wie aktuell ein Fall in Potsdam zeigt.

 

Streitfrage oder vollkommen unnötige Diskussion? Wasserrohre aus Blei müssten längst saniert sein!

Dem örtlichen Wasserversorger zufolge sind hier keinerlei Versäumnisse nachzuweisen. Und doch fließt das Trinkwasser durch die verbotenen Wasserrohre aus Blei. Es könnte so die Gesundheit der Verbraucher gefährden. Der Hintergrund:

Der Wasserversorger will nach eigenen Angaben sämtliche Wasserrohre aus Blei durch adäquate und ungefährliche Leitungen ersetzt haben. Das gilt jedoch nicht für die Hausanschlüsse. Hier sieht der Wasserversorger die Grundstückseigentümer in der Verantwortung. Der Austausch der alten Hausanschlüsse hätte demnach von den Grundstückseigentümern beantragt werden müssen. Hier tut sich nun jedoch ein Streitthema auf, denn:

Grundstückseigentümer sollen hier laut Wasserversorger in der Verantwortun stehen. Diese hätten die Sanierung der Hausanschlüsse beantragen müssen. Zugleich jedoch ist der städtische Wasserversorger gemäß seiner eigenen Wasserverordnung sowohl zuständig für die Herstellung und Unterhaltung sowie die Erneuerung, Änderung, Abtrennung und Beseitigung der Anschlüsse. Zudem fällt die technische Ausführung in die Zuständigkeit des Wasserversorgers.

 

Wasserrohre aus Blei im Hausanschluss: Noch immer fast 300 Haushalte betroffen

Trotzdem sind bis dato Wasserrohre aus Blei in Potsdam zu finden: 280 der insgesamt 23.000 Hausanschlüsse in Potsdam sind bis heute nicht erneuert worden. Zuständig war im Detail eine Tochterfirma der Stadtwerke. Diese muss sich nun einer Anzeige erwehren, die von einer Babelsberger Familie wegen Körperverletzung gestellt wurde. Ausschlaggebend für diese strafrechtliche Verfolgung ist unter anderem die Tatsache, dass die Familie nach eigenen Angaben nicht einmal darüber informiert wurde, dass nach wie vor Wasserrohre aus Blei im Hausanschluss verbaut sind. Dass diese Information versäumt wurde, streitet die zuständige Firma ab. Serienbriefe sollen mehrmals über die verbauten Wasserrohre aus Blei informiert haben. Trotzdem erhalten nach wie vor viele Haushalte Trinkwasser, das durch Bleirohre fließt. Diese erhoffen sich eine baldige Reaktion der Zuständigen und Verantwortlichen, so dass auch sie ihr Trinkwasser sorgenlos aus dem Hahn zapfen können.

Dass die Sanierung des öffentlichen Trinkwassernetzes derart versäumt wurde, ist glücklicherweise selten. Hier handelt es sich um Einzelfälle, in denen die Verbraucher jedoch zumeist lange Zeit gar nicht wissen, dass sie mit Blei belastetes Wasser konsumieren. Die örtlichen Wasserversorger sind in der Informationspflicht. Es lohnt sich also gegebenenfalls nachzufragen, ob tatsächlich sämtliche Wasserrohre aus Blei aus dem öffentlichen Versorgungsnetz entfernt wurden – bis hin zum Hausanschluss.

 

Verantwortung der Wasserversorger endet an der Wasseruhr

Ab dem Übergabepunkt des Wassers an die Haushalte, also in aller Regel ab der Wasseruhr, sind Hauseigentümer jedoch selbst in der Verantwortung, für die Wasserqualität, die der Trinkwasserverordnung entsprechen muss, zu sorgen. Sind noch Bleirohre verbaut, ist auch hier die Sanierung unumgänglich. Dies gilt besonders dann, wenn Dritten das Wasser zur Verfügung gestellt wird.

Blei und andere mögliche Gefahrenquellen beeinträchtigen die Gesundheit des Konsumenten stark. Sind noch Wasserrohre aus Blei im Haus verbaut, ist es annähernd unmöglich, die geltenden Grenzwerte für Blei im Trinkwasser einzuhalten. Die Wartung und Sanierung der Wasserleitungen ist daher unumgänglich. Nur so ist die Gefahr durch Schwermetalle, aber auch Bakterien und Keime, zu bannen.

 

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Näheres zur Gefahr durch Schwermetalle oder Bakterien im Wasser haben wir zudem unter anderem im Artikel „Warum Trinkwasseranalyse selbst durchführen?“ zusammengefasst.

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