Leitungswasser: Die 7 häufigsten Gefahren für Ihre Gesundheit

Gefahren im Leitungswasser

Leitungswasser gilt in Deutschland als besonders sauber. Das stimmt jedoch nur mit Einschränkungen. Tatsächlich können verschiedene Ursachen Leitungswasser zu einer echten Gefahrenquelle für die Gesundheit machen. Wir zeigen die 7 häufigsten Gefahrenquellen in Ihrem Haushalt und wie sie sich ermitteln lassen.

Wie Leitungswasser die Gesundheit gefährden kann

Für viele Menschen gilt Leistungswasser als das bestkontrollierte Lebensmittel in Deutschland. So wurde es lange Zeit angepriesen. Tatsächlich sind in Deutschland die Auflage und Kontrollen für Trink- und Leistungswasser sehr hoch. Die zuständigen Wasserversorger müssen sie genauestens einhalten und die erforderlichen Kontrollen durchführen. Das können sie aber nur innerhalb des öffentlichen Wassernetzes tun.

Die Reinheit des Wassers kann sozusagen nur bis zur Grundstücksgrenze garantiert werden. Auf mögliche Einflüsse vom Hausanschluss bis zur Entnahmestelle, also dem Wasserhahn, haben die Wasserversorger keinen Einfluss mehr. Genau hier lauern jedoch Gefahren, die Leistungswasser zu einem Problem für die Gesundheit machen können.

Deshalb hat das Landesgericht Hannover in seinem Urteil 18 O 178/19 vom 07.12.2020 entschieden, dass die Aussage, Leistungswasser sei das bestkontrollierte Lebensmittel in Deutschland, nicht zu Werbezwecken genutzt werden darf.

Tatsächlich sind in Deutschland die Auflage und Kontrollen für Trink- und Leistungswasser sehr hoch. Die zuständigen Wasserversorger müssen sie genauestens einhalten und die erforderlichen Kontrollen durchführen. Das können sie aber nur innerhalb des öffentlichen Wassernetzes tun. Die Reinheit des Wassers kann sozusagen nur bis zur Grundstücksgrenze garantiert werden. Auf mögliche Einflüsse vom Hausanschluss bis zur Entnahmestelle, also dem Wasserhahn, haben die Wasserversorger keinen Einfluss mehr. Genau hier lauern jedoch Gefahren, die Leistungswasser zu einem Problem für die Gesundheit machen können. Und damit hat das Landesgericht Hannover auch sein Urteil begründet.

Durch diese 7 häufigen Ursachen kann Leitungswasser krank machen

Es gibt verschiedene Ursachen dafür, dass Leitungswasser krank machen kann. In den meisten Fällen befinden sich die Ursachen innerhalb des Wasserleitungssystems im eigenen Haus. Das sind die häufigsten Gefahrenquellen:

  • Armaturen
  • Wasserleitungen
  • Wasseruhr
  • Totleitungen
  • Wasserfilter
  • Legionellen
  • Umwelteinflüsse

Armaturen: Häufige Quelle für Keime und Schadstoffe

Wie verschiedene andere Komponenten im hauseigenen Leistungssystem können Armaturen das Leitungswasser gleich auf unterschiedliche Weise verunreinigen. Die Armaturen selbst, aber auch die verbauten Perlatoren können zu regelrechten Brutstätten für unterschiedliche Keime werden. Darüber hinaus kommt es laut Stiftung Warentest bei zwei von drei Armaturen zu einer Schadstoffbelastung durch die Armaturen. Viele Metalllegierungen für Wasserhähne enthalten nämlich Nickel, Chrom oder sogar Blei. Diese Schadstoffe können gerade bei längeren Standzeiten ins Wasser übergehen.

In diesem Artikel erfahren Sie mehr:
„Stiftung Warentest meldet: Zwei von drei Wasserhahn-Armaturen geben Schadstoffe ins Leitungswasser!“

Wasserleitungen als Schadstoffquelle

Ähnlich wie bei Wasserarmaturen können in Wasserleitungen Schadstoffe ins Trinkwasser übergehen. Besonders groß ist diese Gefahr bei Bleirohren. Blei ist ein gefährliches Schwermetall, das sich als Blut- und Nervengift im Körper ansammelt. Besonders gefährlich ist es für Schwangere, Säuglinge und Kinder. In den ersten Lebensjahren kann Blei bereits in kleinen Mengen die Intelligenz-Entwicklung beeinträchtigen. Wasserleitungen aus Blei finden sich heute mitunter noch in Altbauten. Aber selbst wenn Leitungssysteme saniert wurden, können manchmal noch Teilstücke aus Bleirohr vorhanden sein.

Lange wurde Kupfer als gesundheitlich unbedenklich eingestuft und wird bis heute für Wasserleitungen verwendet. Inzwischen gilt Kupfer jedoch als mögliche Ursache für verschiedene Erkrankungen wie Leberschädigungen.

Mehr dazu, wie sie alte Rohrleitungen erkennen können, finden Sie in diesem Magazin-Artikel: „Alte Wasserleitungen – unterschätzte Gefahr für die Gesundheit“

Wasseruhren: Gefahr durch Blei

Wasseruhren sind ein weiteres Element im Leitungssystem, dem die meisten Menschen nur wenig Beachtung schenken. Doch ähnlich wie Armaturen und Wasserleitungen können Wasseruhren eine Quelle für Schadstoffe sein. Auch hier können Teile der Wasseruhren Blei enthalten oder alte Anschlussteile aus Blei verbaut sein, von dem eine große Gesundheitsgefahr ausgeht.

Totleitungen als Brutstätte für Bakterien

Als Totleitungen bezeichnet man Abzweigungen im Leitungsnetz, an denen kein Wasser mehr entnommen wird. Etwa, weil der Wasserhahn demontiert wurde. Während im fließenden Wasser kaum Gefahren durch Bakterien lauern, können sich Bakterien im stehenden Wasser von Totleitungen gut vermehren. Durch die Verbindung zum restlichen Wassersystem können sie sich verbreiten. Auf diese Weise kann Leitungswasser Krankheiten verursachen.

Legionellen: Unterschätzte Gefahr

Relativ häufig ist ein Befall mit Legionellen. Diese Bakterien lösen die sogenannte Legionärskrankheit aus. Sie vermehren sich in warmem Wasser besonders gut. Eine häufige Ursache für Legionellenbefall im Leitungswasser ist daher eine zu geringe Temperatur bei der Warmwasserbereitung. Vermieter sind verpflichtet, die Warmwasseranlage in regelmäßigen Abständen auf Legionellenbefall prüfen zu lassen. Mieter können proaktiv mit unserem Legionellentest Gefahren ausschließen.

Wasserfilter

Wasserfilteranlagen oder auch direkt am Wasserhahn montierte Filter sollen das Wasser eigentlich von bestimmten Stoffen (meistens Schwermetalle) befreien. Sie können jedoch keine Bakterien wie Legionellen oder Colibakterien aus dem Wasser entfernen. Im schlimmsten Fall können sich in Wasserfiltern solche Bakterien sogar festsetzen und vermehren, wenn die Filter nicht richtig gewartet oder regelmäßig gewechselt werden. Wir empfehlen daher jährlich eine Bakterien Untersuchung vorzunehmen.

Auch IVARIO bietet einen professionellen Wasserfilter an, der die wichtigsten gesundheitlichen Risiken absichert. Hier finden sie weitere Informationen zu unserem Wasserfilter.

Umwelteinflüsse

Gerade in ländlichen Regionen können sich Umwelteinflüsse auf die Wasserqualität auswirken. Nitrat aus Düngemitteln kann aus dem Boden ausgewaschen werden und so ins Grundwasser gelangen. Uran kann aus tiefliegenden Gesteinsschichten ausgewaschen werden und ebenfalls das Trinkwasser belasten. Eine weitere Gefahrenquelle, deren Folgen noch nicht absehbar sind, stellen Arzneimittelrückstände im Leitungswasser dar. Diese können aus aufbereitetem Wasser in den Wasserkreislauf und so ins Trinkwasser gelangen.

In diesem Artikel erfahren Sie mehr zum Thema „Nitrat im Grundwasser„.

Wassertest sorgt für Sicherheit

Wasser spielt in unserem Alltag eine große Rolle. Wir brauchen es zum Waschen, zur Körperpflege, aber auch als Lebensmittel. Laut Umweltbundesamt verbraucht jede Person in Deutschland auf diese Weise durchschnittlich 120 Liter Wasser pro Tag.

Umso wichtiger ist es, dass unser tägliches Trinkwasser frei von Schadstoffen oder Bakterien ist. Durch die tägliche Aufnahme können schon kleine Verunreinigungen langfristig zu gravierenden gesundheitlichen Problemen führen. Schwermetalle reichern sich beispielsweise im Laufe der Zeit im Körper an.

Leider können Sie mit dem bloßen Auge nicht erkennen, ob Ihr Trinkwasser mit Schadstoffen oder Bakterien belastet ist. Die Wasserversorger liefern bis zum Hausanschluss Trinkwasser, das den gesetzlichen Vorgaben entspricht. Was auf den letzten Metern bis zum Wasserhahn passiert, wissen die wenigsten.

Klarheit verschafft in solchen Fällen nur ein fundierter Wassertest aus dem Fachlabor. Einfach ein Testkit bestellen, Wasserprobe an das Labor schicken und innerhalb kürzester Zeit erhalten Sie Ihr Testergebnis.

Wann sollte ich auf jeden Fall mein Leitungswasser testen?

Einen Wassertest sollten Sie in jedem Fall machen, wenn:

  • Sie Leitungswasser zur Zubereitung von Babynahrung verwenden möchten.
  • In Ihrem Haushalt sensible Personen wie Kinder, Schwangere, chronisch Kranke oder Immungeschwächte leben.
  • In Ihrer Wohnung alte Wasserleitungen Blei oder neuere Wasserleitungen aus Kupfer verbaut sind.
  • Sie Wasser zum Duschen verwenden und einen Legionellenbefall ausschließen möchten.
  • Sie Leitungswasser regelmäßig trinken möchten, zum Beispiel bei Verwendung eines Sodastream Wassersprudlers.

Fazit

Leitungswasser hat in Deutschland eine sehr hohe Qualität. Im Hausleitungssystem kann es jedoch an vielen Stellen zu Belastungen des Wassers mit Bakterien und Schadstoffen kommen. Es macht daher für die eigene Gesundheit durchaus Sinn, das Leitungswasser in der eigenen Wohnung oder im eigenen Haus zu testen. Auf jeden Fall sollten Sie Ihr Leitungswasser testen, wenn in Ihrem Haushalt Kinder, Schwangere oder immungeschwächte Personen leben.

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