Chemikalien im Grundwasser: Gefahr für die Gesundheit?

Chemikalien im Grundwasser - Problem für Umwelt und Mensch

Chemikalien im Grundwasser sind ein aktuelles Problem der Wasserversorger. Denn sogar die modernsten Klärbetriebe sind mittlerweile mit der Masse unterschiedlichster Chemikalien im Grundwasser überfordert. Das vollständige Herausfiltern ist kaum noch zu bewältigen. Hauptproblem sind unter Anderem Kosmetika, Waschmittel und nicht zuletzt Medikamente.

 

 

Belastungen durch Chemikalien im Grundwasser stellt Klärbetriebe vor Probleme

Neben der möglichen Belastung des Trinkwassers durch Schwermetalle und Bakterien, die in aller Regel restlos von den Wasserbetrieben entfernt werden können, sind Chemikalien demnach ein ernstes Problem.

wassertest auf Schwermetalle und Bakterien

Experten raten: Wassertest auf Schwermetalle und Bakterien

Verunreinigungen durch Schwermetalle wie Blei oder Kupfer sowie durch Bakterien und Keime finden in aller Regel erst innerhalb der hausinternen Wasserleitungen statt – ob Ihr Wasser diesbezüglich verunreinigt ist und eine Gefahr für die Gesundheit darstellt, erfahren Sie durch einen einfachen Wassertest.

Chemikalien im Grundwasser jedoch sind schon für die Versorgungsbetriebe ein Problem, denn die Kläranlagen kommen an ihre Grenzen. Wie hoch die Gefahr für den Verbraucher aus gesundheitlicher Sicht ist, ist bislang noch kaum bekannt. Doch genau aus diesem Grunde stehen die Klärbetriebe aktuell unter starkem Druck, auch die Belastungen durch Chemikalien im Grundwasser in den Griff zu bekommen.

Trinkwasser: Chemikalien im Grundwasser werden zur Herausforderung

Was bisher häufig noch als „Schwarzmalen“ abgetan wurde, wird nun von den Wasserbetrieben ausgesprochen: Die Grundwasserbelastung durch Chemikalien wird zum Problem, das auch auf die Trinkwasserqualität Einfluss hat. Während Chemikalien aus Körperpflegeprodukten und Haushaltschemikalien laut der Wasserbetriebe bislang noch ein weniger großes, allerdings auch nicht zu unterschätzendes, Thema sind, sehen die Experten vor allem Spurenstoffe aus Pflanzenschutzmitteln und Medikamenten als große Gefahr.

Neue Analysemethoden bringen ständig neue Chemikalien im Wasser zum Vorschein

Neue Analysemethoden bringen ständig neue Chemikalien im Wasser zum Vorschein

Die Analysemethoden haben sich in den vergangenen Jahren deutlich verbessert, so dass schon kleinste Konzentrationen der im Fokus stehenden Chemikalien festgestellt werden können. So kommen auch Probleme zutage, die bisher noch nicht bekannt waren. Die hauptsächlich aus Medikamenten, Pflanzenschutzmitteln und Waschmitteln stammenden Spurenstoffe sind selbst für moderne Klärbetriebe mehr als eine Herausforderung. Die Chemikalien im Grundwasser vollständig herauszufiltern ist bislang nicht möglich. Welche Gefahren diese Belastungen, wenn auch in minimaler Konzentration, für Mensch und Umwelt bedeuten, beschäftigt die Experten derzeit ebenso, wie die Frage, wie diese Spurenstoffe restlos entfernt werden können.

Auswirkungen von Chemikalien im Grundwasser noch unklar

Das Bayrische Landesamt für Umwelt beschäftigt sich derzeit mit den möglichen Auswirkungen der Chemikalien im Grundwasser für Mensch, Tier und Natur. Dabei gehen die Experten nach aktuellem Stand davon aus, dass manche Spurenstoffe unmittelbar wirken, einige jedoch erst bei langfristiger Aufnahme zum Risiko werden.

Ein Problem sind demnach auch sogenannte Transformationsprodukte, deren Wirkung zum Teil noch deutlich akuter sein soll. Besonders für die Ökosysteme der Natur besteht hierbei eine in seiner Tragweite noch nicht abschätzbare Gefahr. Dies wiederum wirkt sich unmittelbar auf die Grund- und Flächenwässer aus, so dass auch hieraus neue Probleme für die Wasseraufbereitung entstehen können. Das Ausmaß der Chemikalien im Grundwasser ist demnach noch nicht vollständig abzuschätzen, denn nicht nur das direkte und vollständige Herausfiltern der Stoffe aus dem Trinkwasser ist ein Problem, sondern auch die Auswirkungen auf den natürlichen Wasserkreislauf.

Unzählige Stoffe sorgen für enormes Ausmaß

Das unglaubliche Ausmaß der Herausforderung für die Klärbetriebe beruht nicht zuletzt auf der Vielzahl der unterschiedlichen Chemikalien, die im Wasser nachgewiesen werden. Politik und Experten sind derzeit damit beschäftigt, Lösungen zu finden. Schlussendlich kann sich dies jedoch auch unmittelbar auf den Verbraucher auswirken, denn der höhere Aufbereitungsaufwand müsste wahrscheinlich auf die Trinkwasserpreise umgelegt werden. Möglich wäre jedoch auch, dass beispielsweise die Hersteller von kritischen Produkten wie etwa Medikamenten oder Reinigungsmitteln zu einer Abgabe verpflichtet werden, die der kostenintensiven Aufbereitung des Wassers zugute kommt, um die steigenden Kosten zu decken. Dies wiederum würde jedoch aller Wahrscheinlichkeit nach dazu führen, dass diese Kosten ebenfalls auf den Verbraucher umgelegt werden, indem die Produktpreise entsprechend angehoben werden.

Hersteller und Verbraucher in der Pflicht

Chemikalien im Grundwasser - Medikamente sind nur ein Problem von vielen

Chemikalien im Grundwasser – Medikamente sind nur ein Problem von vielen

Ein Großteil der Chemikalien im Grundwasser stammt aus Privathaushalten. Weitere Hauptverursacher ist zudem die Industrie. Der bewusste Umgang mit Medikamenten, Reinigungsmitteln und Körperpflegeprodukten sollte daher auch den Verbrauchern nahegebracht werden. Medikamente und entsprechende Abbauprodukte werden vom Körper beispielsweise vor allem dann ausgeschieden, wenn die Dosis zu hoch ist. Auch die Entsorgung alter Medikamente über die Toilette muss vermieden werden. Mehr zum Thema Medikamente im Wasser erfahren Sie hier.

Kritische Reinigungsmittel sollten etwa nur dann verwendet werden, wenn es nicht anders geht. Alternativ bietet der Markt mittlerweile einige Reinigungsmittel, die deutlich umweltfreundlicher sind. Gleiches gilt für Pflegeprodukte wie Shampoos oder auch Waschmittel.

Putzwasser sollte zudem nicht über den Gulli entsorgt werden, sondern über die Toilette, denn Haushaltsabwasser gelangt direkt in die Kläranlage, während das Wasser aus Gullis nicht selten zunächst in Flüsse und Bäche geleitet wird.

Auch die Landwirtschaft steht derzeit im Fokus der Experten. Pestizide und Herbizide sind ein großes Problem, durch das mitunter der hohe Nitratwert sowie der möglicherweise krebserregende Stoff Glyphosat im Grundwasser immer häufiger enormen Kläraufwand notwendig wird. Auch hier sind Politik und Experten derzeit auf der Suche nach Lösungen.

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