Legionellen im Wasser – 6 Fakten zu Rechten und Pflichten von Mietern und Vermietern

Legionellen im Wasser? Rechte und Pflichten für Mieter und Vermieter

Legionellen im Wasser können eine enorme gesundheitliche Gefahr darstellen. Wird das Leitungswasser von öffentlichen Wasserversorgern zur Verfügung gestellt, ist ein Befall absolut selten – dies gilt jedoch, wie

Legionellen im Wasser - ab der Wasseruhr tragen Eigentümer die Verantwortung

Legionellen im Wasser – ab der Wasseruhr tragen Eigentümer die Verantwortung

generell im Bezug auf Verunreinigungen, lediglich bis zur eigenen Wasseruhr des Abnehmers. Passiert das Trinkwasser diesen Übergabepunkt, geht die Verantwortung auf den Eigentümer der Immobilie über. Dieser ist ab diesem Zeitpunkt dafür verantwortlich, dass keinerlei Grenzwertüberschreitungen auftreten, bis das Wasser beim Nutzer aus dem Hahn fließt. Das bis dahin streng und engmaschig kontrollierte Wasser legt dann jedoch noch eine nicht unwesentliche Strecke im hausinternen Leitungswassersystem zurück, passiert Erhitzungsanlagen und kommt dann nicht selten in einem ganz anderen Hygienezustand aus dem Hahn, als es sollte. Belastungen, etwa durch Legionellen im Wasser, sind demnach zu 99 Prozent auf Probleme in den eigenen Leitungen zurück zu führen. Doch was bedeutet das für Mieter, Vermieter oder Verwalter von Immobilien? Wir haben einige Fakten zum Thema Legionellen im Wasser mit Blick auf die Rechte und Pflichten von Mietern, Eigentümern und temporären Wassernutzern zusammengefasst.

 

lesetip - ivarioLesetipp: Grundlegendes zu Legionellen haben wir unter anderem in diesem Artikel für unsere Leser zusammengetragen: Legionellen im Wasser – Ihre Fragen
 

Fakt 1: Strenger Grenzwert für Legionellen im Wasser

Für Legionellen im Wasser ist laut Trinkwasserverordnung ein Grenzwert von 100 kbE (kolonienbildende Einheiten) auf 100 Milliliter Wasser festgelegt. Dieser darf nicht überschritten werden.
 

Fakt 2: Legionellen im Wasser öffentlicher Einrichtungen

Immobilieneigentümer, die das Trinkwasser nicht ausschließlich selbst nutzen, stehen in der Pflicht, sämtliche Grenzwertüberschreitungen und damit einhergehende Gesundheitsgefährdungen auszuschließen. Diese in der Trinkwasserverordnung festgelegten Regelungen gelten sowohl für Mietobjekte als auch für öffentliche Einrichtungen wie etwa Schulen, Gaststätten oder Kindergärten. Ausgenommen sind, bis auf einige Sonderfälle, Ein- bis Zweifamilienhäuser. Diese Pflicht gilt unter anderem für die Grenzwerte verschiedener Schwermetalle wie etwa Blei oder Kupfer, sowie für mikrobiologische Belastungen wie etwa durch Legionellen und verschiedene andere Keime wie etwa Darmerreger.

Fakt 3: Nicht nur das Wasser zum Trinken muss bedenkenlos sein

Diese Sorgfaltspflicht schließt Trinkwasser jeglicher Art ein, darunter auch Wasser zum Baden, Duschen, Waschen oder Kochen.
 

Fakt 4: Schmerzensgeld und Bußgelder für Eigentümer möglich

Wird der Prüfpflicht nicht nachgekommen, kann im Fall einer Erkrankung der Mieter Schadensersatz oder auch Schmerzensgeld fällig werden. Ein Beispiel für ein solches Urteil bietet etwa die Entscheidung des Bundesgerichtshofes vom 6.5.2015 ( VIII ZR 161/14).

Haben Vermieter, Eigentümer oder Verwalter Kenntnis von einem Legionellenbefall, bei dem die Grenzwerte überschritten werden, sind zügig und konsequent Maßnahmen einzuleiten und gegebenenfalls das Gesundheitsamt zu informieren.
 

Fakt 5: Mietminderungen bei Legionellen im Wasser möglich

Wird vom Mieter, etwa anhand eines Legionellen-Wassertests, eine Grenzwertüberschreitung festgestellt oder die haltbare Vermutung an den Eigentümer herangetragen, dass ein Legionellenbefall möglich ist, kann die Miete unter gewissen Umständen gemindert werden. So entschied beispielsweise das Amtsgericht Dresden in einem Urteil von 11.11.2013 (148 C 5353/13). Dies ist möglich, sofern zumindest eine Gesundheitsgefährdung nicht ausgeschlossen ist.
 

Fakt 6: Klare Untersuchungsintervalle für Großanlagen und öffentliche Einrichtungen

Immobilien, die über Großanlagen verfügen, zu denen vor allem Warmwasserkessel zählen, die mehr als 400 Liter Trinkwasser fassen, unterstehen einer dreijährigen Untersuchungspflicht.

Öffentliche Einrichtungen unterliegen der jährlichen Untersuchungspflicht, um Legionellen im Wasser so engmaschig wie möglich auszuschließen.

Mehr zum Thema Legionellen im Wasser, die Gefahr, die sie bedeuten können sowie die weiterführenden Regelungen, die in der Trinkwasserverordnung festgelegt sind, haben wir im Magazin und in unseren Lesetipps für Sie zusammengefasst:

 

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