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Chrom im Trinkwasser

Was ist Chrom?

Chrom ist ein Übergangsmetall und kommt in der Natur meist gebunden in Mineralien vor. Hauptsächlich handelt es sich um Chromit (Chromeisenstein) mit einem Chromanteil von 46%. Dessen Abbau erfolgt in geringer Tiefe im Tagebau. Seltener sind Ferchromid und Grimaldiit. Insgesamt sind circa 100 chromhaltige Mineralien bekannt.
Das Metall ist sehr verschleißfest und hart. Diese Eigenschaft nutzt die Industrie unter anderem in der Galvanotechnik, bei der metallische Werkstoffe eine langlebige, korrosionsschützende Hart– und Glanzverchromung erhalten.
Die verschiedenen Farbpigmente der Chromverbindungen werden nicht nur in der Farbindustrie eingesetzt. Färben, Beizen, Bleichen und Imprägnieren sind einige Anwendungsmöglichkeiten in der Leder-, Textil- und Teppichfabrikation, Glas- und Keramikproduktion und bei der Herstellung von Feuerwerkskörpern und Zündhölzern. Die wohl schönste Verwendung fand Chromgelb in Vincent van Goghs Sonnenblumenbildern. Chromoxidgrün wird zum Einfärben von Flaschenglas verwendet.
Besonders die stabilen, sechswertigen Verbindungen, Chrom(VI), sind aus technischer Sicht - neben Chrom(III) - interessant. Sechswertiges Chrom besitzt eine signifikante Schädlichkeit – es ist hochgradig toxisch. 

Wie gelangt Chrom ins Trinkwasser?

Viele Chromverbindungen sind nur schwer oder gar nicht in Wasser löslich. Aus den Gesteinsschichten kann Chromit heraus gewaschen werden und in das Grundwasser gelangen. Der Gehalt in Oberflächengewässern liegt bei circa 1 bis 10 Mikrogramm pro Liter, im Trinkwasser durchschnittlich bei 1,2 Mikrogramm – er ist also natürlicherweise sehr gering.
Aus Industrieabwässern der Metallverarbeitung gelangt dreiwertiges Chrom in die Umwelt. Wesentlich problematischer ist die Verschmutzung allerdings durch sechswertiges Chrom aus der Lederverarbeitung, wo es zum Gerben und Färben benutzt wird. Eine weitere Quelle der Verunreinigung ist illegal entsorgter Hausmüll. Von ungenügend gesicherten Deponien und über Emission der Müllverbrennungsanlagen kann der Giftstoff ebenfalls in den Wasserkreislauf eingehen.

Wie wirkt Chrom auf den menschlichen Körper?

Aufgrund der niedrigen Konzentration im Trinkwasser sind gesundheitliche Schäden über die Nahrungsaufnahme nicht zu erwarten. Der Schätzwert zum Tagesbedarf eines Erwachsenen liegt nach der Deutschen Gesellschaft für Ernährung bei 30-100µg. Die Expertenmeinungen gehen dabei weit auseinander; andere präferieren bis zu 300µg. Chromreiche Lebensmittel sind: Vollkornprodukte, Käse, Fleisch, Leber, Nüsse, Pflaumen, Zuckerrübensirup und die Hefe im Bier! Über die Wirkung organischen Chroms als ein lebenswichtiges Spurenelement für beispielsweise den Kohlenhydrat- und Fettstoffwechsel gibt es aktuell keine endgültige und einheitliche Meinung. 2014 wurde das Element von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit aus der Liste der essentiellen Mineralien gestrichen, denn ein nutzbringender Einfluss konnte nicht nachgewiesen und Mangelerscheinungen nicht festgestellt werden.
Aufhorchen ließ im Sommer 2017 eine Meldung über Chrom im Mineralwasser. Die Stiftung Warentest hatte 30 verschiedene Medium-Mineralwässer untersucht und neben mehrfachem Kunststoffgeschmack auch schädliche Chromwerte im gerade noch akzeptablen Bereich gefunden.
Anders als das ungefährliche dreiwertige Chrom(III) ist das sechswertige mutagen und krebserregend. Zahlreiche Studien an Beschäftigten chromverarbeitender Industriebetriebe bestätigten die Lungenkrebsgefahr durch chromathaltige Stäube. Die Aufnahme geschieht hauptsächlich über die Atemwege, aber auch über die Haut oder oral. Die Gesundheitsschäden sind vielfältig. Die Palette reicht von Atemwegsreizung, Kontaktekzem, Durchfall, Bronchitis, Gastritis bis zu Chromatlungenkrebs und Chromatgeschwüren. Die Einnahme von 1-2g gilt als tödliche Dosis.
Die maximale Arbeitsplatzkonzentration der Atemluft (MAK) sollte 0,1 Milligramm pro Kubikmeter laut TRK-Wert (Technische Richtkonzentration) nicht überschreiten. 
Anfang 2015 beschloss die EU, dass der Chrom(VI)-Gehalt in Ledererzeugnissen, die Hautkontakt haben, maximal 3mg/kg betragen darf.

Trinkwasser durch Chrom belastet: Was tun?

Der Grenzwert der deutschen Trinkwasserverordnung und der WHO (Weltgesundheitsorganisation) 2006 für den Parameter Chrom liegt einheitlich bei 50µg/l Gesamtchrom, das heißt für Chrom(III) und (VI). Das Umweltbundesamt (UBA) führte von 2015-2017 ein Studie zum Thema „Chrom im Rohwasser – Aufbereitung von mit Chrom belastetem Rohwasser für die öffentliche Trinkwasserversorgung“  gemeinsam mit dem Bundesministerium für Gesundheit durch. Darin ging es um das Verhältnis von Grenzwert und Krebserkrankungen.

Die giftigen, sechswertigen Chromverbindungen sind in die Wassergefährdungsklasse 3 (WGK3) eingestuft und gelten damit als stark wassergefährdend. Die Deutsche Vereinigung  für  Wasserwirtschaft,  Abwasser  und  Abfall ( ATV-DVWK) fixiert in ihrem Arbeitsblatt A115 über das „Einleiten von Abwasser in eine öffentliche Abwasseranlage“ einen Höchstwert von 0,5mg/l für Chrom(VI) und 3mg/l für Gesamtchrom. 
Die Trinkwasserversorger behandeln verunreinigtes Abwasser erfolgreich mit den chemischen Verfahren des Ionenaustauschs, der Oxidation, Fällung und Belüftung.

Chromgehalt testen lassen

Vermutlich ist kein Trinkwasser, das die regionalen Wasserwerke gemäß der TrinkwV 2001 aufbereiten, mit Chrom belastet. Für Betreiber von privaten Brunnenanlagen, besonders wenn sie sich in der Nähe industrieller Gewerbebetriebe befinden, stellt sich jedoch die Frage nach möglichen Schadstoffbelastungen des Brunnenwassers. Gerade hier wird empfohlen, Chromgehalte regelmäßig zu kontrollieren.
Mit einem Wassertest lässt sich exakt aufzeigen, welche Substanzen (z. Bsp. Blei, Nitrat, Nitrit, Eisen, Arsen, Phosphat, Keime) und in welcher Konzentration im Leitungswassers vorhanden sind.
Die Probenahme vom eigenen Wasserhahn wird in einem anerkannten Labor analysiert und für Sie anschaulich dargestellt.