Kalkhaltiges Wasser trinken – schädlich oder sogar gesund?

ist hartes, also kalkhaltige

Ist kalkhaltiges Wasser – gesund oder ungesund? Das fragen sich viele Menschen. Denn der Trend, lieber zum Leitungswasser als zum vergleichsweise teuren Mineralwasser aus der Flasche zu greifen, setzt sich immer mehr durch. Doch der Kalkgehalt des Trinkwassers wirft häufig Fragen auf. Wir klären daher die Frage, ob kalkhaltiges Wasser trinken wirklich ungesund ist, ob es schadet das „harte“ Wasser zu trinken und ob kalkhaltiges Wasser überhaupt einen Einfluss auf die Gesundheit hat. Außerdem zeigen wir auf, welche Stoffe im Trinkwasser wirklich bedenklich sind und warum ein Wassertest von Experten empfohlen wird.

Der Kalkgehalt des Leitungswassers wird als Härtegrad bezeichnet. Mehr zum Thema „Härtegrad des Wassers“, beispielsweise ab welcher Kalkkonzentration das Wasser als „hart“, „weich“ oder „mittel“ gilt und was das für die Haushaltsgeräte bedeutet, haben wir bereits hier für Sie zusammengefasst. In diesem Beitrag gehen wir gezielt der Frage nach, ob kalkhaltiges Wasser ungesund oder gar schädlich für den menschlichen Organismus ist.

 

Ist es schädlich, kalkhaltiges Wasser zu trinken?

Leitungswasser ist für viele Menschen eine gute Alternative zum Mineralwasser aus der Flasche. Zum einen spart man sich das Kistenschleppen. Zudem ist es im direkten Vergleich wesentlich günstiger als Mineralwasser. Wirklich sicher, ob das eigene Leitungswasser zum Trinken geeignet ist, sind sich jedoch die wenigsten. Neben Verunreinigungen durch Schwermetalle oder mikrobiologische Belastung, die übrigens hauptsächlich in den hausinternen Leitungen stattfinden (lesen Sie hier mehr dazu), ist auch der Kalkgehalt im Leitungswasser ein Faktor, der viele immer noch zur Flasche greifen lässt. Doch ist hartes Wasser schädlich und daher wirklich ein Grund, lieber Mineralwasser zu trinken?

Die Antwort: Auch „hartes“ Wasser, also Leitungswasser, das einen höheren Härtegrad aufweist und somit kalkhaltiger ist, kann bedenkenlos getrunken werden.

 

Ist Kalk im Wasser für das Herz eine Gefahr?

Hier herrscht ein weitverbreiteter Irrglaube, der besagt, dass kalkhaltiges Trinkwasser die Verkalkung der Arterien begünstigt. Dies ist jedoch definitiv nicht der Fall, da sind sich Experten einig. Die Aufnahme von Kalk über das Wasser und die Verkalkung der Herzkranzgefäße stehen demnach in keinem Zusammenhang – so beispielsweise Prof. Dr. med. Klepzig in einem Beitrag für die Internetpräsenz der Deutschen Herzstiftung. (Originalartikel)

Während etwa das Rauchen, anhaltend hoher Blutdruck oder auch Übergewicht typische Risikofaktoren sind, die zu Herzerkrankungen führen können oder diese klar begünstigen, zählt kalkhaltiges Wasser nicht zu den Auslösern von Herzerkrankungen.

 

Hartes Wasser schädlich? Nein!

Der Unterschied zwischen „weichem“ und „hartem“ Wasser ist oft am Geschmack zu erkennen. Bis auf diesen Aspekt, bei dem der persönliche Geschmack entscheidet, wirkt hartes Wasser jedoch nicht schädlicher auf den Organismus als weiches Wasser.

Kalk besteht aus Magnesium und Kalzium. Diese beiden Mineralstoffe sind essenziell für den menschlichen Körper. So ist Kalzium unter anderem für den Knochen- und Zahnaufbau wichtig und Magnesium spielt eine wichtige Rolle in der Muskel- und Knochengesundheit. Dementsprechend kann kalkhaltiges Wasser sogar als sinnvolle Nahrungsergänzung gesehen werden. Gefährlich ist hartes Wasser jedoch keinesfalls.

Häufiger Irrglaube: Die Arteriosklerose, umgangssprachlich auch als „Verkalkung“ bekannt, wird fälschlicherweise häufig mit dem Konsum von hartem Wasser in Verbindung gebracht. Tatsächlich wird diese Erkrankung, bei der schädliche Ablagerungen in Arterien zum Problem werden, jedoch hauptsächlich durch bestimmte Fette, die wir mit unserer Nahrung aufnehmen, ausgelöst.

 

Brauchen wir kalkhaltiges Wasser, um gesund zu bleiben?

Nicht zwingend. Wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen, dass wir den Hauptbedarf an Magnesium und Kalzium über Nahrungsmittel wie Milch, Bananen oder einige Gemüsesorten aufnehmen. Nur ein Bruchteil der im Wasser enthaltenen Mineralstoffe wird vom Körper tatsächlich verstoffwechselt. Schädlich ist dieser Überschuss jedoch nicht – er wird vom Organismus ausgeschieden.

Um tatsächlich Probleme zu verursachen, müssten weitaus höhere Kalkmengen, als Magnesium und Kalzium, aufgenommen werden. Dies könnte dazu führen, dass es der Organismus durch die hohe Konzentration nicht mehr schafft, die nicht verwertbare Menge auszuscheiden. Über unser Trinkwasser derartige Mengen aufzunehmen ist jedoch annähernd unmöglich.

Härtegrad feststellen: Wie kann man Kalk im Wasser messen?

In den meisten Fällen finden sich Informationen zum Härtegrad des Wassers auf den Internetseiten des örtlichen Wasserversorgers. Hier lohnt es sich gegebenenfalls auch nach zu fragen, um den Kalkgehalt des eigenen Trinkwassers zu erfahren.

Auf der Wasserjahresabrechnung finden Hauseigentümer zudem in aller Regel ebenfalls den Grad der Wasserhärte.

Um selbst nach zu messen, wie kalkhaltig das eigene Leitungswasser ist, können entsprechende Indikatorstreifen in der Apotheke gekauft werden.

Übrigens: Auch auf die Haut und Haare hat der Härtegrad des Wassers Einfluss. So kann es durchaus sein, dass Haare nach dem Waschen mit sehr hartem Wasser spröde und rau wirken und trockene Haut zum Problem wird. Hier macht es Sinn, entsprechende Pflegeprodukte zu verwenden.

 

Sollte man kalkhaltiges Wasser filtern?

Aus gesundheitlicher Sicht ist es nicht zwingend notwendig, dass kalkhaltiges Wasser gefiltert wird. Allerdings gibt es verschiedene Argumente, die unter Umständen für das Filtern von kalkhaltigem Wasser sprechen. Dazu zählt zum Beispiel der Schutz von Geräten und Armaturen. Denn Kalk lagert sich hartnäckig ab und kann so die Lebensdauer von Waschmaschinen, Kaffeemaschinen und ähnlichen Geräten ganz klar vermindern. Auch auf Bad- und Küchenarmaturen sind Kalkablagerungen ärgerlich. Um diesen beiden Faktoren jedoch entgegen zu treten, müsste das Wasser schon gefiltert werden, bevor es die Armaturen oder Geräte erreicht. Dies ist nur mit entsprechend hohem Aufwand möglich, so dass diese Alternative für viele Haushalte tendenziell eher uninteressant ist und stattdessen das regelmäßige Entkalken von Geräten und Armaturen bevorzugt wird.

Bei besonders hohem Kalkgehalt kann auch der Geschmack des Wassers leiden. Zudem stellt sich eine gewisse Trübung des Wassers ein. Möchten Verbraucher dieses Wasser nicht zum Trinken nutzen, bieten sich Tischwasserfilter an. Hier sollte jedoch genau auf die Qualität des Geräts geachtet werden. Denn verschiedene Tests zeigten in der Vergangenheit, dass Tischwasserfilter unter Umständen zur Brutstätte für Keime und Erreger werden können.

Mehr dazu erfahren Sie in unserem Artikel „Wasserfilter – Was bringen sie wirklich?

 

Kalkhaltiges Wasser ist nicht ungesund – doch Vorsicht ist dennoch geboten

Von Experten wird empfohlen, das eigene Leitungswasser auf Bakterien, Keime und Erreger sowie auf Schwermetalle wie Blei oder Kupfer analysieren zu lassen. Hier lauern deutlich öfter Gefahren, als der Verbraucher gemeinhin denkt. Denn vor allem alte Leitungen (beispielsweise aus Blei) aber auch Totleitungen, Wartungsfehler sowie verschiedene andere Problemherde können Probleme begünstigen und die Gesundheit langfristig schädigen. Dies gilt vor allem, jedoch nicht nur, wenn Babys oder Kleinkinder im Haushalt leben.

Mehr dazu lesen Sie in unseren Artikeln „Schwermetalle im Leitungswasser“, „Bakterien im Trinkwasser“ oder auch „Leitungswasser fürs Baby?

 

Die eigene Wasserhärte ermitteln – Wassertest auf Calcium, Magnesium und Härte, Schwermetalle & Bakterien von IVARIO

Verbraucher können die Wasserhärte mit diesem einfach Labor-Test prüfen lassen und somit Klarheit und Gewissheit über die eigene Wasserhärte erlangen. Neben der Wasserhärte erfahren Sie ebenfalls, ob Ihr Leitungswasser mit Schwermetallen und Bakterien belastet ist. Ein Trinkwassertest schützt nicht nur Ihre Haushaltsgeräte, sondern auch die eigene Gesundheit.

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Die Frage „Ist hartes Wasser ungesund“ kann demnach mit einem klaren „Nein“ beantwortet werden.

8 Kommentare

    • IVARIO-Alexandra
  1. Thorsten
    • IVARIO-Alexandra
  2. Willi
    • IVARIO-Alexandra
    • IVARIO

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