Gefahr im Wasser: die Legionärskrankheit

Legionärskrankheit - wenn das Leitungswasser zur Gefahr wird

Legionärskrankheit – viele haben diesen Begriff schon einmal gehört. Doch wirklich zuordnen können ihn nur die wenigsten. Dabei ist eine Erkrankung an der Legionärskrankheit durch Legionellen nicht ausgeschlossen und kommt häufiger vor, als viele denken.

Sicherheit bieten regelmäßig durchgeführte Wasseranalysen auf Legionellen.

Welche Gefahren tatsächlich in unserem Leitungswasser lauern können, ist noch immer den wenigsten Menschen klar. Die Legionärskrankheit ist nur eine mögliche Gefahrenquelle unter vielen.

Ist Leitungswasser ungesund?

Ist Leitungswasser ungesund? Die Angst vor Bakterien ist nicht unbegründet

Verunreinigungen mikrobiologischer Art sind nicht selten – Kolibakterien und andere gefährliche Keime können das Wassertrinken zur Gefahr für die Gesundheit machen. Legionellen sind hier besonders „heimtückisch“, da viele Menschen davon ausgehen, dass Erreger lediglich dann in den Organismus gelangen, wenn das Wasser getrunken oder zur Nahrungszubereitung verwendet wird. Legionellen jedoch zählen zu den Bakterienarten, die über die Atemwege in den Körper gelangen – also immer dann, wenn wir Wassertropfen einatmen, etwa beim Duschen oder auch in der Sauna sowie wenn wir uns in Räumen aufhalten, deren Temperatur durch Klimaanlagen reguliert wird.

Neben Bakterien und Keimen sind jedoch auch Schwermetalle eine Gefahr. Blei und Kupfer sowie verschiedene andere gefährliche Substanzen können sich von Leitungen lösen und ins Wasser gelangen. Auf diese Weise nehmen wir über einen langen Zeitraum gefährliche Schwermetalle auf.

Mehr zu den vielfältigen Gefahren im Wasser erfahren Sie in unserem Magazin!

In diesem Beitrag erfahren Sie zunächst alle wichtigen Fakten zum Thema Legionärskrankheit.

 

Definition: Was ist die Legionärskrankheit?

Bei der Legionärskrankheit handelt es sich um eine Infektionskrankheit, die durch Bakterien ausgelöst wird. Diese Art der Legionellose kann einen schweren Verlauf nehmen. Zu finden sind diese Bakterien mitunter in großen öffentlichen Wasseranlagen. Denn gerade in warmem Wasser vermehren sich die Erreger besonders gut.

Die Erreger, die für die Legionärskrankheit verantwortlich sind, sind besser bekannt unter dem Namen Legionellen. Dabei handelt es sich um Bakterien, welche die Atemwege beeinträchtigen. Werden die Erreger lediglich verschluckt, geht in den seltensten Fällen eine Gefahr von ihnen aus. Befinden sie sich jedoch in Wasserdampf oder Sprühnebel, wie er beispielsweise in einer Sauna zu finden ist, werden sie mit eingeatmet und gelangen so in die Atemwege. Besondere Gefahrenquellen sind daher vor allem Orte wie Duschen, die Sauna oder auch Räume, deren Temperatur durch eine Klimaanlage geregelt wird.

 

Symptome, die auf die Legionärskrankheit hindeuten

Eine Legionellose kann sich in verschiedenen Verlaufsformen äußern:

  • Das Pontiac-Fieber und
  • die Legionärskrankheit.

Die mittlere Verlaufsform ist bekannt unter dem Namen Pontiac-Fieber. Hier treten typische Merkmale einer Erkältung auf, etwa Husten, Schnupfen und leicht erhöhte Temperatur. In diesem Fall gibt es in der Regel keine Komplikationen und die Erkrankung wird zumeist problemlos auskuriert.

Tritt jedoch die schwerere Form der Legionellose auf, die Legionärskrankheit, zeigen sich deutlich stärkere Symptome wie etwa schweres Fieber und Erkältungsbeschwerden, die sich bis hin zur Lungenentzündung verschlimmern können. Diese kann unter Umständen tödlich enden.

Seit wann kennt man die Legionärskrankheit?

Ihren Namen verdankt die Legionärskrankheit einem größeren Ausbruch der Krankheit im Jahr 1976. Damals wurde die Erkrankung erstmals in großem Umfang beobachtet und die Verbindung zu den Erregern, den Legionellen, hergestellt. Während eines Veteranentreffens in Amerika atmeten 182 Veteranen mit Legionellen belastete Luft ein, die in einem Hotel durch die Klimaanlage temperiert wurde. In der Folge starben 29 der Infizierten.

 

Legionärskrankheit: Hier lauern die gefährlichen Erreger am häufigsten

Wasserrohrsysteme sind ein beliebter Tummelplatz für Legionellen. Die für die Legionärskrankheit verantwortlichen Stäbchenbakterien sind häufig in Gebäuden zu finden, die über lange Wasserleitsysteme verfügen. Stagnationswasser und Biofilme vergrößern das Risiko einer Bakterienbesiedelung erheblich. Betroffen sind daher vor allem Schulen, Schwimmbäder oder auch anderer Großanlagen, da hier unter Umständen auch warmes Wasser über einen langen Zeitraum in den Leitungen stagniert. Whirlpools und Duschen sind besondere Gefahrenquellen, da hier das Wasser vernebelt wird und die Erreger so eingeatmet werden können.

 

Wer ist besonders gefährdet?

Generell kann jeder an der Legionärskrankheit erkranken. Allerdings sind auch hier, wie bei Infektionskrankheiten üblich, vor allem immungeschwächte und ältere Personen besonders gefährdet. Babys und Kleinkinder gelten ebenso als Risikogruppe.

Tritt in einem Gebäude eine Legionellose auf, ist dies meldepflichtig. Allerdings ist es nicht selten, dass eine Legionelleninfektion einen relativ leichten Verlauf nimmt und so mit einer Erkältung verwechselt wird. Somit ist die Dunkelziffer zu den tatsächlich gemeldeten Fällen sicherlich groß.

Aus diesem Grunde besteht seit November 2011 die Pflicht zur Legionellenuntersuchung des Wassers in Mehrfamilienhäusern.

Mehr dazu erfahren Sie in speziellen Beiträgen hier im Magazin!

 

Schutz gegen Legionellen

Die gefährlichen Keime können durch das Erhitzen des Wassers abgetötet werden. Hierzu ist die Erwärmung des Wassers auf 70 Grad empfohlen. Zugleich sollte jedoch ausgeschlossen sein, dass auf dem Weg des Wassers vom Warmwasserspeicher zur Zapfstelle eine erneute Verunreinigung durch Legionellen stattfindet.

Experten empfehlen zudem, dass das Trinkwasser in Warmwasseranlagen generell eine Temperatur von mindestens 60 Grad halten sollte, da sich Legionellen bei dieser Temperatur nicht mehr vermehren.

Die Legionärskrankheit - Legionellen schnell erkennen durch Wassertest

Eine Wasseranalyse auf Legionellen gibt Sicherheit

Experten empfehlen weiterhin den regelmäßigen Legionellentest. Durch ihn kann ein mögliches Legionellenvorkommen schnell erkannt werden, so dass Maßnahmen eingeleitet werden können. Diese Tests sind teilweise Pflicht. Erfahren Sie mehr dazu in unserem Beitrag “Legionellen im Wasser – 6 Fakten zu Rechten und Pflichten von Mietern und Vermietern“.

Eine Wasseranalyse auf Legionellen gibt auch im Privathaushalt Sicherheit, denn tatsächlich ist auch hier ein Legionellenvorkommen und die damit einhergehende Erkrankung an der Legionärskrankheit kaum weniger wahrscheinlich als in Großanlagen.

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