Aktuell im WDR – Nitrat im Brunnenwasser

Nitrat im Brunnenwasser - WDR

Nitrat im Brunnenwasser – ein Problem, das präsenter ist, als man denkt. Daher greift nun auch der WDR das Thema Nitrat im Brunnenwasser auf. Eine Familie aus Bocholt, die nicht an das öffentliche Wassernetz angeschlossen ist und daher über einen eigenen Brunnen verfügt, schildert, was viele andere Familien ebenfalls erleben: Leitungswasser, das nicht als Trinkwasser verwendet werden kann. Der Grund: Nitrat im Brunnenwasser.
 
 
TV-Tip im WDR:

Der WDR hat eine Sendung zum Thema vorbereitet. Unser TV-Tipp für interessierte in Sachen Nitrat im Brunnenwasser lautet daher:
Sendung „Westblick“ am 24. November 2015 um 17.05 Uhr auf WDR 5

 

Nitrat im Brunnenwasser – Ungenießbares Leitungswasser

Dass das Thema Nitrat im Brunnenwasser nach wie vor ein Problem darstellt, zeigt etwa das Beispiel einer Familie, die der WDR zum Thema befragte. Dreht die Familie den Wasserhahn auf, aus dem unter normalen Umständen Trinkwasser fließen sollte, so weiß sie, dass dieses Wasser lediglich zum Duschen oder Putzen verwendet werden kann. Denn das Wasser ist ungenießbar. Der Grund: Nitrat im Brunnenwasser. Die Familie wohnt in ländlicher Gegend und ist, wie viele andere Haushalte, nicht an das öffentliche Wassernetz angeschlossen.

Schon seit drei Jahrzehnten ahnte die Familie, die im Nebenerwerb Landwirtschaft betreibt, dass ihr Brunnenwasser wahrscheinlich nicht gesund ist. Doch erst in den 1980er Jahren stellte sich während einer Routineuntersuchung des Brunnenwassers heraus, dass Nitrat im Brunnenwasser nachweisbar war – und zwar in doppelt so hoher Konzentration, als gemäß der Trinkwasserverordnung zulässig wäre.

 

Weniger Gülle brachte Erfolg – aber nur kurzfristig

Die Schlussfolgerung, das Nitrat im Brunnenwasser könnte aufgrund der Düngung der umliegenden Felder derart in die Höhe schießen, lag für die Familie nahe. Daher erklärten sie vier Hektar des eigenen Landes zum Wassergewinnungsgebiet, das fortan nicht mehr mit Gülle gedüngt wurde.

Dieser Plan ging schon bald auf: Die Werte von Nitrat im Brunnenwasser lagen nach etwa zehn Jahren unterhalb der Grenzwerte. Doch die Moderne brachte diese Strategie schlussendlich wieder zum Scheitern:

Einige Zeit später beschlossen die umliegenden Bauern, um die Geruchsbelästigung der Anwohner so gering wie möglich zu halten, fortan zeitgemäße Gülle-Dünganlagen zu nutzen. Durch dieses neue Verfahren wurde nun mehr Gülle tiefer unter die obersten Erdschichten gebracht, wodurch schlussendlich die Werte für Nitrat im Brunnenwasser wieder in die Höhe schossen. Nun war das Brunnenwasser in einem definitiv nicht mehr trinkbaren Zustand, woran sich bis heute nichts geändert hat.

 

Auf den ersten Blick klar und frisch und doch ungenießbar

Nitrat im Brunnenwasser gleicht einem „unsichtbaren Feind“. Man kann es weder schmecken noch sehen oder riechen und dennoch ist es da und kann enorme gesundheitliche Probleme verursachen. Die Familie nutzt daher seit Jahren in Ermangelung einer Alternative ausschließlich Wasser aus dem Supermarkt zum Trinken oder Kochen.

Um einen Einzelfall handelt es sich bei der Familie nicht. Allein im Kreis Borken, aus dem die Familie kommt, sind rund 40 Prozent der Grundwasserkörper in einem „schlechten chemischen Zustand“.

 

Gülle als Hauptproblem

Die Hauptursache für Nitrat im Brunnenwasser im Kreis Borken: Massentierhaltung und Biogasanlagen. Nirgendwo in Nordrhein-Westfalen leben derart viele Scheine und Kühe – Tendenz steigend. Die resultierende Gülle wird auf Felder aufgetragen, wodurch das Nitrat ins Grund- und somit auch ins Brunnenwasser gelangt.

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