Legionellen im Wasser – wenn Duschen und Putzen zur alltäglichen Gefahr werden

Legionellen im Wasser

Legionellen im Wasser sind der Graus für jeden Verbraucher. Trotzdem scheint dieses Thema stets „weit weg“ zu sein, so dass sich kaum jemand der Tatsache bewusst ist, dass eine Ansteckung mit den gefährlichen Keimen im schlimmsten Fall bis zum Tod führen kann. Auf den ersten Blick scheinen Legionelleninfektionen heutzutage eher selten vorzukommen – doch tatsächlich ist die Gefahr häufig präsenter als wir denken.

Dies zeigt aktuell auch ein Fall in Starnberg, bei dem sich eine Frau mehrmals mit der gefährlichen Legionellose angesteckt hat und nun mit den langfristigen Folgen der Infektion mit Legionellen leben muss.

 

Wenn Legionellen im Wasser vom „Märchen“ zum eigenen Problem werden

Für die Gesundheit sind die Erreger nicht nur bei immungeschwächten Menschen eine enorme Gefahr. Auch bis dahin gesunde Personen können stark unter den Symptomen, die eine Legionellose mit sich bringt, leiden. Das wohl größte Problem ist dabei die Tatsache, dass eine Belastung der Wasserleitungen mit Legionellen in vielen Fällen gar nicht oder viel zu spät festgestellt wird.

Grund hierfür sind die zunächst grippeähnlichen Symptome, die vor allem anfangs nur bedingt auf eine Infektion mit Legionellen hindeuten. Doch Legionellen im Wasser bedeuten weit mehr, als einen einfachen Schnupfen und Husten. Hier sind immense Folgen, bis hin zur möglicherweise tödlichen Lungenentzündung, möglich.

 

Legionellen im Wasser laut Experten häufiger Ursache für Erkrankungen als gedacht

Der Beweis dafür, dass die Gefahr durch Legionellen im Wasser und Infektionen mit diesen gefährlichen Keimen deutlich realer ist, als wir gemeinhin denken, ist beispielsweise ein Fall in Starnberg. Dieser macht die gefährlichen Legionellen im Wasser, trotz strenger Regelungen der Trinkwasserversorgung, zu einem aktuellen Thema und dürfte nur die Spitze des Eisberges sein. Denn die Dunkelziffer nicht nachgewiesener Legionelleninfektionen wird von Experten als durchaus nennenswert eingeschätzt. Denn nicht nur eine Lungenentzündung zählt zu den möglichen Folgen einer Infektion mit dem Erreger.

 

Aktueller Fall in Starnberg: Wiederholte Erkrankung durch Legionellen im Wasser

Der aktuelle Fall in Starnberg zeigt, dass Legionellen im Wasser durchaus ein aktuelles Problem sein können und es sich lohnt, anhand einer Wasseranalyse auf Legionellen herauszufinden, ob das eigene Leitungswasser belastet ist. Als sich die 46-Jährige Starnbergerin vor etwa zehn Jahren ihre Eigentumswohnung kaufte, ahnte sie nicht, dass sie hier eine gesundheitliche Katastrophe erwarten würde. Heute ist die bis dahin gesunde und aktive Frau Frau froh, noch laufen zu können. Denn Legionellen im Wasser wurden für sie zur bitteren Realität.

Vor vier Jahren infizierte sich die Starnbergerin erstmals mit Legionellen. Erste Symptome waren typischerweise einer Erkältung ähnlich, jedoch nahmen die Beschwerden kein Ende. Bis zu einer Kur im Jahr 2013 kam sie von diesen Beschwerden nicht mehr los: Schmerzende Glieder, Atemnot, Ekzeme. Erst nachdem Boiler und Wasserleitungen fachgerecht gereinigt wurden traute sich die naturbegeisterte wieder unter die heimische Dusche, denn hier gelangen die Legionellen in die Atemwege. Kurz darauf der Rückschlag, der noch schlimmere Symptome mit sich brachte, als bei der ersten Erkrankung. Geschwollene Hände, zurückzuführen auf Entzündungen in den Gelenken der Finger sowie auch der Knie und Sprunggelenke. Das Gehen wurde schon damals zur Qual und auch der Arzt war beunruhigt, denn die Lungen-Peripherie nahm Schaden. Von diesen Beschwerden, ausgelöst durch diese zweite Infektion, konnte sich die Starnbergerin bis heute nicht erholen.

2016 dann gab es keinen Zweifel mehr, als erneut Beschwerden wie Ekzeme im Gesicht, Husten Kopfschmerzen und Gliederschmerzen einsetzten: Die Legionellose war erneut zurück.

Die Folgen dieser erneuten Infektion durch Legionellen im Wasser begleiten die an sich so aktive Frau bis heute und werden wohl nie wieder vollständig verschwinden. Zu groß ist der Schaden, der bereits entstanden ist.

 

Das Recht spricht eine klare Sprache – in diesem Fall zum Nachteil der Betroffenen

Die erste vollkommen verständliche Reaktion wäre der Verkauf dieser Wohnung, in der immer wieder Legionellen im Wasser nachgewiesen werden konnten und in der die Starnbergerin so stark erkrankte. Doch das ist nicht so einfach: Mit dem Verkauf dieser Wohnung macht sich die Betroffene möglicherweise strafbar, schließlich sind die Wasserleitungen der Wohnung nach wie vor mit Legionellen belastet. Das Problem: Die Eigentümer der anderen Wohnungen des Hauses sehen hier einen anderen Handlungsbedarf, als die Betroffene selbst oder das Gesundheitsamt. Letzteres stelle fest, dass es sich bei Untersuchungen des Wassers um eine „extrem hohe Kontamination“ handelt. Damit einhergehend herrscht eine „ernst zu nehmende Gefährdung der Gesundheit“. Doch innerhalb der Hausverwaltung herrscht absolute Uneinigkeit, so dass eine gründliche Desinfektion der Leitungen bislang ausbleibt. Das Gesundheitsamt soll daher entscheiden, wie weiter zu verfahren ist – doch verantwortlich ist und bleibt der Eigentümer, beziehungsweise in diesem Fall die Hausverwaltung. Klar ist jedoch: Sicherheit über das weitere Vorgehen werden erst Wasseranalysen bringen, die zeigen, ob alle Leitungen des Hauses oder doch nur die der leidenden Starnbergerin betroffen sind. Wie dieser Rechtsstreit ausgeht, bleibt abzuwarten.

lesetip_kleinMehr zu den Rechten und Pflichten von Mietern und Vermietern sowie Tipps zum Bekämpfen von Legionellen im Leitungswasser lesen Sie natürlich im Magazin!

 

Wie können Sie sich vor Legionellen im Wasser schützen?

Für den Fall, dass Legionellen im eigenen Leitungswasser vorkommen, sieht die Trinkwasserverordnung klare Richtlinien, Grenzwerte und Maßnahmen vor.

lesetip_klein Mehr dazu lesen Sie beispielsweise in unserem Speziellen Beitrag zu Legionellen.

Um festzustellen, ob das eigene Leitungswasser durch Legionellen kontaminiert ist, bietet sich auch außerhalb der gesetzlich vorgeschriebenen Wasseranalysen ein Leitungswassertest auf Legionellen an. Dieser ist einfach und unkompliziert durchführbar und gibt schnelle Sicherheit.

In jedem Fall sollte das Wasser nicht erst dann kontrolliert werden, wenn Symptome oder Beschwerden auftreten. Die regelmäßige Kontrolle stellt sicher, dass keine Zusammenhänge zwischen Symptomen und einer möglichen Legionellose übersehen werden. Besonders gefährdet sich neben älteren oder immungeschwächten Menschen auch Babys und Kleinkinder.

 

Neben Legionellen können auch anderen Bakterien und Keime, darunter beispielsweise Kolibakterien, der Gesundheit schaden. Auch diese können über die Wasserversorgung in den Körper gelangen.

info-kleinErfahren Sie mehr zu Bakterien im Wasser hier im Magazin und informieren Sie sich über den Wassertest auf Bakterien im IVARIO-Shop.

 

 

achtung-kleinErzählen Sie uns von Ihren Erfahrungen!

Sie haben bereits Erfahrungen mit Legionellen im Wasser gesammelt? Oder haben Fragen zum Thema, die wir noch nicht beantwortet haben? Dann freuen wir uns sehr auf Ihren Kommentar – denn Legionelleninfektionen sind deutlich häufiger die Ursache von Erkrankungen, als wir denken!

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