Kolibakterien: Darmerreger mit Gefahrenpotenzial

Kolibakterien - Frage und Fakten

Durchfall, Unwohlsein, Bauchschmerzen – eine Infektion mit Kolibakterien tarnt sich nicht selten als typische Magen-Darm-Erkrankung, die früher oder später von selbst verschwinden sollte. Doch viel häufiger als wir denken steckt hinter diesen Beschwerden ein Bakterienbefall unseres Leitungswassers. Kolibakterien zählen hier zu den häufigsten Erregern, die wir zunächst unbemerkt mit dem Wasser aufnehmen. Und ebenfalls deutlich häufiger als allgemein angenommen bleibt es daraufhin nicht bei den erwähnten Symptomen. Eine Infektion kann vor allem für Babys, Kleinkinder und immungeschwächte Menschen eine große Gefahr bedeuten. Aus diesem Grund empfehlen Experten, das eigene Leitungswasser spätestens beim Auftreten oben genannter Symptome, testen zu lassen. So wird vermieden, dass Erkrankungen und Beschwerden falsch oder nicht ideal behandelt werden. Ob das eigene Wasser mit den gefährlichen Erregern belastet ist, lässt sich durch einen einfach durchführbaren Wassertest auf Kolibakterien und andere mikrobakterielle Belastungen herausfinden!

 

Kolibakterien im Leitungswasser – die bösartige Darmbakterie

Bakterien gehören zu uns, sind häufig sogar lebenswichtig. Gerade die Darmflora beherbergt eine Vielzahl an wichtigen Bakterien. Allein im Darm findet sich ein Großteil der mehr als 10.000 Bakterienarten, die der menschliche Körper in sich trägt. Diese gutartigen Darmbakterien erfüllen wichtige Aufgaben, wie etwa die Produktion von Vitaminen oder die Zersetzung der Nahrung. Jedoch kann dieses Gleichgewicht gestört werden – etwa durch Kolibakterien.

Diese können beim Menschen schwerwiegende Erkrankungen auslösen. Einer der bekanntesten Koli-Bakterien ist dabei der EHEC-Erreger.

Diese Erreger finden ihren Weg in unser Trinkwasser beispielsweise, wenn eine Verunreinigung durch Tierdung entsteht. Durch ihn gelangen die Bakterien ins Grundwasser, vor allem jedoch in Brunnenwasser, und somit unter Umständen ins Trinkwasser.

 Kolibakterien überleben circa zwei Wochen im Wasser. Ihre Wohlfühltemperatur liegt bei etwa 37 Grad. Während dieser Zeit stellen die Bakterien eine besondere Gefahr für den Menschen dar.

 

Kolibakterien im Trinkwasser: Symptome einer Infektion durch den E.Coli-Stamm

Mitunter ist es möglich, dass betroffene Personen trotz Kolibakterien im Trinkwasser beschwerdefrei bleiben. Bis zu den ersten Symptomen können jedoch durchaus zehn bis vierzehn Tage vergehen.

 Fieber, Durchfall und Erbrechen zählen zu den ersten Anzeichen einer Kolibakterien-Infektion.

Eine schwere Infektion zeigt sich beispielsweise durch

  • blutigen Durchfall in Verbindung mit Bauchschmerzen
  • Blut im Urin ist im Zusammenhang mit einer Kolibakterien-Infektion nicht unüblich.

Der Stamm der E.Coli-Bakterien ist ausschlaggebend für den Verlauf der Symptome, daher können diese stark variieren.

 

Was passiert wenn Kolibakterien im Leitungswasser sind?

Coli-Bakterien können das Leitungswasser belasten

Coli-Bakterien können das Leitungswasser belasten

Kolibakterien (Escherichia coli, abgekürzt E. coli) im Trinkwasser sind ein Thema, das uns ständig begleitet. Neben den typischen Symptomen wie Übelkeit, Durchfall oder auch Erbrechen können die Bakterien mitunter sogar lebensgefährlich werden. Tritt ein Kilobakterien-Befall des Trinkwassers ein, wird daher auf schnellstem Wege eine chemische Behandlung unseres Leitungswassers in Gang gesetzt.

 Besonders interessant für Verbraucher von selbst gewonnenem Brunnenwasser: Insbesondere dann, wenn das Leitungswasser durch einen eigenen Brunnen gewonnen wird, wird dazu geraten, das Wasser analysieren zu lassen. Hier lassen sich beispielsweise durch einen Wassertest auf Bakterien Kolibakterien und andere Erreger nachweisen. Noch spezieller auf die möglichen Belastungen bei Brunnenwasser ist zudem der spezielle Brunnenwasser-Test ausgelegt.

 

Wird das Wasser nicht von den Wasserwerken auf Bakterien getestet und gereinigt?

Selbstverständlich wird das deutsche Trinkwasser von den Wasserwerken penibel kontrolliert, bevor es an die Verbraucher verteilt wird. Treten hier Auffälligkeiten auf, wird das Wasser in aller Regel desinfiziert, indem Chlor zugesetzt wird. Das Wasser wird erst dann ausgeliefert, wenn es den Grenzwerten der Trinkwasserverordnung entspricht.

 Die Trinkwasserverordnung schreibt neben klaren Grenzwerten für Schwermetalle und mikrobakterielle Belastungen beispielsweise vor, dass in 100 ml Wasser keinerlei Belastung mit coliformen Bakterien auftreten darf.

Dass diese Werte nicht überschritten werden, wird jedoch nur bis zum jeweiligen Hausanschluss der Verbraucher garantiert. Gefahrenquellen innerhalb der eigenen Hausinstallation unterliegen der Verantwortung des Hauseigentümers. Hier kann das Trinkwasser durch Bakterien kontaminiert werden.

 Daher empfehlen Experten, spätestens bei begründetem Verdacht, idealer Weise jedoch in regelmäßigen Abständen, direkt das Wasser analysieren zu lassen, das aus dem eigenen Hahn fließt. Möglich ist dies durch einen Bakterien-Wassertest.

 

Kolibakterien abtöten: Trinkwasser abkochen bei Kolibakterien

 Das Abkochen des Trinkwassers führt dazu, dass Bakterien und Keime abgetötet werden. Daher sollte auf das Abkochen bei akutem Kolibakterien-Befall des Trinkwassers nicht verzichtet werden. Eine absolute Garantie bietet es jedoch auch nicht.

Die Wasserwerke reagieren auf eine Verunreinigung durch Kolibakterien schnell und effektiv. Das Wasser wird einer chemischen Reinigung durch Chlor unterzogen. Ist dies der Fall, sollten schwangere Frauen jedoch auf den Genuss des Trinkwassers verzichten, da Chlor im Trinkwasser ebenfalls negative Auswirkungen haben kann.

In aller Regel sind Kolibakterien im Trinkwasser nach wenigen Tagen von Seiten der Wasserwerke vernichtet.

Mehr zum Thema Trinkwasser abkochen erfahren Sie in unserem Beitrag zum Thema hier im Magazin.

Darmbakterien im Trinkwasser: relativ selten, jedoch nicht ausgeschlossen

Auch wenn Kolibakterien im Trinkwasser mittlerweile sehr selten sind, kommt es doch immer wieder vor, dass unser Leitungswasser durch Darmbakterien verunreinigt wird. Nicht selten bemerken Trinkwasser-Nutzer diese Darmbakterien kaum, jedoch sollten insbesondere Schwangere oder immungeschwächte Personen mit Vorsicht reagieren, sobald Meldungen über Kolibakterien im Trinkwasser auftreten.

 

Welche Bakterien können sonst noch im Leitungswasser sein?

Neben coliformen Bakterien können auch andere Erreger und Keime eine Gefahr darstellen. Dazu zählen vor allem Legionellen. Eine Infektion kann unterschiedliche grippeähnliche Symptome und Beschwerden hervorrufen. In schlimmeren Fällen jedoch kann eine durch Legionellen im Wasser ausgelöste Legionellose zu einer Lungenentzündung (Legionärskrankheit) führen. Diese wiederum kann lebensgefährlich sein. Nachweisbar sind die Erreger durch einen Legionellen-Test.

 Mehr dazu lesen Sie in unserem speziellen Beitrag zum Thema Legionellen.

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