Legionellen im Trinkwasser – die wichtigsten Fragen

Legionellen im Trinkwasser

Legionellen im Trinkwasser sind nach wie vor ein Thema. Denn auch wenn wir in Deutschland in aller Regel unbedenkliches Trinkwasser von den Wasserversorgern zur Verfügung gestellt bekommen, sind längst nicht alle Risikofaktoren ausgeschlossen. Ihre drängendsten Fragen zum Thema Legionellen im Trinkwasser haben wir daher im folgenden Artikel beantwortet.

Was sind Legionellen?

Bei Legionellen handelt es sich um sogenannte Stäbchenbakterien. Die verschiedenen Arten der Legionellenerreger kommen weltweit vor und sind insbesondere in Oberflächenwässern sowie im Boden zu finden. Entgegen einer früheren Vermutung, die besagte, dass die beweglichen Bakterien ausschließlich in Süßwasser vorkämen, ist heute klar, dass sie sich auch in salzigem Meerwasser vermehren können. Im Grundwasser können Legionellen ebenso auftreten.

Icon - FragezeichenWelche Krankheiten können auf Legionellen im Trinkwasser zurückzuführen sein?

Nachdem in den 1970er Jahren in der Kaserne in den USA eine Epidemie 29 Todesopfer sowie weitere 163 Erkrankte nach sich zog, wurde die Forschung zur damals noch unbekannten Ursache vorangetrieben. Die durch Legionella pneumophila verursachte sogenannte Legionärskrankheit zeigt sich in Form einer schweren Lungenentzündung. Diese endet in etwa 15 Prozent aller Fälle tödlich.

Die Inkubationszeit der Legionärskrankheit beträgt etwa Regel zwei bis zehn Tage. Symptomatisch kann sich ein Legionellenbefall in zwei Verlaufsformen äußern. Während die Lungenentzündung die schwerste Form der Legionärskrankheit darstellt, gilt das Pontiacfieber als weniger gefährlich. In diesem Fall ist die Lunge nicht betroffen. Es stellt sich stattdessen eine grippeähnliche Erkrankung ein, die nach wenigen Tagen auskuriert ist.

Gemeinsam haben diese die Begleiterscheinungen, zu denen Fieber, Unwohlsein, Thoraxschmerzen, Durchfälle, Husten oder Kopf- und Gliederschmerzen zählen.

Icon - FragezeichenWer ist besonders durch Legionellen im Trinkwasser gefährdet?

Menschen, deren Immunsystem geschwächt ist, gelten als besonders gefährdet. Dazu zählen beispielsweise neben Diabetikern auch ältere Menschen oder Säuglinge. Tendenziell erkranken Männer häufiger als Frauen, während Kinder nur selten betroffen sind.

Icon - FragezeichenWie kann ich mich mit Legionellen infizieren?

Hauptsächlich entstehen Infektionen, wenn Legionellenerreger durch Dämpfe eingeatmet werden. Daher gelten Duschen, Saunen oder auch Whirlpools als besondere Gefahrenquellen. Gleiches gilt für Anlagen mit künstlichen Wasserfällen, Rutschen oder Fontänen sowie andere Installationen, in denen Wasserversprühung zum Einsatz kommt. Auch Klimaanlagen und Kühltürme können ein Risiko bedeuten.

Icon - FragezeichenWerden Legionellen auch von Mensch zu Mensch übertragen?

Generell nein. Wundinfektionen sind zwar theoretisch möglich, jedoch äußerst selten. Legionellen werden in aller Regel erst dann gefährlich für die Gesundheit des Menschen, wenn sie durch Einatmen oder auch Verschlucken in die Luftröhre gelangen.

Icon - FragezeichenWie werden Legionelleninfektionen diagnostiziert?

Die Medizin kennt zwei Wege zur Diagnostik, wenn der Verdacht auf eine Legionelleninfektion im Raum steht. Möglich sind beispielsweise labortechnische Untersuchungen des Trachealsekrets oder anderer aus dem Rachenraum stammender Materialien. Gewisse Legionellenarten können jedoch auch anhand einer Urinuntersuchung festgestellt werden.

Icon - FragezeichenWie sieht die Behandlung einer Legionelleninfektion aus?

Besteht der Verdacht einer Legionellose, sollte schnellstmöglich ein Arzt aufgesucht werden. Zumeist kommen gut wirksame Antibiotika zum Einsatz.

Icon - FragezeichenBesteht entsprechend der Trinkwasserverordnung Untersuchungspflicht auf Legionellen?

Seit 2011 ist in der deutschen Trinkwasserverordnung festgehalten, dass Trinkwasserinstallationen, durch die beispielsweise den Bewohnern eines Mehrfamilienhauses Wasser zur Verfügung gestellt werden, regelmäßig überprüft werden. 2012 wurde für diese Pflichtuntersuchung ein Rhythmus von drei Jahren festgelegt. Lediglich Ein- und Zweifamilienhäuser sind hiervon ausgenommen. Für Betreiber öffentlicher Einrichtungen oder anderer Anlagen gelten klar dargelegte Untersuchungsintervalle, nachzulesen in der aktuellen Trinkwasserverordnung. Hier empfiehlt es sich, beim zuständigen Gesundheitsamt um Informationen zu bitten.

Icon - FragezeichenWo liegt der Grenzwert für Legionellen im Trinkwasser?

Der aktuelle Grenzwert, der ausnahmslos einzuhalten ist, liegt bei 100 koloniebildenden Einheiten auf 100 Milliliter Wasser. Wird dieser Wert überschritten, ist das Gesundheitsamt zu informieren.

 

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4 Kommentare

  1. Sammy Radal
    • IVARIO-Alexandra
    • IVARIO-Alexandra

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