Trinkwasser Grenzwerte überschritten – ein häufiges Problem deutscher Haushalte

Trinkwasser Grenzwerte überschritten - Wasserleitungen als Problem

Werden die Trinkwasser Grenzwerte überschritten, kann aus der Leitung Wasser fließen, das der Gesundheit erheblich schadet. Rüdiger Große, unter anderem für die Trinkwasserüberwachung im Kreis Soest verantwortlich und im Sachgebiet Gesundheitsschutz tätig, stand der Zeitung „Der Westen“ zum Thema Rede und Antwort und ermahnt vor allem Endverbraucher, sich auch selbst davon zu überzeugen, ob im eigenen Haushalt die Trinkwasser Grenzwerte überschritten werden oder nicht.

Seit dem Jahr 2012 müssen nicht mehr nur die Eigentümer oder Betreiber öffentlicher Gebäude sicherstellen, dass keine Trinkwasser Grenzwerte überschritten werden. Zum Teil sind auch Wasseranalysen in privaten Haushalten Pflicht. Im Kreis Soest wurden seitdem mehr als 400 Fälle gemeldet, in denen die Trinkwasser Grenzwerte überschritten wurden.

Große führt dazu aus, dass in vielen Fällen aufgrund baulicher Mängel Trinkwasser Grenzwerte überschritten wurden. Jedoch sind auch die Verbraucher nicht selten eine Art Gefahrenquelle, denn auch von ihrer Seite aus werden Fehler gemacht, die zu bedenklichen Ergebnissen der Wasseranalysen führen können.

 

Trinkwasser Grenzwerte überschritten: Experte warnt vor Stagnationswasser und Totleitungen

Wie jedes andere Lebensmittel auch, kann unser Trinkwasser verderben. Dies betrifft vor allem nicht fließendes Wasser, das sogenannte Stagnationswasser. Dabei spielt auch die Temperatur nicht unbedingt eine Rolle – Bakterien können sich in stehendem Wasser spielend leicht vermehren und dazu führen, dass Trinkwasser Grenzwerte überschritten werden.

Damit dies nicht passiert, rät der Experte dazu, lange Standzeiten des Wassers in den Leitungen zu vermeiden. Dazu sollten sämtliche Wasseranschlüsse, etwa Wasserhähne und Duschbrausen, aber auch die Zapfstelle im Garten, regelmäßig mit Trinkwasser durchgespült werden. Dabei handelt es sich um eine Aufgabe, die jeder in seiner eigenen Wohnung erfüllen muss. Wurde das Trinkwasser eine gewisse Zeit nicht genutzt, besteht die Gefahr, dass Trinkwasser Grenzwerte überschritten werden. Hier genügen schon wenige Stunden. Besondere Vorsicht gilt jedoch nach längerer Abwesenheit, etwa nach einem Urlaub.

 

Trinkwasser Grenzwerte überschritten? Es kann auch an den Rohren liegen!

Auch veraltete und nicht gewartete Leitungen, vor allem jedoch Totleitungen, können dazu führen, dass Trinkwasser Grenzwerte überschritten werden. Alte und stillgelegte Leitungen sind laut dem Experten ein besonderer Gefahrenfaktor. In diesen wird das Wasser „schlecht“ und steht nicht selten über viele Jahre hinweg. Das Trinkwasser, das währenddessen durch die Hauptleitungen fließt, kann so verunreinigt werden.

Auch nicht gewartete oder gewechselte integrierte Wasserfilter bieten Gefahrenpotenzial, da hier beispielsweise Algen wachsen können. Aber auch Kalkablagerungen an den Sieben der Wasserhähne oder etwa Duschköpfen bieten Lebensraum für gefährliche Bakterien und Keime, erklärt Rüdiger Große.

Bevor es in unsere Leitungen fließt, wird durch die Wasserversorger sichergestellt, dass keine Trinkwasser Grenzwerte überschritten werden. Dennoch ist die Gefahr nicht gebannt: auch der Weg des Wassers durch die Leitungen bis hin zur Entnahmestelle muss in Ordnung sein.

Bakterien, Keime aber auch Schwermetalle wie Blei oder Kupfer können ins Leitungswasser gelangen, wenn innerhalb der eigenen Trinkwasserinstallation Verunreinigungen auftreten. Hier sind Hauseigentümer in der Pflicht, denn laut Trinkwasserverordnung steht jedem Mieter zu, absolut unbedenkliches Wasser zur Verfügung zu haben, bei dem keine Trinkwasser Grenzwerte überschritten werden. Die Wartung und Instandhaltung der Leitungen ab dem Übergabepunkt, des Warmwasserspeichers und der Entnahmestellen ist daher ein wichtiger Aspekt, den weder Hauseigentümer noch Mieter außer Acht lassen sollten, um keine gesundheitlichen Risiken einzugehen.

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Wasseranalyse für Privathaushalte gibt Sicherheit

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Eigentümer sind verpflichtet, unter gewissen Umständen regelmäßige Wasseranalysen durchführen zu lassen.

Dennoch sollte auch der Verbraucher sicher gehen, dass keine Trinkwasser Grenzwerte überschritten werden, bevor er das Wasser nutzt – insbesondere dann, wenn Babys oder Kleinkinder im Haushalt leben. Ein Wassertest für Privatpersonen ist einfach durchführbar und gibt schnell Aufschluss darüber, ob Trinkwasser Grenzwerte überschritten werden und gegebenenfalls Maßnahmen einzuleiten sind.

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