Verbraucher nach wie vor unsicher: Wasser aus der Leitung oder aus der Plastikflasche?

Wasser aus der Leitung - oder lieber nicht?

Wasser aus der Leitung ist hierzulande eine Selbstverständlichkeit. Es wird zum Putzen, Waschen, zur Körperhygiene oder auch zum Kochen genutzt. Doch haben wir Durst, greifen viele von uns zum Wasser aus der Plastikflasche. Doch warum eigentlich? Ist das Wasser aus der Leitung weniger gesund als Flaschenwasser? Warum schleppen wir Kisten und Packungen, statt einfach den Hahn auf zu drehen und das Wasser aus der Leitung zu zapfen? Realistisch betrachtet gibt es hier nicht wirklich eine sinnvolle Erklärung, denn das Wasser aus der Leitung entspricht in Deutschland den Vorgaben der Trinkwasserverordnung und ist somit einwandfrei – oder doch nicht? Was spricht für das Wasser aus der Leitung, warum sollte in Plastikflaschen abgefülltes Wasser nicht die erste Wahl sein und woran sollten Verbraucher denken, bevor sie das Wasser aus der Flasche oder dem Hahn trinken? Warum wird ein Wassertest trotz allem von Experten empfohlen? Wir haben einige interessante Fakten zusammengetragen, die Ihnen die Entscheidung erleichtern.

Das Gesetz: Eindeutige Pluspunkte für das Wasser aus dem Hahn, was die Qualitätsrichtlinien angeht!

Beide Varianten, sowohl das Wasser aus der Leitung als auch das Flaschenwasser, durchlaufen in Deutschland strenge Kontrollen, ehe sie ins Verteilernetz der Wasserversorger oder in den Handel gelangen. Hier greift zum einen die Trinkwasserverordnung für das Wasser, das wir von den öffentlichen Wasserversorgern erhalten. Zum anderen greift für das Flaschenwasser die Mineral- und Tafelwasserverordnung.

Die Trinkwasserverordnung: Entsprechend der Trinkwasserverordnung wird das Wasser auf mehr als 50 verschiedene Parameter chemischer, mikrobiologischer oder physikalischer Art kontrolliert. Grundlage für diese Richtlinien ist die EU-Trinkwasserverordnung, die wiederum auf WHO-Richtlinien basiert.

Die Mineral- und Tafelwasserverordnung: Im direkten Vergleich mit der Trinkwasserverordnung fällt auf, dass hier deutlich weniger Parameter auf dem Prüfstand stehen, darunter etwa Pestizide.

info-kleinAuch die Stiftung Warentest hat das deutsche Leitungswasser mit Flaschenwasser verglichen und kam zu eindeutigen Ergebnissen, die ganz klar für das Wasser aus der Leitung sprechen. Mehr zur Trinkwasser-Untersuchung der Stiftung Warentest 2016 lesen Sie natürlich hier im Magazin.

Irrglaube: Trinkwasser wird nicht aus Abwasser gewonnen!

Hartnäckig hält sich der Irrglaube, dass unser Trinkwasser aus aufbereitetem Abwasser bestünde. Dem ist jedoch nicht so. Der Löwenanteil unseres Trinkwassers wird aus Grundwasser gewonnen. Daneben fließt Wasser aus Seen und Flüssen sowie Quellwasser in die Trinkwasseraufbereitung. Die Chlorung des Wassers ist nach dieser Aufbereitung nur in Ausnahmefällen notwendig. Unser Abwasser wird dagegen in geklärtem Zustand dem natürlichen Wasserkreislauf zugeführt.

Der höhere Mineralstoffgehalt spricht für das Wasser aus der Flasche? Nicht wirklich!

Hersteller werben mit dem höheren Mineraliengehalt des Flaschenwassers. Doch wirklich bedeutsam für unsere Gesundheit ist dieser Faktor nicht. So kamen Untersuchungen zu dem Ergebnis, dass wir unseren Mineralstoffbedarf hauptsächlich durch die Nahrungsaufnahme decken und der erhöhte Mineraliengehalt des Wassers somit gar nicht relevant ist.

Leichter zu tragen, für die Umwelt jedoch eine Katastrophe: Plastikflaschen

Kunststoff ist ein enormes Problem für die Natur. Ein nennenswerter Teil des Plastiks, der in der Umwelt landet stammt von Plastikflaschen. Dieses Plastik wird nicht abgebaut. Und auch das Wasser aus der Plastikflasche leidet unter Umständen unter dem praktischen aber auch problembehafteten Material: Immer wieder werden Fälle nachgewiesen, in denen der direkte Kontakt mit den verschiedenen Kunststoffen die Qualität des Wasser beeinträchtigt.

Leitungswasser: Weniger Schleppen, mehr Genuss

Leitungswasser, das über die öffentlichen Wasserversorger an die Haushalte geliefert wird, entspricht den strengen Vorgaben der Trinkwasserverordnung. Schlussendlich lässt sich sagen, dass der Konsum von Wasser aus der Leitung nicht weniger gesund ist, als das Trinken des kostenintensiveren und keineswegs besser kontrollierten Mineralwassers aus der Flasche. Insbesondere Plastikflaschen stellen zudem ein großes Problem für die Natur dar.

Die bessere Wahl: Wasser aus der Leitung

Selbstverständlich gibt es auch beim Leitungswasser einiges zu beachten. Dazu gehört vor allem die Qualitätssicherung, wenn die Verantwortung vom Wasserversorger auf den Hausbesitzer übergeht. Dies geschieht, was viele Verbraucher nicht wissen, am Übergabepunkt des Wassers (in der Regel die Wasseruhr). Betreiber von eigenen Hausbrunnen tragen prinzipiell selbst die Verantwortung für die Wasserqualität, deren Einhaltung spätestens dann zur Pflicht wird, wenn Dritte (etwa Mieter) mit dem Wasser versorgt werden. Erfahren Sie im Magazin mehr zur Prüfpflicht für Brunnenbetreiber.

Innerhalb des Verantwortungsbereichs des Eigentümers durchläuft das Wasser noch einmal viele Meter Rohrleitungen und wird gegebenenfalls zu Warmwasser aufbereitet. Hier lauern Gefahren, durch die das Wasser unter Umständen in veränderter Qualität aus dem Hahn fließt und zur Gefahr werden kann. Mehr zu den Problemen, die in der eigenen Trinkwasserinstallation auftreten können, lesen Sie beispielsweise hier im Magazin.

achtung-kleinUm sicher zu gehen gibt ein Wassertest schnell Aufschluss darüber, ob das heimische Leitungswasser mit gefährlichen Stoffen belastet ist. Erfahren Sie im Shop oder hier im Magazin mehr zur Notwendigkeit eines Wassertests für Privathaushalte und die unterschiedlichen Trinkwasseranalysen.

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