Villingen-Schwenningen: Coliforme Keime im Wasser beunruhigen Verbraucher

Coliforme Keime - Trinkwasser

Coliforme Keime im Wasser sind eine Gefahr für die Gesundheit. Allerdings sind Belastungen durch coliforme Keime im Wasser eher selten – zumindest sollten sie es sein. Tatsächlich treten jedoch trotz aller Bemühungen der Wasserversorger, eine Belastung auszuschließen, immer wieder Fälle von durch coliforme Keime belastetem Wasser auf. So beispielsweise im August 2017 in Villingen-Schwenningen, Baden-Württemberg.

Aktueller Fall in Villingen-Schwenningen: Coliforme Keime im Trinkwasser gefunden

Hier beschäftigt die Angst vor coliformen Keimen im Wasser die Verbraucher seit einiger Zeit. Das Wasser im Schwenninger Trinkwassernetz wird gemäß der Trinkwasserverordnung 22 Mal jährlich auf coliforme Keime untersucht. Diese Zahl sieht die Trinkwasserverordnung vor. Im Fall der coliformen Keime im Schwenninger Wasser ist noch nicht klar, wie gefährlich die hier gefundenen Keime wirklich sind. Die zuständige Ärztin des Gesundheitsamtes vor Ort betont jedoch, dass für einen gesunden Menschen nicht von einer Gesundheitsgefahr auszugehen sei. Die Unsicherheit beim Verbraucher bleibt jedoch. Betroffen sind rund 26 000 Haushalte im Bereich des Schwenninger Leitungswassernetzes.

 

Was sind coliforme Keime und wie gelangen sie ins Trinkwasser?

In der Natur finden sich coliforme Keime auf natürliche Art und Weise. Zunächst haben diese coliformen Keime nicht direkt etwas mit fäkalen Verunreinigungen zu tun, die insbesondere mit E-Coli-Bakterien in Verbindung gebracht werden. Coliforme Keime sind zunächst Indokatorkeime und noch keine Krankheitserreger. Werden Coliforme Keime im Wasser gefunden, lässt dies auf Probleme im natürlichen „Schutzschild“ des Wassers schließen, was wiederum die Belastung durch andere, deutlich gefährlichere, Keime ermöglicht. Im Fall der coliformen Keime in Villingen-Schwenningen ist bislang keine Belastung durch weitere Keime nachgewiesen worden.

 

Sind coliforme Keime gefährlich?

Prinzipiell sind coliforme Keime nicht gefährlich für den Menschen. Sie finden sich überall in der Natur, beispielsweise in der Erde. Coliforme sind Bestandteil des sogenannten natürlichen Biofilms, der in jedem Wassernetz zu finden ist. Gerät dieser natürliche Schutz aus dem Gleichgewicht, können sich Bakterien und Keime besonders gut vermehren und verteilen.

Im Gegensatz zu coliformen Keimen zählen beispielsweise Coli-Bakterien oder auch Enterokokken zu den für den Menschen gefährlichen Erregern. Diese Keime und Erreger lösen im schlimmsten Fall schwere Darm- und Magenerkrankungen aus. Ebenfalls zu den besorgniserregenden Bakterien zählen außerdem Legionellen, die sich im hausinternen Leitungswassernetz schnell vermehren und lebensbedrohliche Lungenentzündungen auslösen können. Besonders gefährdet sind in jedem Fall neben Babys und Kleinkindern auch ältere oder immungeschwächte Menschen.

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Was unternehmen die Versorger bei Belastungen und was kann der Verbraucher tun?

Die Wasserversorger sind gesetzlich zur regelmäßigen Kontrolle des Wassers, das sie als Trinkwasser an die Verbraucher verteilen, verpflichtet. Die Trinkwasserverordnung sieht hier strenge und engmaschige Kontrollzyklen vor. Treten Auffälligkeiten oder Grenzwertüberschreitungen auf, werden vom Versorger entsprechende Gegenmaßnahmen eingeleitet. Im aktuellen Fall in Villingen-Schwenningen wird das Wasser beispielsweise stark gechlort, um die unerwünschten Keime zu vernichten.

 Mehr zum Thema Chlor im Trinkwasser erfahren Sie hier.

 

Verbrauchern wird geraten, das Leitungswasser mindestens drei bis fünf Minuten ablaufen zu lassen, ehe es verwendet wird.

 

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Coliforme Keime beunruhigen Verbraucher

Coliforme Keime im Leitungswasser verunsichern Verbraucher

Experten empfehlen Verbrauchern prinzipiell ihr Trinkwasser auf Belastungen zu kontrollieren. Versorger liefern ausnahmslos unbedenkliches Trinkwasser an die Haushalte aus. Jedoch bedeutet dies nicht automatisch, dass schlussendlich Wasser höchster Qualität aus dem Hahn fließt. Denn der Versorger haftet nur bis zur Übergabestelle des Wassers an den Verbraucher, sprich bis zur Wasseruhr der jeweiligen Immobilie. Ab hier steht der Eigentümer in der Pflicht, für die Unbedenklichkeit des Wassers gemäß der Trinkwasserverordnung zu sorgen.

Auf diesen letzten Metern durch die Leitungen treten nicht selten gefährliche Belastungen auf. Neben Bakterien und Keimen, die sich in den hausinternen Rohren und Warmwasseraufbereitungen hervorragend vermehren können, sind hier auch Schwermetalle ein Problem. Dazu zählen beispielsweise Blei, Kupfer oder Zink. Insbesondere Blei kann die Gesundheit des Verbrauchers langfristig schädigen. Dementsprechend werden von Experten professionelle Wasseranalysen empfohlen, durch die derartige Belastungen schnell erkannt und die Ursache beseitigt werden kann.

 Mehr zur Gefahr durch Schwermetalle im Wasser erfahren Sie beispielsweise hier im Magazin.

 

 Nähere Informationen zu mikrobiologische Belastungen durch Keime und Erreger haben wir hier für Sie zusammengefasst.

 

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