Alte Wasserleitungen – unterschätzte Gefahr für die Gesundheit!

Alte Wasserleitungen - darauf sollten Sie achten

Sind in Ihrem Haus noch alte Wasserleitungen verlegt? Dann sollten Sie unter Umständen dringend über eine Sanierung nachdenken!

Alte Wasserleitungen bergen ein enormes Risiko für die Gesundheit der Trinkwassernutzer. Wie ernst diese Gefahr ist, wird meist unterschätzt. Nicht selten ist Unwissenheit der Grund, häufig wird jedoch auch versäumt, alte Wasserleitungen zu sanieren oder auszutauschen.

Trinkwasser ist das wohl wichtigste Lebensmittel der Welt. Aus diesem Grunde wird auf die Wasserqualität sehr viel Wert gelegt. Die Trinkwasserverordnung sorgt durch strenge Regelungen dafür, dass ausschließlich penibel aufbereitetes Wasser ins Versorgungsnetz gelangt. Dennoch sind Verbraucher nicht unbedingt auf der sicheren Seite, wenn sie dieses Wasser beziehen. Alte Wasserleitungen können die Bemühungen der Wasserwerke zunichte machen. Eine Wasseranalyse für Privathaushaltekann aufzeigen, ob eine Sanierung notwendig ist. Erfahren Sie hier, ob und warum Sie sicher gehen sollten, dass eine alten Wasserleitungen mehr in Ihrem Haus verbaut sind:

 

Können alte Wasserleitungen krank machen?

Nehmen wir mit dem Trinkwasser Schwermetalle oder Bakterien und Keime auf, kann das für die Gesundheit erhebliche Folgen haben.

Das Problem ist dabei häufig, dass Beschwerden, Symptome und Erkrankungen erst spät der sogar gar nicht mit der Belastung des Leitungswasser in Verbindung gebracht werden. Besonders für Babys, Kinder und immungeschwächte Menschen lauern hier Gefahren, die auch langfristige gesundheitliche Folgen haben können.

So kann beispielsweise die Aufnahme von Blei mit dem Trinkwasser bei Säuglingen bis zur Blausucht führen. Erkrankungen und sogar die Unterentwicklung des Kindes sind nicht ausgeschlossen.

Auch Bakterien und Keime fügen dem Verbraucher Schaden zu, der sich langfristig auswirken kann. So ist es möglich, dass langanhaltende Durchfallerkrankungen, etwa durch Kolibakterien ausgelöst, zur Beeinträchtigung der allgemeinen Gesundheit und Entwicklung von Kindern führen.

Die Möglichen Beschwerden und Erkrankungen, die durch gefährliche Stoffe und Bakterien im Wasser ausgelöst werden können, sind sehr facettenreich. So werden diese schnell mit anderen Erkrankungen verwechselt, während das belastete Trinkwasser weiterhin zu sich genommen wird. Um sicher zu sein, dass die Ursache der Beschwerden nicht mit dem Trinkwasser in Verbindung steht, empfehlen Experten daher auch für Privathaushalte regelmäßige Wasseranalysen – insbesondere dann, wenn ältere Hausinstallationen genutzt werden oder das Wasser mit Hilfe eines eigenen Hausbrunnens gewonnen wird.

 

Alte Wasserleitungen – einige der größten Gefahren:

Bleirohre

Bis Anfang der 1970er Jahre war es üblich, für die heimische Trinkwasserinstallation Rohre aus Blei zu verwenden. Seither ist jedoch bekannt, dass sich das giftige Blei aus den Rohren löst und ins Wasser gelangt. Blei im Wasser ist vor allem für ungeborene Kinder sowie Babys und Kleinkinder besonders gefährlich. Langfristige Beschwerden und Erkrankungen sind keine Seltenheit. Doch auch Erwachsene können, häufig lange Zeit unbemerkt, unter mit Blei belastetem Wasser leiden. Vermieter sind verpflichtet, auch dafür Sorge zu tragen, dass der Bleigrenzwert laut Trinkwasserverordnung eingehalten wird. Sind noch alte Wasserleitungen aus Blei verbaut, ist das kaum möglich. Mieter haben hier das Recht auf Sanierung der betroffenen Leitungen.

Lesen Sie dazu mehr in unserem speziellen Artikel zum Thema: Bleirohre im Haus – darf ich mein Leitungswasser trinken?

 

Kupferleitungen

Wasserleitungen aus Kupfer werden sehr häufig verbaut. Unter Umständen kann sich jedoch Kupfer aus den Leitungen lösen. Diese Gefahr besteht vor allem dann, wenn der pH-Wert unter 7 liegt. Doch auch wenn dieser Wert nicht unterschritten wird, können vor allem neue Leitungen aus Kupfer in den ersten Monaten der Nutzung erhöhte Kupfermengen abgeben, die so ins Wasser gelangen. Kupfer kann vor allem bei Säuglingen und Kleinkindern zu Leberschäden führen. Eine Verwendung des Wassers zur Zubereitung von Säuglingsnahrung ist daher zu vermeiden.

Stagnation, etwa durch Totleitungen oder selten genutzte Wasserleitungen

Je länger Wasser in der Leitung steht, desto mehr Stoffe nimmt es aus Leitungen und Armaturen auf. Auch der Wasserhahn ist hier eine Gefahrenquelle: hier gelangt nicht selten Nickel aus den Legierungen ins Wasser. Ist die Wassertemperatur zudem höher als 20 Grad begünstigt die lange Standzeit in selten genutzten Leitungen die Bildung von Bakterien und Keimen.

Lesen Sie mehr zum Thema Stagnationswasser in unserem Artikel: Stagnationswasser – was ist das?

 

Nicht ausreichende Erhitzung des Warmwassers

Bakterien und Keime vermehren sich bei lauwarmen Temperaturen in enormer Geschwindigkeit. Eine Gefahrenquelle ist daher das Warmwassersystem inklusive des Warmwasserspeichers. Legionellen und andere Bakterien finden hier unter Umständen hervorragende Bedingungen zur Vermehrung vor.

Lesen Sie mehr dazu in unserem Artikel: Das sind die häufigsten Erreger im Trinkwasser

 

Alte Wasserleitungen sind ein Problem, dem nur selten Beachtung geschenkt wird. Häufig leiden Verbraucher, allen voran Kinder und Babys beispielsweise unter Durchfallerkrankungen, deren Ursache nicht klar ist. Darauf, dass mögliche Belastungen des Trinkwassers, etwa durch alte Wasserleitungen, ursächlich sind, werden Eltern und Betroffene oftmals erst sehr spät, wenn überhaupt, aufmerksam.

 

Woran erkenne ich alte Wasserleitungen?

Sind alte Wasserleitungen in der eigenen Hausinstallation verbaut, handelt es sich in den meisten Fällen um Bleirohre. Diese sind recht leicht von modernen Materialien zu unterscheiden. Sowohl die Optik als auch die Materialkonsistenz alter Bleileitungen sind sehr prägnant.

Bleirohre sind zudem nicht miteinander verschraubt, wie es bei anderen Materialien häufig der Fall ist. Der Rohrdurchmesser variiert häufig und Verbindungen zwischen zwei Rohren weisen Wulste auf. Außerdem haben die Leitungen, sofern sie nicht überstrichen wurden, eine typisch bleigraue Farbe. Das Material lässt sich leicht mit Hilfe eines Schraubenziehers einritzen. Blei ist außerdem nicht magnetisch und klingt, wenn beispielsweise mit einem Hammer dagegen geklopft wird, eher dumpf. In früheren Zeiten, als das Verbauen von Bleirohren noch üblich war, wurden diese zudem vor allem in Kellern in relativ weiten Bögen verlegt, während neue Materialien deutlich flexibler verlegt werden können.

Kupferrohre weisen einen meist eher kleinen Durchmesser sowie die typisch kupferrote Farbe auf. Vor allem durch ihre Farbe sind sie auch für den Laien relativ leicht zu erkennen.

Sind andere Materialien verbaut, lohnt sich der Rat des Experten um festzustellen, ob die Leitungen ausgetauscht werden müssen.

Wann müssen alte Wasserleitungen erneuert werden?

Alte Wasserrohre müssen vor allem dann ausgetauscht werden, wenn sich Materialien lösen und ins Trinkwasser gelangen. Ein weiterer unumgänglicher Faktor ist die Bildung von Biofilmen, sofern diese nicht mehr vom Fachmann beseitigt werden können. Denn hier finden Bakterien und Keime ideale Brutbedingungen.

Vor dann, wenn Bleirohre im Haus verlegt sind und Trinkwasser führen, ist eine Sanierung unumgänglich. Die Wahrscheinlichkeit, dass die in der Trinkwasserverordnung festgelegten Grenzwerte für Blei eingehalten werden, wenn das Wasser durch Bleirohre fließt, ist minimal.

Eine Sanierung wird auch dann zum Thema, wenn Totleitungen zum Problem werden. Hier sammeln sich Bakterien und Keime an, was die selten oder nie genutzten Leitungen zu Brutstätten werden lässt.

In jedem Fall lohnt es sich, die Relevanz einer im Raum stehenden Sanierung durch einen Fachmann beurteilen zu lassen. Ebenfalls empfohlen wird zudem eine Wasseranalyse des Wassers, das schlussendlich aus dem Hahn fließt. Diese Analysen zeigen auf, ob sich Schwermetalle von Wasserleitungen ablösen und so in das Wasser gelangen, das wir zum Kochen und Trinken nutzen. Auch mikrobakterielle Verunreinigungen und Belastungen lassen sich durch einen Wassertest schnell und verlässlich feststellen. So kann mit wenig Aufwand festgestellt werden, ob eine umfassende Sanierung der Leitungen notwendig ist. Denn auch dann, wenn modernere Materialien für die Hausinstallation verwendet wurden, ist die Gefahr einer Belastung nicht ausgeschlossen.

 

Nicht nur alte Wasserleitungen gefährden unser Trinkwasser

Damit die Wasserversorger ausnahmslos hochwertiges Wasser ausliefern können, sind nicht selten enorme Bemühungen notwendig. Denn die Qualität des zu einem großen Anteil aus Grundwasser gewonnenen Leitungswassers leidet nicht zuletzt unter der Belastung, die wir selbst zu verantworten haben. Dazu zählt beispielsweise Nitrat und Pflanzenschutzmittel, die etwa durch die Landwirtschaft in großen Mengen ausgebracht werden und zum Teil ins Grundwasser gelangen. Damit diese gefährlichen Stoffe im späteren Trinkwasser nicht mehr auftauchen und die durch die Trinkwasserverordnung festgelegten Qualitätsmerkmale eingehalten werden, sind umfangreiche Aufbereitungsschritte notwendig.

Um diesen Aufwand zu vermeiden, hat der Trinkwassernutzer nur wenig Handlungsspielraum und muss sich hauptsächlich darauf verlassen, dass die Wasserversorger ihrer Pflicht zum Qualitätserhalt des Trinkwassers nachkommen. Fakt ist, dass schlussendlich ausschließlich hochwertiges Trinkwasser in den Leitungen der Haushalte ankommt, auch wenn die Aufbereitung stetig aufwändiger wird.

Alte Wasserleitungen - eine besondere Gefahr

Alte Wasserleitungen sind Gefahrenpunkt Nummer 1

Eine weitere und weitaus präsentere Gefahr für die Trinkwasserqualität können Trinkwassernutzer jedoch durchaus selbst eindämmen: Die Belastung des Wasser durch alte Wasserleitungen.

Das durch die Wasserwerke aufbereitete und geförderte Wasser wird also in Trinkwasserqualität ausgeliefert. Doch stimmt die Qualität auch dann noch, wenn das Wasser aus dem Hahn fließt?

Vielen Verbrauchern ist nicht klar, dass die Verantwortung für die Qualität des Wassers am Übergabepunkt, der Wasseruhr, auf den Eigentümer der Immobilie übergeht. Ab hier steht dieser für die Einhaltung aller in der Trinkwasserverordnung festgelegten Grenzwerte ein. Fließt das Trinkwasser durch alte Wasserleitungen, können sich verschiedene Giftstoffe lösen und ins Wasser gelangen. Diese können die Gesundheit des Verbrauchers nachhaltig beeinträchtigen.

 

Ein einfacher Wassertest gibt Sicherheit

Ein einfacher und effektiver Weg herauszufinden, ob die eigenen Wasserleitungen für Beschwerden verantwortlich sind oder ob hier Gefahren lauern, ist ein durch ein professionelles Labor durchgeführter Wassertest. Diese Wasseranalyse ermöglicht es auch Privathaushalten herauszufinden, ob das eigene Leitungswasser verunreinigt ist. Erfahren Sie mehr zum Wassertest zum selbst durchführen hier im Magazin oder direkt im IVARIO-Shop.

 

5 Kommentare

  1. Susanne
    • IVARIO-Alexandra
  2. Simon Radmann
    • IVARIO-Alexandra
      • Simon Radmann

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