Möglicherweise krebserregend: Entscheidung über Glyphosatverbot wird bis Ende 2017 aufgeschoben

Glyphosatverbot - Zulassung bis 2017

Ende Juni ging eine Diskussion ihrem vorläufigen Ende entgegen: Das Glyphosatverbot ist erst mal vom Tisch und die Zulassung des umstrittenen Herbizids wurde für weitere 18 Monate verlängert. Während dieser Zeitspanne sollen weitere Gutachten und Einschätzungen zur potenziellen Gesundheitsgefährdung durch Glyphosat erstellt werden.

Entscheidung über Glyphosatverbot erst 2017

Das von Kritikern angestrebte Glyphosatverbot wurde von der EU-Kommission vorerst abgelehnt. Ende 2017 soll erneut beurteilt werden, ob das Glyphosatverbot durchgesetzt wird oder nicht. Die Chemikalienagentur Echa soll dazu in den kommenden eineinhalb Jahren eine Bewertung vorlegen, die klarstellen soll, wie gefährlich Glyphosat wirklich für die Gesundheit ist.

Glyphosat im Wasser kann, einigen bisherigen Untersuchungen zufolge, insbesondere für Babys und Kleinkinder eine Gefahr darstellen. Erwachsene und an sich gesunde Menschen sind ebenso gefährdet, auch wenn die tatsächlichen Auswirkungen bislang noch nicht abschließend geklärt sind.

Wer daher sicher gehen möchte, dass sich im eigenen Leitungswasser kein Glyphosat befindet, kann sein Wasser daher mit wenigen Aufwand auf Glyphosat testen lassen. Hier geht’s zum Wassertest auf Glyphosat.

 

Uneinigkeit der EU-Staaten zum Glyphosatverbot

Glyphosatverbot: Uneinigkeit verzögert Entscheidung

Glyphosatverbot: Uneinigkeit verzögert Entscheidung

Zunächst war geplant, dass die EU-Staaten zu einer gemeinschaftlichen Entscheidung über die Verlängerung der Zulassung des Herbizids gelangen. Allerdings kamen die Vertreter der einzelnen Mitgliedsländer über Monate hinweg nicht zu einer mehrheitlichen Einigung. Bis zuletzt scheiterten die Abstimmungen, bei der sich Deutschland schlussendlich enthielt und keine Stimme abgab.

Die Behörden sind sich nach wie vor uneinig, was die möglicherweise krebserregende Wirkung von Glyphosat angeht. Ein Glyphosatverbot wurde hauptsächlich auf Basis der Einschätzung der Internationalen Krebsforschungsagentur (IARC) diskutiert. Dieser Beurteilung zufolge ist Glyphosat „wahrscheinlich krebserregend“. Dem stehen die Einschätzungen der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit, kurz Efsa, und der Arbeitsgruppe Joint Meeting on Pesticide Residues, kurz JMPR) entgegen. Beide Beurteilungen besagen, dass ein Glyphosatverbot nicht zwingend erforderlich ist, da es, sofern es sachgemäß angewendet wird, keine Gefahr darstelle.

Der Fokus der Untersuchungen der beiden Gremien liegt auf unterschiedlichen Aspekten. Die IARC überprüft hauptsächlich die tatsächliche krebserregende Wirkung von Glyphosat. Die Efsa legt ihr Hauptaugenmerk dagegen auf die Fragen, ab welchen Konzentrationen und bei welcher Form der Aufnahme des Stoffes von einer Gefährdung der Gesundheit auszugehen ist.

 

Alternativen für Glyphosat fehlen

Bei Glyphosat handelt sich um das international am meisten verwendete Herbizid, das allein in Deutschland auf etwa 40 Prozent aller Ackerflächen zur Anwendung kommt. Sollte sich das Glyphosatverbot durchsetzen, befürchten Experten, dass Landwirte in der Folge auf eine Mixtur verschiedener Herbizide ausweichen könnten, die in diesen Zusammenstellungen deutlich gefährlich sein könnten als Glyphosat.

Glyphosat wird in großen Mengen von Landwirten auf die Äcker ausgebracht. Auf diesem Wege gelangt es ins Grund- und Flächenwasser, wodurch schlussendlich eine Belastung des Trinkwassers möglich ist. Die sehr wahrscheinlich krebserregende Wirkung auf den menschlichen Körper ist daher ein Thema, das in den vergangenen Monaten besondere Aufmerksamkeit bekam.

Mehr zum Thema erfahren Sie hier im Magazin, beispielsweise in unserem Artikel „Die unsichtbare Gefahr für die Gesundheit: Glyphosat im Wasser“ oder „Glyphosat im Trinkwasser: Ist Ihr Wasser mit dem Pestizid belastet?“.

2 Kommentare

  1. Krahmer, Hartwig
    • IVARIO-Alexandra

Hinterlasse einen Kommentar