Hormone im Wasser – Nutzer sind beunruhigt

Hormone im Wasser - Gefahr für Nutzer?

 

Hormone im Wasser: Dieses Thema hält sich seit mehreren Jahren hartnäckig in den Medien und schürt immer wieder die Besorgnis der Menschen. Medikamente und Hormone im Wasser halten Klärwerke und Wasserversorger zudem auf Trab, denn die Messwerte geben durchaus Grund zur Sorge.

Hormone im Wasser: unfreiwillige Hormonbehandlung männlicher Fische

Medikamente wie Antibiotika oder Röntgenkontrastmittel sind ein großes Problem für die Wasserqualität. Eine Erhebung ergab, dass allein gesetzlich versicherte Patienten im Schnitt rund ein Gramm medizinischer Wirkstoffe zu sich nehmen – plus nicht verschreibungspflichtige Medikamente und ganz abgesehen von der Zahl privat versicherter. Rückstände dieser Wirkstoffe gelangen durch den Urin ins Abwasser, können nicht zu einhundert Prozent herausgefiltert werden und finden sich schlussendlich in Flüssen und Seen wieder. Zu diesen Medikamenten zählen auch Hormonpräparate wie etwa die Anti-Baby-Pille.
Diese Hormone im Wasser bereiten Experten Sorgen. Schon winzige Spuren der Hormone im Wasser können die Fortpflanzung im Tierreich negativ beeinflussen. Und schon seit einiger Zeit schlagen Angler und Naturexperten Alarm: Eine Verweiblichung der heimischen Fischarten ist auffällig, die mit den Hormonrückständen im Flusswasser in Zusammenhang gebracht wird. Diese Vermutung wurde mittlerweile auch wissenschaftlich belegt. Ebenso die Entwicklung von Fröschen und Kröten schürt das ungute Gefühl: Der Unkenruf der männlichen Exemplare in stärker belastetem Wasser hat sich deutlich verändert.

Hormone im Wasser: Gefahr für den Menschen?

Für Fische und andere Wasserbewohner sind Hormone im Wasser also ein klares Problem. Denn die Klärwerke sind nicht im Stande, diese Stoffe restlos herauszufiltern. Der Aufwand, den eine Aufrüstung der Klärwerke bedeuten würde, wäre enorm. Welche Langzeitwirkung die Hormone im Wasser jedoch schlussendlich auf den Menschen haben, wenn sie ins Trinkwasser gelangen, ist noch nicht gänzlich erforscht. Mit Sicherheit handelt es sich aber um Konzentrationen, die keine unmittelbare Gefahr darstellen. Da unser Trinkwasser zudem penibel aufbereitet wird, bevor es in die Haushalte gelangt, ist die Gefahr minimal.

Brunnenbesitzer dagegen sollten sich der Frage, ob Hormone im Wasser vorhanden sind, dennoch stellen. Denn in diesem Fall gelangt Grundwasser ohne den Umweg über ein Klärwerk in die Trinkwasserversorgung, was die Gefahr erhöhter Werte bedeutet.

Hormone im Flusswasser – vor allem für die Natur ein Drama

Medikamentenrückstände im Wasser beschäftigen die Experten und Klärwerke im Allgemeinen ständig. Hier wird nach Lösungen und finanziell tragbaren Abwasser-Filterungsmöglichkeiten geforscht. Bislang werden die Hormonwerte des Wassers, das uns als Trinkwasser zur Verfügung gestellt wird, noch als nicht besorgniserregend eingestuft. Dennoch herrscht schon aus ökologischer Sicht dringender Handlungs- und Verbesserungsbedarf.

Mehr zur Problematik, die Medikamentenrückstände im Wasser mit sich bringen, lesen Sie beispielsweise hier oder in weiteren Berichten des Ivario-Trinkwasserblogs.

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