Was bedeutet Leitfähigkeit beim Wasser und warum ist sie so wichtig?

Was bedeutet die Leitfähigkeit des Wassers

Wenn es um die Qualität unseres Trinkwassers geht, spielen viele Begriffe eine wichtige Rolle. Dazu zählt zum Beispiel die Leitfähigkeit des Wassers. Diese liefert als Prüfparameter bei Wassertests neben einigen weiteren Aspekten und Parametern unter Umständen einen nennenswerter Hinweis darauf, dass das Trinkwasser Verunreinigungen oder Belastungen aufweist. Doch was verbirgt sich hinter dem Begriff Leitfähigkeit und warum ist sie ein so interessanter Faktor im Hinblick auf die Qualität des Leitungswassers?

Was verbirgt sich hinter dem Begriff Leitfähigkeit im Bezug auf die Unbedenklichkeit unseres Trinkwassers?

Die Leitfähigkeit des Wassers ist ein sogenannter Indikatorparameter. Definiert wird diese Leitfähigkeit als „die Fähigkeit Wärme, Elektrizität oder Schall zu übertragen“. Zur Erklärung ein kurzer Abstecher in die Welt der Physik:

Ein Beispiel: Strom kann im Prinzip nicht durch reines Wasser fließen. Hierzu werden leitfähige Stoffe benötigt. Fehlen diese, könnte uns also theoretisch auch ein eingesteckter Fön, der ins Wasser fällt, nichts anhaben. Denn in diesem Falle könnte der Strom nicht transportiert werden – sofern es sich um absolut reines Wasser handelt, was jedoch praktisch so gut wie unmöglich ist.

Im Wasser befinden sich sogenannte „fremde Reste“. Dabei handelt es sich um Anionen und Kationen, die insbesondere von Magnesium, Kalzium und Chlor, Stickstoff und Schwefelsalzen stammen.

Nimmt der Mensch diese Reste in gewissem Maße auf, sind diese absolut unschädlich, teilweise sogar gesund, was insbesondere für verschiedene Mineralstoffe gilt. In hoher Konzentration jedoch verändert sich diese Wirkung und die Leitfähigkeit des Wassers nimmt zu. Einen gesundheitlichen Schaden haben Verbraucher hier in aller Regel nicht zu erwarten. Doch diese erhöhte Leitfähigkeit deutet auf weitere Verunreinigungen und Belastungen des Wassers durch gefährliche Stoffe hin, die sich wiederum sehr negativ auf die Gesundheit des Konsumenten wirken können.

Eine erhöhte Leitfähigkeit als solches ist also nicht direkt ein Grund zur Besorgnis. Sie ist jedoch ein klarer Indikator dafür, dass das Leitungswasser mit anderen Stoffen belastet ist. Fazit: Je höher die elektrische Leitfähigkeit des Wassers ist, desto verunreinigter ist es.

 

Wie wird die Leitfähigkeit gemessen und gibt es für die Leitfähigkeit bei Trinkwasser Grenzwerte?

Gemessen wird die elektrische Leitfähigkeit in Mikrosiemens, kurz µS. Für Trinkwasser gelten gemäß Trinkwasserverordnung folgende Grenzwerte:

Bei einer Wassertemperatur von mehr als 20°C = 2500 µS/cm

Bei einer Wassertemperatur über 25°C = 2790 µS/cm

Bis 1963 lag der Grenzwerte bei 130 µS. Nach der Wende wurde dieser Wert auf 1000 µS erhöht, um später erneut angepasst zu werden, so dass mittlerweile 2500 µS als Grenzwert Gültigkeit haben.

Eine in Deutschland nicht umgesetzte EU-Richtlinie sieht dagegen einen deutlich niedrigeren Grenzwert von 750 µS vor.

Der WHO-Grenzwert liegt bei 400 µS, für Krisengebiete gilt ein Grenzwert von 2790 µS .

Reines Regenwasser hat üblicherweise beispielsweise einen Leitwert von etwa 30 µS. Ein höherer Leitwert weißt auf entsprechend starke Verschmutzungen und Belastungen des Wassers hin.

Wie kann die Leitfähigkeit des Trinkwassers gesenkt werden?

Wird eine zu hohe Leitfähigkeit des Trinkwassers festgestellt, kann diese gesenkt werden, indem die leitenden Stoffe im Wasser reduziert werden. Experten empfehlen hier den Einsatz eines Umkehrosmose-Filters. Um das Wasser zu reinigen wird dieses hierbei durch sogenannte semipermeable Membranen gepresst. Verunreinigungen, die für einen erhöhten Leitwert verantwortlich sind, bleiben dabei im Filter zurück, so dass entsprechend reines Wasser gewonnen wird. Nachdem gelöste Mineralien und Salze so aus dem Wasser entfernt wurden, sinkt die Leitfähigkeit des Trinkwassers erheblich.

Regelmäßige Wasseranalysen für Verbraucher dringend empfohlen

Die regelmäßige Kontrolle des Trinkwassers, das schlussendlich aus dem Hahn gezapft wird, wird von Experten empfohlen. Hierdurch lassen sich Verunreinigungen und Belastungen, etwa durch Schwermetalle oder Bakterien, auf einfache und sichere Weise feststellen. Denn die langfristige Aufnahme von verunreinigtem Wasser ist für den Verbraucher ganz klar eine gesundheitliche Gefahr. Dabei wird von Konsumenten, Hauseigentümern und Verbrauchern ganz klar unterschätzt, dass die eigentlichen Verunreinigungen in aller Regel erst innerhalb der eigenen vier Wände, sprich innerhalb der hausinternen Leitungen, stattfinden. Auch wenn wir in Deutschland also dank der hohen Ansprüche der Trinkwasserverordnung absolut unbedenkliches Wasser vom Versorger geliefert bekommen, sind Verbraucher hier längst nicht auf der sicheren Seite. Vor allem dann, wenn Babys und Kleinkinder sowie immungeschwächte Personen das Trinkwasser konsumieren, sollte daher die Qualität sichergestellt werden.

Neben der elektrischen Leitfähigkeit als wichtigem Indikatorparameter werden durch einen Wassertest vor allem giftige Schwermetalle sowie gefährliche Erreger und Bakterien nachgewiesen, so dass Probleme zügig erkannt und behoben werden und Verbraucher das Leitungswasser bedenkenlos nutzen können.

Mehr zu der Gefahr durch Schwermetalle wie Blei oder Kupfer im Trinkwasser erfahren Sie hier im Magazin.

 

Weitere Informationen zu gefährlichen Bakterien und Erregern im Leitungswasser wie Legionellen oder E-Coli haben wir ebenfalls hier im Magazin für Sie zusammengefasst.

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