Wasserrohre aus Blei: Mehr als 600 Verbraucher in Luckenwalde erhalten wahrscheinlich belastetes Wasser

Wasserrohre aus Blei

Wasserrohre aus Blei sind längst kein Thema mehr – das denken zumindest viele Menschen. Dass dem jedoch nicht so ist, zeigt nicht zuletzt ein aktueller Fall in Luckenwalde, wo Wasserrohre aus Blei nun plötzlich doch wieder Diskussionsstoff sind. Denn hier gibt es sie noch – und zwar an mehr als 600 Anschlüssen, wodurch mehrere tausend Verbraucher mit Blei belastetes Wasser erhalten.

Wasserrohre aus Blei sind vor allem in alten Häusern ein Problem. Dass jedoch auch die Städte hier noch Nachholbedarf bezüglich der Sanierung haben, zeigen die aktuellen Meldungen aus Luckenwalde in Bandenburg. Auch hier wurden bis in die 1970er Jahre Wasserrohre aus Blei im Stadtgebiet verlegt – eine vollständige Sanierung gab es jedoch bisher offenbar nicht. Die Stadt sowie der zuständige Wasserversorger schweigen sich bisher zu den tatsächlichen Messwerten aus – bekannt ist lediglich, dass mehrere hundert Anschlüsse Wasser erhalten, das durch Wasserrohre aus Blei fließt. Dieses Wasser kann die geltenden Grenzwerte, die in der Trinkwasserverordnung festgeschrieben sind, kaum einhalten – sehr zum Entsetzen der Anwohner, die sich bislang auf die kompromisslose Einhaltung dieser Richtlinien und Gesetzgebungen verlassen haben.

 

Wasserrohre aus Blei: Laut Gesetz ist die Sanierung Pflicht

Die Trinkwasserverordnung schreibt seit dem 28.11.2011 unmissverständlich vor, dass der geltende Blei-Grenzwert von 0,025 mg je Liter Wasser eingehalten werden muss, damit das Wasser als Trinkwasser deklariert und an die Haushalte ausgeliefert werden kann. Diese Garantie tragen die Wasserversorger bis zum Übergabepunkt, den in aller Regel die Wasseruhren der Haushalte darstellen. Nach einer Übergangsfrist bis 30.11.2013 sollten daher sämtliche Wasserrohre aus Blei ausgetauscht werden, um die Einhaltung zu garantieren.

 

Altes Erbe – Wasserrohre aus Blei

Aussagen der Zuständigen in Luckenwalde zufolge sollen Wasserleitungen aus Blei nicht mehr als Hauptleitungen verbaut sein, jedoch gebe es Gebäude aus Zeiten der Jahrhundertwende um 1900, die durch etwa 600 Wasseranschlüsse versorgt werden, die nach wie vor aus Blei sind.

Die Zuständigen wollen nun, Jahre nach der Anpassung der maximalen Grenzwerte für Blei, sämtliche Wasserrohre aus Blei austauschen, um unbelastetes Wasser bis zur Wasseruhr zu gewährleisten. Im Haus selbst sind jedoch Eigentümer selbst dafür verantwortlich, dass Wasserrohre aus Blei saniert werden. Denn vor allem Vermieter sind verpflichtet, ebenso wie die öffentlichen Versorger zu garantieren, dass keine Bleibelastung des Trinkwassers vorliegt.

 

Fakten zu Wasserleitungen aus BleiOb in Ihrem Wohnhaus noch Wasserrohre aus Blei verbaut sind, können Sie selbst relativ leicht erkennen. Lesen Sie mehr dazu im Artikel „Achtung, giftig! – So erkennen Sie Bleirohre im Haus“.

Weshalb der Austausch alter Wasserleitungen aus Blei so wichtig ist, erfahren Sie in unserem Artikel „Blei im Trinkwasser – Fragen & Antworten“.

Ob Ihr Wasser belastet ist, erfahren Sie ganz einfach durch einen Wassertest auf Blei für Privatpersonen.

 

Luckenwalde verspricht Sanierung bis 2017

Die Zuständigen im aktuellen Fall in Luckenwalde räumen nun ihr Versäumnis ein und versichern, sämtliche Wasserrohre aus Blei sowie entsprechend veraltete Komponenten durch geeignetere Werkstoffe auszutauschen.

 

Wasserrohre aus Blei - Wassertest auf Blei

Wasserrohre aus Blei? Eine Wasseranalyse gibt Sicherheit!

Unterschätzt: Die Gefahr aus dem Wasserhahn

Verunreinigungen des Wassers sind deutlich häufiger ein Problem, als viele Menschen denken. Das zeigt auch eine unabhängige Studie eines renommierten deutschen Instituts, während derer im Jahr 2015 insgesamt mehr als 1500 Trinkwasseranalysen durchgeführt wurden. Auch hier handelte es sich um Wasser, das direkt in Privathaushalten aus dem Hahn gezapft wurde. Erfahren Sie mehr zur Studie im Artikel „Trinkwasseranalyse in Privathaushalten 2015: Jede 6. Wasserprobe belastet!

Dabei entsteht ein Großteil der Verunreinigungen in den hausinternen Wasserleitungen. Allerdings sind, wie im aktuellen Beispiel, auch andere Belastungsfaktoren nicht ausgeschlossen.

2 Kommentare

  1. mischewski
    • IVARIO-Alexandra

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