Wasserschutzbrot – Aktion zum Grundwasserschutz

Projekt zur Sensibilisierung der Verbraucher Wasserschutzbrot Bildquelle www.br.de

 

Wasserschutzbrot, so heißt die schon 2014 gestartete Aktion, die von der Bezirksregierung Unterfranken ins Leben gerufen und vom ortsansässigen Wasserversorger, der Trinkwasserversorgung Würzburg GmbH (TWV) unterstützt wird. Von den Bürgern wird die Aktion Wasserschutzbrot bereitwillig angenommen.

In vier Würzburger Bäckereien ist ab Montag, den 16.11.2015 ein besonderes Brot erhältlich: das Wasserschutzbrot. Durch den Kauf dieses Brotes kann jeder Bürger seinen Teil zur Verbesserung des Trinkwassers in der Region beitragen. Denn die Qualität des Grundwassers ist ein Thema, das alle angeht. Aus diesem Grunde entwickelte die Regierung Unterfranken diese besondere Aktion zum Grundwasserschutz. Denn Brot ist neben Wasser eines der wichtigsten Grundnahrungsmittel. Dass die Qualität beider Nahrungsmittel voneinander abhängt und warum das so ist, ist jedoch kaum jemandem bewusst. Die Grundwasserqualität leidet unter dem Anbau von Weizen und anderen Rohstoffen, die zur Brotherstellung essenziell sind. Denn hier kommen unter anderem Dünger zum Einsatz, durch die der Nitratwert im Grundwasser in die Höhe schießt. Diesen Kreislauf ins Positive umzukehren und vor allem das Bewusstsein der Verbraucher zu schärfen ist Plan und Wunsch der Regierung – umgesetzt in Form der Aktion Wasserschutzbrot.

 

Wasserschutzbrot: nur minimaler Mehrpreis bei Brotkauf für Grundwasserschonenden Weizenanbau

Der Würzburger Wasserversorger TWV hat besonderes Interesse an der Qualitätsoptimierung des Grundwassers und beteiligt sich daher am Projekt Wasserschutzbrot. Dass dem Wasserversorger an der Verbesserung der Grundwasserqualität liegt, stellt die TWV bereits seit einigen Jahren in einer beispiellosen Zusammenarbeit mit den Landwirten unter Beweis. Die TWV leistet neben umfangreicher Beratung auch Ausgleichszahlungen, wenn Landwirte eine langfristige Senkung des ausgebrachten Nitrats erzielen.

Denn dieses Nitrat ist eine Hauptursache für steigende Aufbereitungskosten für Trinkwasser. Die Trinkwasserverordnung sieht vor, dass im Trinkwasser der Nitratwert nicht über 50 Milligramm je Liter liegen darf. Um diese Qualität zu erreichen, sind in 50 Prozent aller Grundwasseraufbereitungen der Region umfangreiche Maßnahmen notwendig. Diese wiederum müssen auf die Trinkwasserpreise umgelegt werden.

Hauptursächlich für diesen hohen Nitratwert ist die enorme Stickstoffeintragung von Seiten der Agrarwirtschaft in die Böden. Eine ebenfalls ausschlaggebende Ursache sind zudem klimatische und geologische Voraussetzungen der Region. So fällt beispielsweise in der Region Würzburg nur 660 Milliliter Niederschlag pro Jahr. Klüftige Untergründe und relativ undurchlässige Böden, gepaart mit derart wenig Regen, begünstigen die Stickstoffanreicherung im Boden. Diese geologischen und klimatischen Voraussetzungen sind jedoch nicht zu beeinflussen. Die Stickstoffanreicherung durch die Landwirtschaft jedoch schon. Doch wie hängt all das mit dem Wasserschutzbrot zusammen?

Wasserschutzbrot - weniger Nitrat im Grundwasser

Wasserschutzbrot – weniger Nitrat für besseres Grundwasser

Landwirtschaft, Nitrat im Grundwasser, steigende Trinkwasserkosten

Landwirte der Region, eine Mühle sowie vier Bäckerbetriebe in Würzburg nehmen am Projekt Wasserschutzbrot teil. Die Hintergründe:

Wird Getreide angebaut, wirkt sich dies stark auf das Grundwasser und somit auf die notwenigen Verfahren zur Aufbereitung aus.

Landwirte haben allgemein das Ziel, den Eiweißanteil im angebauten Weizen so hoch wie möglich zu halten, da dieser über die schlussendlichen Weizenpreise entscheidet. Um dies zu erreichen, wird rund zwei Monate vor der Ernte mineralischer Stickstoffdünger ausgebracht. Die Pflanzen nehmen jedoch nur einen geringen Teil des Stickstoffs auf. Der übrige Teil verbleibt im Boden, wo er durch Niederschläge ausgewaschen wird und in Form von Nitrat ins Grundwasser gelangt.

 

Grundwasserschonender Weizenanbau: Sensibilisierung der Verbraucher

Das Wasserschutzbrot hat vor allem die Aufgabe, die Verbraucher zu sensibilisieren. Weniger intensive Landwirtschaft ist auf lange Sicht eine gute Investition – auch für Verbraucher. Je mehr Nitrat im Grundwasser vorkommt, desto umfangreicher sind die Aufbereitungsschritte. Dies wiederum wirkt sich auf den Trinkwasserpreis aus. Daher ist dem TWV insbesondere eine Sensibilisierung der Verbraucher durch das Projekt Wasserschutzbrot wichtig.

Mit dem Wasserschutzbrot erhalten die Kunden ein hochwertiges, nachhaltig angebautes und nur minimal kostspieligeres Brot, das aus der Region stammt und schlussendlich ebenso durch hervorragenden Geschmack überzeugen kann, wie das weniger nachhaltig angebaute Brot.

 

Verbraucher können durch das Wasserschutzbrot ihren Teil zum Grundwasserschutz beitragen

Das Wasserschutzbrot ist in diesen Würzburger Traditionsbäckereien erhältlich:

  • Bäckerei Hanselmann, Erthalstraße 12 und Hofstraße 12
  • Bäckerei Roth, Klosterstraße 6
  • Bäckerei Schraut (s`Bäckerlädle), Rotkreuzstraße 15
  • Bäckerei Schiffer, St.-Benedikt-Straße 10 und in allen Filialen

Start des Projekts ist am 16.11.2015.

 

Informationen zu den Auswirkungen, die beispielsweise Nitrat im Trinkwasser hat, finden Sie im IVARIO-Trinkwasser-Blog.

Sie nutzen einen eigenen Trinkwasserbrunnen? Dann ist die Kontrolle der Wasserqualität von besonderer Bedeutung – auch und gerade in Hinblick auf den Nitratwert. Mehr Informationen dazu und die Möglichkeit, schnell und einfach einen Brunnenwassertest durchzuführen, ebenfalls hier im IVARIO-Trinkwasser-Blog.

 

 

 

Bildquelle Beitragsbild: www.br.de

2 Kommentare

  1. Frank
    • IVARIO-Alexandra

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