Stiftung Warentest 2015: Ist Wasser aus der Flasche wirklich besser?

Stiftung Warentest 2015 - Mineralwasser

Stiftung Warentest prüfte Anfang 2015 insgesamt 20 Mineralwässer. Die Ergebnisse regen zum Nachdenken an, denn offenbar wird das Flaschenschleppen doch nicht durch absolut unbedenkliches Wasser belohnt. Zu diesem Schluss kann man zumindest beim Betrachten der Ergebnisse kommen, die durch die Stiftung Warentest ermittelt wurden. Die Experten (Stiftung Warentest), durch die verschiedene Wässer unter die Lupe genommen wurden, kommen zu einem nicht befriedigenden Ergebnis: Drei der getesteten Mineralwässer wiesen Pestizidrückstände auf!

Ergebnis der Stiftung Warentest 2015 – Mineralwasser zum Teil bedenklich

 

Wer Mineralwasser kauft geht davon aus, dass er „reines und mineralstoffreiches“ Wasser bekommt. So lauten zumindest die Werbeversprechen der Hersteller. Die Stiftung Warentest prüfte 20 verschiedene Mineralwässer der Sorten Classic und Medium und kommt dabei zu ernüchternden Ergebnissen. Mehrere Produkte wiesen Verunreinigungen auf.

 

Die Ergebnisse der Stiftung Warentest zusammengefasst:

  • Sechs der getesteten Wässer bestehen die Prüfung anstandslos.
  • Einige, nicht alle, für gut befundenen Wässer weisen tatsächlich nennenswerte Mineralstoffkonzentrationen auf.
  • Immungeschwächte aufgepasst: Zwei der getesteten Wässer sind für Sie nicht geeignet und sollten vor dem Verzehr abgekocht werden!
  • Einige der geprüften Produkte weisen einen auffälligen Geschmack auf.
  • Drei Mineralwässer wiesen Verunreinigungen auf, auch wenn die Grenzwerte ausnahmslos eingehalten wurden.

 

Wasser im Test – Stiftung Warentest 2015 stellt Verunreinigungen fest

In den zu beanstandenden Wässern wurden sogenannte oberirdische Verunreinigungen festgestellt. Dabei handelt es sich um Abbauprodukte von Pestiziden, Korrosionsschutzmittel oder Süßstoffe.

Kein Gesundheitsrisiko, jedoch Hinweis auf unzureichend geschützte Quellen

Ein Gesundheitsrisiko besteht laut Stiftung Warentest nicht. Jedoch geben die Ergebnisse zu denken, denn offenbar ist selbst Mineralwasser aus dem Supermarkt nicht zu 100 Prozent „sauber“. Damit ist Mineralwasser selbstverständlich im direkten Vergleich zu Leistungswasser nicht als „schlechter“ zu definieren. Die versprochene Sicherheit jedoch können Sie nicht unbedingt bieten.

 

Die Hersteller stehen ständig wachsenden Herausforderungen gegenüber

Abwasser aus Industrie und Haushalten, Überdüngung und viele weitere Faktoren wirken auf die Qualität des Grund- und Quellwassers ein. Diese Verunreinigungen zu lösen und die Qualitätsmerkmale der Mineral- und Tafelwasserverordnung gerecht zu werden, stellt nicht selten ein Problem dar.

Dass Leitungswasser dem Vergleich mit Mineralwasser problemlos standhält, zeigt nicht zuletzt der große ZDF-Trinkwassertest. Ob es sich lohnt, kistenweise Wasser zu schleppen und zugleich wesentlich tiefer in das Portemonnaie zu greifen, ist fraglich. Denn schlussendlich kann teures Mineralwasser maximal durch höhere Mineralstoffkonzentrationen punkten. Wie sich jedoch in den Prüfungen der Stiftung Warentest 2015 herausstellt, halten Hersteller hier nicht unbedingt, was die Werbebotschaften versprechen. Wer vor allem auf die Kohlensäure nicht verzichten will, kann außerdem auf den „Self-made-Sprudel“ durch Wassersprudler zurückgreifen.

 

Auch in den vergangenen Jahren fielen die Ergebnisse ernüchternd aus

Die Stiftung Warentest prüft seit Jahren in regelmäßigen Abständen sowohl die Qualität von Mineralwässern als auch von Leitungswasser in Deutschland.

Im Jahr 2012 testeten die Prüfer des Berliner Instituts Stiftung Warentest 30 Mineralwässer sowie das Leitungswasser aus vier Großstädten. Dabei stellte sich Erstaunliches heraus: Dank des hohen Kalziumgehaltes darf sich das Berliner Trinkwasser theoretisch eher als Mineralwasser betiteln, als zwei Drittel der getesteten Mineralwässer aus der Flasche. Denn diese wiesen zum Teil verschwindend geringe Mengen Mineralien auf.

Dafür entdeckten die Prüfer der Stiftung Warentest so einiges anderes in den Flaschenwässern: Keime, die möglicherweise gesundheitsschädigend sind. 12 der 30 getesteten Proben wiesen hier Auffälligkeiten auf. Auch damals waren zudem Abbauprodukte von Pilzbekämpfungs- und Unkrautvernichtungsmitteln in einem Drittel der getesteten Produkte zu finden. Zwar wurden auch damals keine Grenzwerte überschritten und eine Gesundheitsgefährdung ausgeschlossen (zumindest für gesunde Konsumenten), doch wirklich „sauber und rein“ sollte anders aussehen.

 

 

 

 

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