Wasserverschmutzung durch die Industrie

Fast alle Industriezweige weisen einen hohen bis sehr hohen Wasserbedarf auf. Zudem steigt die Zahl der Industrieanlagen vornehmlich in Schwellenländern, wie beispielsweise Indien oder China, kontinuierlich an, weshalb auch die Wasserverschmutzung zunimmt. Momentan macht die Industrie rund fünf Prozent des weltweiten Wasserverbrauchs aus – Tendenz steigend. Vor allem Zweige wie die Textilindustrie wachsen stetig und belasten die Umwelt teilweise stark.

Wie kommt die Wasserverschmutzung durch die Industrie zustande?

Die Industrie benötigt Unmengen an Wasser während vieler Produktionsprozesse. Hauptsächlich wird es zum Kühlen und zur Reinigung der Anlagen sowie als Lösungsmittel eingesetzt. Bei der Produktion vieler Firmen fallen deshalb Abwässer an, die mitunter giftige oder schädliche Substanzen enthalten können. Diese Abwässer werden optimalerweise mittels Kläranlagen so lange aufbereitet, bis sie dem Wasserkreislauf wieder zugeführt werden können. Dies ist in der deutschen Industrie der Fall – schließlich liegt der bundesweite Wasserverbrauch hier sogar bei über 20 Prozent.

In vielen Teilen der Welt, zum Beispiel in Asien oder Südamerika, gelten allerdings nur sehr schwache Umweltschutzauflagen. Deshalb kommt es vor, dass das verschmutzte Wasser von der Industrie ungeklärt in Flüsse, Seen oder Meere geleitet wird. Doch selbst wenn das Wasser geklärt wurde, reicht die Kapazität der dortigen Kläranlagen häufig nicht aus, um sauberes Trinkwasser zu erhalten. Eine weitere, oft unterschätze Möglichkeit, wie es zur Wasserverschmutzung durch die Industrie kommen kann, ist die Luftverschmutzung der Industrieabgase. Werden auch diese ungefiltert in die Luft ausgestoßen, regnen sich schädliche Chemikalien im sogenannten „sauren Regen“ ab und gelangen auf diesem Wege in die Gewässer.

Welche Schäden kann verschmutztes Wasser in der Natur anrichten?

Industrielle Abwässer können viele unterschiedliche Stoffe bergen. Häufig liegt ein Mix an giftigen Chemikalien, beispielsweise aus Chlorbenzol und verschiedenen Schwermetallen, vor. Diese Gefahrstoffe sind nur schwer biologisch abbaubar und reichern sich deshalb in Gewässersedimenten an. Die Folge: In verschmutzten Flüssen können beispielsweise keine Fische mehr überleben, da das Wasser teilweise zu stark belastet ist. Durch „sauren Regen“ können Stickstoffoxide den Boden und Gewässer ansäuern.

Von der Industrie verschmutztes Wasser und die Gesundheitsfolgen

Am Beispiel von Chlorbenzol lässt sich sehr gut festmachen, dass giftige Stoffe über das Trinkwasser vom menschlichen Organismus aufgenommen werden können. Naturschutzorganisationen wie Greenpeace weisen darauf hin, dass der Gefahrstoff immer häufiger im Essen als auch Organismen nachgewiesen wird. Chlorbenzol lagert sich dabei in unserem Körper im Fettgewebe und der Leber an, sofern es, entweder direkt durch verunreinigtes Trinkwasser oder indirekt über Fleisch von Tieren, die verunreinigtes Trinkwasser zu sich genommen haben, konsumiert wird. Mit einem Wassertest können Sie die Qualität Ihres Leitungswasser überprüfen lassen. Besonders dramatisch ist die Lage in Gegenden mit sehr stark verschmutzten Gewässern wie zum Beispiel in Teilen Chinas. Dort sind die Bewohner ganzer Dörfer durch verunreinigtes Trinkwasser an Krebs erkrankt und deshalb frühzeitig gestorben. Durch moderne Techniken der Abwasserreinigung und strengere Umweltschutzmaßnahmen, vor allem in Schwellenländern, muss daher in der Zukunft die industrielle Wasserverschmutzung weiter eingedämmt werden.

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Durch betätigen des "Kommentar posten" - Buttons, willigen Sie in unsere » Datenschutzbestimmungen ein.